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Hannah Arendt – endlich verstehen

Hannah Arendt – endlich verstehen

Rundfunk Berlin-Brandenburg 8 Episoden Neueste vor 6 Jahren

"Ich will verstehen". So einfach beschreibt Hannah Arendt ihr Schaffen. Aber ihr eigenes "Denken ohne Geländer" nachzuvollziehen, ist nicht so leicht – aphoristisch, widersprüchlich, streitlustig, wie sie nun mal war. Tina Heidborn und...

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Episoden

17 Minuten
"Und? Was haste jetzt gelernt?" Neun Monate der Annäherung an Hannah Arendt - unter Pandemiebedingungen. Das war manchmal zum Aufgeben anstrengend - aber auch die Chance, viel tiefer einzusteigen in die Welt der Hannah A., als wir es je vor hatten. Im Nachgespräch fragten wir, Tina Heidborn und Heide Oestreich, uns, was nun wohl hängebleibt, in unseren Hirnen. Da kam eine Menge zusammen. Denn ein Gefühl hat uns nicht verlassen in dieser ganzen Zeit: Arendts offenes Denken, das ist nicht zu Ende. Mit der kommen wir noch ein ganzes Stück weiter.
2 Minuten
"Ich will verstehen". So einfach beschreibt Hannah Arendt ihr Schaffen. Aber ihr eigenes "Denken ohne Geländer" nachzuvollziehen, ist nicht so leicht - aphoristisch, widersprüchlich, streitlustig, wie sie nun mal war. Tina Heidborn und Heide Oestreich machen in diesem Podcast sechs Tiefenbohrungen - mit Menschen, die Arendt bis heute nicht losgelassen hat.
38 Minuten
Hannah Arendt sei ihre "Hausphilosophin", sagt die feministische Soziologie-Professorin Sabine Hark, Leiterin des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Berlin. Aber warum? Klar, Hannah Arendt pflegte hingebungsvoll ihre Freundschaften mit Frauen. Aber mit Feminismus hatte sie nichts am Hut. Aber ihre politiktheoretischen Schriften sind eine fundamentale Kritik der Männlichkeit, sagt Sabine Hark. Wie passt das zusammen? will Heide Oestreich wissen. Literatur Hannah Arendt: Vita Activa || Sabine Hark/Paula Irene Villa: Unterscheiden und Herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart (2017) || Sabine Hark: Dissidente Partizipation. Eine Diskursgeschichte des Feminismus (2005) || Sabine Hark: Deviante Subjekte. Die paradoxe Politik der Identität (1999)
35 Minuten
Die NS-Zeit war auch ein gigantischer Raubzug: Die Nazis rafften alles zusammen, was jüdische Bürger nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, darunter zahllose Kunstwerke und Kulturgüter. Hannah Arendt kam vier Jahre nach Kriegsende zum ersten Mal wieder nach Deutschland, und zwar als Geschäftsführerin der "Jewish Cultural Reconstruction" - und wäre man ihren Plänen zur Restitution gefolgt, dann wären die deutschen Museen heute nicht mehr voll mit Raubkunst, meint Chana Schütz im Gespräch mit Tina Heidborn. Die Kunsthistorikerin ist stellvertretende Leiterin der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum. Literatur Der Briefwechsel Hannah Arendt - Gershom Scholem. Herausgegeben von Marie Luise Knott. 2010. || Chana Schütz und Hermann Simon (Hrsg.): Auf der Suche nach einer verlorenen Sammlung. Das Berliner Jüdische Museum 1933-1938. 2011. || Chana Schütz: Max Liebermann. Impressionistischer Maler, Gründer der Berliner Secession. 2004.
37 Minuten
Je abstrakter das Recht, desto weniger kümmert uns die Einhaltung. Hannah Arendts Polemiken gegen die Menschenrechte wirken vor dem Hintergrund der NS-Zeit verständlich – aber auch extrem. Doch sie hat auch präzise die "Lebenslüge" der "Declaration of human rights" benannt, sagt der Philosoph Heiner Bielefeldt, langjähriger Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte, im Gespräch mit Heide Oestreich. Und diese Lüge beschäftigt die Asylpolitik bis heute. Aber Arendt hat auch ein Menschenrecht neu erfunden, das heute – in einer Zeit der "fake news" und "alternative facts" - von immenser Bedeutung ist: Das Recht auf Wahrheit. Literatur Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft || Hannah Arendt: Wahrheit und Lüge in der Politik || Heiner Bielefeldt: Wiedergewinnung des Politischen. Eine Einführung in Hannah Arendts politisches Denken (1993) || Heiner Bielefeldt: Philosophie der Menschenrechte. Grundlage eines weltweiten Freiheitsethos (1998)
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Über diesen Podcast

"Ich will verstehen". So einfach beschreibt Hannah Arendt ihr Schaffen. Aber ihr eigenes "Denken ohne Geländer" nachzuvollziehen, ist nicht so leicht – aphoristisch, widersprüchlich, streitlustig, wie sie nun mal war. Tina Heidborn und Heide Oestreich machen in diesem Podcast sechs Tiefenbohrungen – mit Menschen, die Arendt bis heute nicht losgelassen hat. Wie banal ist das Böse heute? Wie hat Hannah Arendt den Feminismus beeinflusst? Wie die Debatte um Asyl und Menschenrechte? Und was kann die Demokratie der Zukunft von Hannah Arendt lernen? Sechs Folgen: mit der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, der Philosophin Monika Boll, dem Historiker Werner Renz, der Soziologin Sabine Hark, dem Philosophen Heiner Bielefeldt, der Kunsthistorikerin Chana Schütz. "Hannah Arendt – endlich verstehen."
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