Podcaster
Episoden
23.01.2026
1 Minute
Wie geht’s euch? Jetzt könnt ihr nicht antworten. Ich will’s aber
trotzdem fragen: Wie geht’s euch? Und wie geht’s eigentlich mir?
Diese Folge ist die PERSÖNLICHE Folge, die aber NICHT PRIVAT ist.
Es geht um den Unterschied zwischen privat und persönlich im
Leben und in der Literatur und den Unterschied zwischen Literatur
und Leben
Es gibt A, und es gibt B, und es gibt C
A ist die Person die B besser kennt, und B ist traurig gerade,
und ich bin C und kenne B, die traurige Person, auch, bin mit B
aber weniger eng verbunden als A
A oder B oder C ist nicht da, und vielleicht bin ich das
Die beiden anderen reden über den Unterschied zwischen Stream of
Consciousness und Innerem Monolog, Erzählzeit und erzählter Zeit
Dann erzählt Marlene von zwei Momenten aus ihrem Leben, einem
Moment zwischen Traurigkeit und Trost und einem Moment zwischen
Stress im Nacken und glücklichem Heraussingen von Druck
Hannes dagegen erzählt nur, dass er bei einer Lesung mitmacht,
deren Thema „Wann wird Literatur persönlich?“ ist (siehe unten)
Was macht Literatur – das Schreiben von Literatur, das Lesen von
Literatur – persönlich? Geht es darum, durch das Schreiben etwas
sehr Privates zu offenbaren, oder eine bestimmte Lebenserfahrung
in Literatur zu verwandeln? Oder geht es darum, sich als Leser*in
in einem Text wiederzuerkennen?
Und wie geht’s eigentlich dir, Hannes – oder nein: Sind unsere
Fragen hier, wie es uns geht und so, eigentlich Quatsch, weil sie
eine Authentizität vorgaukeln, die es eigentlich nicht
gibt?
„I suppose the danger is the damn egotistical self“, schreibt
Virginia Woolf in ihr Tagebuch
„Wenn mich jemand nach meinem Beruf fragt, sage ich ‚privat’“,
sagt Ilse Aichinger in einem Interview
- Wir sind nicht in Gefahr
- Wobei
- Wir sind nicht in Gefahr
- Wobei
#privat #persönlich #authentisch #literatur #ich #feminismus
Schreibt uns
Wir sprechen eine Sprache der Lust und der Zerrissenheit
Der Podcast ist zutiefst persönlich, weil wir selber in jedem
Moment entscheiden, wie wir was machen
Persönlich, aber nicht privat
Weil wir gewisse Namen nicht nennen, weil wir gewisse Geräusche
nicht machen
die Privatsphäre wahren, unsere und die der Hörenden
Namen nicht nennen und Schimpfwörter nicht sagen
Das Tier in dieser Folge ist der Frosch im Hals
Es ist engstirnig, deinen Mitmenschen zu sagen, sie sollten sich
darauf zu beschränken, Pudding zu kochen und Strümpfe zu
stricken, Klavier zu spielen und Beutel zu besticken
sie werden töricht schreiben, wo sie klug schreiben sollten
sie werden von sich selbst schreiben, wo sie von ihren
Romanfiguren schreiben sollten
sie werden im Zorn schreiben, wo sie gelassen schreiben sollten
Wir haben Grund unfassbar wütend zu sein
Und was persönlich ist, ändert sich mit der Zeit
Doch wir haben keine Zeit
Wir machen weiter
--
Lesung & Gespräch:
Sonntag, 25. Januar 2026, 18 Uhr
Grüner Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
„Komm ich da drin vor“ – Wenn Literatur persönlich wird
Hannes Becker und Henning Bochert
Lesung & Talk
--
Literatur:
Virginia Woolf: A Room of one’s own / Ein eigenes Zimmer
Charlotte Brontë: Jane Eyre
--
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02.11.2025
1 Stunde 1 Minute
Jetzt ist ja Herbst, und während du dir langsam eine Decke
zurechtruckelst, und dir von Marlene ein Liebesgedicht von Joe
Ringelnatz vorlesen lässt, wird dir auf einmal ganz leicht
zumute.
Alles wird vorstellbar: Eben noch ein paar Drohbriefe schreiben
und eine Wiederaufnahme erzwingen, oder mal entschlossen die
Voraussetzungen benennen, die es braucht, um Genuss zu empfinden.
Etwas nachwirken lassen, ohne dass es eine*n gleich wieder in
eine Orga versinken lässt, beginnen, auf das Kommende sich zu
freuen, und sich zu sagen: Ich bin mit Zuversicht erfüllt.
Marlene und Hannes führen ein ruhiges Gespräch und gehen langsam
an einigen Fragen entlang, jetzt nicht direkt auf der Suche nach
Antworten, die sich dann aber doch dort irgendwo herumtreiben,
auf der Probebühne, auf der Stage am Abend, am Staubsauger in der
Nacht.
Ist es jetzt etwa schon Genuss, wenn man in Ruhe isst?
Wie bitte?
Ja, doch, auch die Pause, die Mahlzeit, die nötigen, sind Genuss.
