Denkfabrik Medizin
Krenz und Klinge räumen auf
Das erwartet euch bei Denkfabrik Medizin
12. April 2024
Podcaster
Episoden
01.04.2026
35 Minuten
Eine 67-jährige Patientin entwickelt innerhalb weniger Tage eine dramatische Luftnot – so ausgeprägt, dass sie schließlich nicht einmal mehr vom Stuhl zur Toilette gehen kann. Was steckt dahinter? Andreas und Ingo nehmen euch mit in einen diagnostischen Prozess, der exemplarisch zeigt, wie mächtig klinisches Denken sein kann – ganz ohne Technik. Ausgehend von einer strukturierten TANTE PIAV-Liste und ersten Hypothesen arbeiten sich die beiden Schritt für Schritt voran und diskutieren dabei konsequent Prätestwahrscheinlichkeiten. Dabei wird deutlich: Schon wenige gezielte Informationen können die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose massiv verändern. Im Zentrum der Folge steht die Frage: Wann wissen wir genug – und wann brauchen wir noch einen Test? Doch damit nicht genug: Im Rahmen der Diagnostik zeigt sich ein unerwarteter Zufallsbefund. Plötzlich steht eine ganz neue Frage im Raum: Zufall ohne Bedeutung oder Hinweis auf eine ernsthafte zweite Erkrankung? Die Folge wirft damit auch ein Schlaglicht auf ein häufiges Dilemma im klinischen Alltag: Wie gehen wir mit Incidental Findings um? Jetzt reinhören und mitdenken. Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de Links und Tipps: McGee's Evidence-Based Physical Diagnosis 6. Auflage 2025 – ISBN 978-0443250132 Likelihood Ratios – Die Grafik von McGee und mehr: https://clinicalproblemsolving.com/2020/02/09/clinical-reasoning-corner-likelihood-ratios/
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15.03.2026
49 Minuten
Eine 35-jährige Patientin kommt mit Husten, Fieber und Tachykardie in die Praxis. Hat sie eine Pneumonie? Vielleicht. Aber wie wahrscheinlich ist das eigentlich – bevor wir ein Röntgenbild machen? In dieser Folge der Denkfabrik Medizin sprechen Ingo und Andreas über ein Konzept, das für die Diagnostik zentral ist – im Medizinstudium aber kaum gelehrt wird: die Prätestwahrscheinlichkeit. Die beiden zeigen, warum kein Test eine Diagnose beweist oder ausschließt, sondern lediglich Wahrscheinlichkeiten verschiebt. Und warum diagnostische Tests ohne vorherige Einschätzung der Wahrscheinlichkeit oft mehr Schaden als Nutzen bringen. Außerdem stellen Ingo und Andreas eine praktische Merkhilfe vor: den „BETTKASDEN“ – zehn Tests, die man bei niedriger Prätestwahrscheinlichkeit besser gar nicht erst anfasst. Am Ende bleibt eine wichtige Erkenntnis: Gute Diagnostik beginnt nicht mit einem Test – sondern mit einer klugen Einschätzung der Wahrscheinlichkeit. Jetzt reinhören und mitdenken. Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de Links und Tipps: McGee's Evidence-Based Physical Diagnosis 6. Auflage 2025 – ISBN 978-0443250132 Accuracy of Practitioner Estimates of Probability of Diagnosis Before and After Testing, Daniel J. Morgan et al. JAMA Intern Med. 2021;181(6):747-755. doi:10.1001/jamainternmed.2021.0269 Likelihood Ratios – Die Grafik von McGee und mehr https://clinicalproblemsolving.com/2020/02/09/clinical-reasoning-corner-likelihood-ratios/
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01.03.2026
44 Minuten
Ein 24-jähriger Medizinstudent stellt sich mit arterieller Hypertonie vor. Vier Antihypertensiva sind notwendig, um Werte um 130/80 mmHg zu erreichen. Die Vordiagnostik an einer universitären Hochdruckambulanz ist beeindruckend umfangreich: Endokrinologie, Autoimmunserologie, Duplexsonographie, Speziallabor. Ergebnis: kein Hinweis auf sekundäre Ursachen – außer einer leichten Proteinurie, die als Hochdruckfolge aufgefasst wird. Und gerade deswegen: Irgendetwas an diesem Fall „stinkt zum Himmel“. Ingo und Andreas arbeiten sich durch den Fall – mit Heuristiken, mit der TANTE-PIAV-Liste und mit einem Blick auf Prätestwahrscheinlichkeiten. Sie diskutieren, warum „viel Diagnostik“ nicht automatisch „viel Erkenntnis“ bedeutet und wie man durch strukturiertes Denken Ungewissheit reduziert. Die entscheidende Wendung bringt am Ende kein High-End-Test! Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de Link zum Amboss-Podcast mit Philip Winhart Folge mit Ingo zum Urinstix: https://amboss.podigee.io/133-nierenerkrankungen
