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Episoden
03.02.2026
19 Minuten
Als Chico Buarque im Jahr 1970 nach eineinhalb Jahren aus dem
italienischen Exil heim in die brasilianische Militärdiktatur
zurückkam, war er schockiert. Auf Autos klebten Sprüche wie
"Brasilien, lieb es oder verlass es" oder "Brasilien, lieb es
oder stirb". Im Titelsong des Albums "Construção" von 1971
verband Dichtung mit subtilen sozialen Kommentaren. Der Titel
bedeutet übersetzt "im Bau" oder Baustelle. Damit konnte sowohl
Brasilien gemeint sein, das neu errichtet werden sollte, die
Arbeiterklasse im Land oder die kunstvolle Art, wie Chico Buarque
das Album konstruiert hatte.
Diese Folge wurde in Ö1 am 3. 02. 2026 gesendet und ist Teil des
kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
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03.02.2026
19 Minuten
Mit der Weltfinanzkrise blühte sog. "Recession Pop" auf, also
schnelle, laute, tanzbare Popmusik, die gute Stimmung zur
schlechten Lage verbreiten wollte. Die New Yorker Sängerin Lady
Gaga wurde 2008 fast über Nacht mit avantgardistischen
Bühnenoutfits, Eurodance-Beats und queer-feministischem Spektakel
weltbekannt. Ihr Song "Bad Romance" ist ein Jahr später ein
Beispiel für den sog. 'Millennial Whoop', bei dem Silben ohne
Bedeutung aneinandergereiht werden und Ordnung in chaotisch
gewordene Zeichen bringen.
Diese Folge wurde in Ö1 am 4. 02. 2026 gesendet und ist Teil des
kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
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03.02.2026
19 Minuten
In "Susamam" - deutsch "Ich kann nicht schweigen" - nahmen 20
türkische Rapper die Zustände in ihrem Land ins Visier. Eine
verlorene Generation sprach über Umwelt, Dürre, Recht,
Gerechtigkeit, Bildung, Neugier, Frauenrechte, Gewalt an Frauen,
Tierrechte, Verkehr, Straßen, Suizid, Faschismus und natürlich
über die Türkei. Das Video des Songs "Susamam" wurde innerhalb
einer Woche 20 Millionen Mal angesehen.
Diese Folge wurde in Ö1 am 5. 02. 2026 gesendet und ist Teil des
kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
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03.02.2026
20 Minuten
Joni Mitchell hatte die Vorhänge ihres Hotelzimmers auf Hawaii
geöffnet, sie sah in der Ferne vulkanische Berge, während sich
unmittelbar vor dem Hotel ein riesiger Parkplatz auftat. "Wir
haben das Paradies betoniert", sang die kanadische Songwriterin
im Jahr 1970 relativ beschwingt. "Ist es nicht immer so, dass wir
erst wissen, was wir hatten, wenn es nicht mehr da ist?", meinte
sie weiter und schrieb mit "Big Yellow Taxi" eine der frühesten
ökologischen Hymnen der Popmusik.
Diese Folge wurde in Ö1 am 2. 02. 2026 gesendet und ist Teil des
kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
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05.01.2026
20 Minuten
Der Reggaetónero Bad Bunny zählt bereits seit einigen Jahren zu
den erfolgreichsten Musikern der Welt und stellte mehrfach
Streaming-Rekorde auf. Am Dreikönigstag 2025 veröffentlichte er
das Album "DtMF," kurz für "Debí tirar más fotos", auf Deutsch
"ich hätte mehr Fotos machen sollen". Dieser Satz wird zum
Bannerspruch einer Zeit auf der Karibikinsel Puerto Rico - ein
Außengebiet der USA in der Karibik - bevor amerikanische
Touristen und amerikanische Fastfood-Ketten die Insel schleichend
in Besitz nahmen.
Diese Folge wurde in Ö1 am 5. 01. 2026 gesendet und ist Teil des
kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
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Über diesen Podcast
Stefan Niederwieser und Co-Host Robert Stadlober beleuchten hundert
ikonische Songs und ihr Eigenleben: ein Abschiedslied aus Chile
wird zur Hymne von Protestbewegungen rund um den Globus; ein
Protestlied wird zur Hymne von Sportfans; oder ein Lied übers
Tanzen wird zu einer feministischen Hymne, selbst über den eigenen
Körper zu bestimmen. Expertinnen und Experten erzählen die
Geschichte von Revolutionen, Riots und Reformen, von Unruhen und
Umbrüchen, von Kämpfen, Krisen und Konflikten, vom Wandel, Wenden
und Zeitenwenden. Weitere Infos: https://oe1.orf.at/100songs
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