Spazieren einfach so, nicht, weil es dem Muskelaufbau dient, für
den Boxfilm, den man dreht.
Was passiert, wenn wer (im Arbeitskontext) etwas will, aber nicht
kann, aus Mangel und Not, und es trotzdem tut, aus Not und
Mangel? Wie oft kann ich meine Möglichkeiten ignorieren und vor
lauter Plänen ohne ordentliche Mittagspause mit Ratatouille und
Nudeln im Bauch verklebt losrennen?
Man gönnt sich selbst nicht, nicht im Stress zu sein, gesteht es
sich nicht zu. Gleichzeitig kann hat man Lust auf vieles.
Man steht im Leben unter der Herrschaft der heiligen Trinität von
MÖGEN, WOLLEN, KÖNNEN.
Wollen kann Können sein, wenn die Zukunft in Gegenwart verwandelt
wird durch Begeisterung.
Oder Können und Wollen werden eins im Nicht von Nicht-mehr-Können
und Nichts-mehr-Wollen.
Will ich jetzt hier sitzen hmmm
Nein
Will ich nach Hause gehen hmmm
Nein
Und dann?
Wie machen es denn jetzt die anderen Leute?
Ah, ok, dann geht der jetzt spazieren, aha, da geht der spazieren
Wäre das was für mich?
Nach der Show, um runterzukommen, eskalieren (H. P. Baxxter)
Ich aber komme nicht in die Ruhe
Erstmal für sich abchecken
Was hat heute gut getan, vielleicht mache ich das mal morgen
wieder so
ENTLASTUNG UND BELASTUNG
Marlene probt mit dem Ensemble Moderne
Was passiert, wenn ich mit dem spiele, was da ist?
Was, wenn eine Person aus dem Publikum während der Vorstellung
geht, gerade wenn ich im Begriff bin zu meinem Solo zu schreiten?
Anpampen und bloßstellen, entehren und enterben und entlassen?
Oder doch eher eine musikalische Pause setzen?
Es ist gut, wenn man jeden Tag verschiedene Genüsse hat
Wir reden über Nacktheit auf der Bühne (die eigene und die der
anderen)
Wir suchen einen Umgang mit der Macht der Blicke
Theater: Es kommt darauf an, wie wir uns im Publikum verhalten,
selbst wenn wir im Dunkeln sitzen, und vielleicht gar nichts
gesagt haben
Und dann?
Dann gehe ich mit den Kolleg*innen eine Runde, lege einen
Ortswechsel hin und gehe ins Kino, zusammen oder allein
Und dann?
„Dann hatte ich eine Idee, und die hat nicht gestimmt, aber jetzt
habe ich etwas anderes erfahren“ (MSH)
Und da
Da wär’s gewesen
Genuss on a daily Basis
Genuss normalisiert
„Ich habe dich so lieb“ (Joachim Ringelnatz)
--
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18.09.2025
1 Stunde 8 Minuten
Es gibt auch Emotionen, die man nicht mit einem tö
öh
tötitör
tö
Es gibt auch Emotionen, die man nicht
törö
mit einem Tötchen
Es gibt auch Emotionen, die man nicht mit einem
TÖRTCHEN
weg
vergenusszwergeln kann
Und über diese Emotionen sprechen wir, obwohl es nicht leicht
ist.
Was folgt
ist Trost
und ABLENKUNG
Für alle
Und?
Lena Hilsdorf widerlegt die Spontanerzeugung und beantwortet die
Frage: Wie wird Milch haltbar gemacht? (ab 42:24)
Und!
Danke an den phänomenalen Andi für das leckere Jingle für Lena
& The Phenomenons!
Und Dank, Dank, Dank an Louisa Beck seit 30 Folgen für Sound,
Musik, Intro, Outro, Geduld und genaue Ohren!
--
Alice Schwarzer bei Alfredissimo (1995)
https://youtu.be/N06ZLdjVddw?feature=shared
--
ZEMENT GIESSEN – „das schmeckt uns“
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07.08.2025
51 Minuten
Endlich reden wir über ELFRIEDE JELINEK. Dafür ist diese Folge
da. Und was folgt daraus? Wo kommen wir denn da hin? Und wie
kommen wir da wieder raus?
Wir fahren sofort los mit dem Deutschlandticket. Das dauert
tagelang. Wir warten schon so lange. Ich war vor dieser Dame da
„Ich schüchtern Reh, das jahrelang die Kugel sucht, und dann bloß
an jemand andern weiterschickt“
Assoziationen, Wortspiele, Querbezüge bestimmen die Form der
Texte von Elfriede Jelinek
Brüche werden bewirkt, Richtungswechsel erfolgen, und eine große
Sensibilität erfüllt die Texte Elfriede Jelineks, dass sie
erfüllen und trösten unser Herz
Es wird total toll und lecker und süß und witzig. Dann folgt ein
Bruch. Veuve Clicquot fliegt in den Grill, oder auch in den Grill
von jemanden. Dann folgt ein Bruch. Gebackene Emotionanen mit
Patille-Eis werden gereicht.