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15.02.2026
60 Minuten
Eine Katze verliert Gewicht, frisst wie verrückt und trinkt ungewöhnlich viel. Für Ingo klingt das nach Diabetes – doch der Urinstix bleibt negativ. Die Lösung bringt erst der Besuch bei der Tierärztin. Dieser Fall ist der Einstieg in eine Folge, die den Blick weitet: weg von der Humanmedizin, hin zur Tiermedizin. Ingo und Andreas sprechen mit der Tierärztin Christiane Reichel-Saar, die über viele Jahre eine große tierärztliche Praxis in Hamburg geführt hat. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie Diagnostik funktioniert, wenn der Patient nichts erzählen kann. Taucht mit ein in die Welt der Tiermedizin und die Frage, wo es denn Ähnlichkeiten und wo Unterschiede zur Humanmedizin gibt. Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de
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01.02.2026
35 Minuten
Ein Blick ins Labor am Morgen – und ein einzelner Wert fällt auf: Ein Kalzium von 2,7 mmol/l bei einem 81-jährigen Patienten. Nicht dramatisch. Aber erklärungsbedürftig. Andreas stellt Ingo den Patienten vor: ein älterer Mann mit Typ-2-Diabetes, kardiovaskulären Vorerkrankungen und eingeschränkter Nierenfunktion. Gemeinsam mit Ingo beginnt eine strukturierte Differenzialdiagnose mit Hilfe von TANTE PIAV. Doch im Verlauf zeigt sich: Nicht fehlendes Wissen ist das Problem, sondern ein klassischer Denkfehler. Oder anders gesagt: Manchmal liegt die Lösung nicht im nächsten Speziallabor – sondern im genauen Hinschauen. Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de Link zum Amboss-Podcast mit Philipp Winghart: - Folge mit Ingo zu Hyperkalzämie: https://amboss.podigee.io/154-hyperkalzaemie - Folge mit Andreas zu oralen Antidiabetika: https://amboss.podigee.io/177-antidiabetika
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Über diesen Podcast
In diesem Podcast geht es um das ärztliche Denken. Insbesondere um
Aspekte, wie Ärzte eine Diagnose stellen und was auf dem Weg der
Diagnosestellung für Fallstricke und häufige Denkfehler auftreten
können. Dazu gehören so spannende Fragen wie: - wie werden
Diagnosen gestellt oder gar gemacht? - was sind die Unterschiede
zwischen Mustererkennung und analytischem Denken? - welche Tests
setzen wir zur Diagnosefindung ein und wie bewerten wir die
Ergebnisse? - und nicht zuletzt: wie gehen wir mit der Neigung
unseres Gehirns um, Denkfehlern aufzusitzen? Mit all diesen Fragen
beschäftigen wir uns im Podcast. Dabei stellen wir immer ein
Fallbeispiel aus unserer eigenen Praxis vor. Wir beide, Ingo Krenz
und Andreas Klinge sind Internisten aus Hamburg. Nachdem wir unsere
Weiterbildung in Hamburger Krankenhäusern absolviert haben, sind
wir beide seit mehr als 20 Jahren in der Praxis tätig. Ingo mit
einem Schwerpunkt in der Nephrologie und Andreas mit einem
Schwerpunkt in der Diabetologie. Der Podcast erscheint alle 4
Wochen und richtet sich an Medizinerinnen und Mediziner. Wir denken
dabei an ärztliche Kolleginnen und Kollegen, die am Denken und den
Fehlermöglichkeiten, die dabei auftreten können, interessiert sind.
Wir denken aber auch an Studierende in den klinischen Semestern,
die gerade dabei sind, das Diagnosestellen zu erlernen. Unsern
Podcast kann auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es
Podcasts gibt abonniert werden.
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