Reicht uns das?
Nein!
Wir sind nicht reich. Uns reichts!
„Ich bin keine SAU, sondern sauer“
sagt die Sau
„Ich bin kein SCHWEIN, ich wein“
sagt das Schwein
„Aber auch das REH fand ich jetzt für unsere Zeit passend“
Heftige Themen und gewaltvolle Sprache werden in den Texten
Elfriede Jelineks
zu Befreiung und Veränderung genutzt
Es gibt keine FIGUREN, darum kommt es auf die Schauspielerin
selber an
Was sollen wir machen? Wir stehen weinend vor dem Kreis der
Lebenden. Oder wir drängen uns frech in ihn ein
Die Toten kehren zurück
Wir hassen die Stadt
Finde ich das auch? Vielleicht, ja, nein, mal sehen, muss ich
erstmal noch mit wem anderes drüber reden, und was findest du?
„Ich gehör nur mir selbst allein“
sagt der kleine Rudolf
„Ich bin so allein“
sagen Terry Better, Robert und Julien
In Stücken, in denen es Figuren gibt
sagt die Figur
sie ist allein
dabei
sind wir zusammen da
Wir fahren los und schauen nach
Danke Melina, Andi, Linda, Lara, Rahel für Stimmen und Gedanken
und Herzen und Gehirn!
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27.06.2025
55 Minuten
Mina Hagen und Henrik Boll vertreten uns in dieser sommerlichen
Themenfolge und diskutieren über die Schönheit von Gerechtigkeit
und Recht.
Allerdings können sie der Versuchung nicht widerstehen, zuerst
über ihre Weltkarrieren zu reden. Die beiden Stars sprechen über
die deutschsprachigen Hits, mit denen sie bis heute assoziiert
werden, ihre zahlreichen Versuche, sich neu zu erfinden
(erfolgreiche, aber auch erfolglose), und tun dann das, was
Marlene und Hannes immer versuchen zu vermeiden: Namedropping und
Zitate bringen, ohne zu sagen, woher sie kommen.
Auf dem Weg ins Prinzenbad kommt ihnen MSH entgegen, die soeben
von der Veranstaltung „Streitraum“ mit Carolin Emcke unter dem
Titel Quo vadis, Amerika? zurückkommt. Beflügelt von der klugen
und beeindruckenden Gesprächsführung Emckes, bringt MSH Klarheit
und Perspektive in das Gespräch von Mina und Henrik. Während die
beiden an der Pommesbude vor dem Schwimmbad zwei Green Matcha
Latte bestellen, diskutieren sie nun auf Anregung von MSH über
dieses Zitat von Heinrich Böll:
„Ein Bereich der Ästhetik, den wir noch nicht entdeckt haben, ist
die Schönheit des Rechts; über die Schönheit der Künste, eines
Menschen, der Natur können wir uns halbwegs einigen. Aber – Recht
und Gerechtigkeit sind auch schön, und sie haben ihre Poesie,
wenn sie vollzogen werden.“
Die Menge der Wartenden teilt sich. Die Autorin, Publizistin,
Moderatorin und Trägerin des Friedenspreises des deutschen
Buchhandels Carolin Emcke überwindet das Drehkreuz des
Schwimmbads, indem sie auf einem Skateboard einen zwei Meter
hohen Ollie ausführt. Hier wird erklärt wie.
Am Ende gibt es noch eine neue Folge von „Lena and the
Phenomenons“. Lena Hilsdorf beantwortet diesmal die Frage: WARUM
GÄHNEN WIR?
Während Mina Hagen und Henrik Boll Lena zuhören, trinken die
beiden Weltstars ihr leckeres Getränk, die Sonne durchbricht die
Wolken, ein einzelner Socken treibt im glitzernden Wasser des
Beckens, Becker und Haagen sind zurück, völlig von der Rolle, und
merken: Sie haben den Sunscreen gegessen.
Wir fordern eine Rücknahme der Kürzungen im Kulturbereich.
--
Wir brauchen mehr Geld.
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Über diesen Podcast
Marlene Haagen und Hannes Becker hören einander zu, während sie
selber reden. Im ZEMENT GIESSEN PODCAST sprechen die beiden
Freundis über die Arbeit am Theater, das Schreiben von Texten, und
das Leben in der Gegenwart. Und dabei – typisch gegenwärtiges Leben
- platzt immer wieder die Frage „Und was macht man dann?“ in die
schönste plüschige Unterhaltung hinein. Ja, was macht man dann? -
Wenn aus Versehen Kaffeebohnen statt Kaffeepulver gekauft wurden,
man das Theaterstück nicht verstanden hat und/oder das
ok-cupid-Date nicht gehen will? Aber nur keine Sorge! Sie haben
nützliche Tipps mitgebracht, und immer wenn eine*r nicht mehr
weiter weiß, weist die andere den Weg. Niemand im Theater ist faul.
Wie kommt das Tier in den Text? Im Alltag gibt es kein Zurück.
Jeden Monat schöner Ohrentalk und befreundetes Gespräch! #Faultier
#Zement Sound und Musik: Louisa Beck
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