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Auto Hell Dunkel
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Episoden

36 Minuten
“die automobilindustrie jedenfalls denkt kaum über das auto hinaus.“

Otl Aichers „kritik am auto“, publiziert im Jahr 1984, erscheint in Anbetracht globaler Erwärmung, der Zunahme von Extremwetterereignissen und bei über 60 Millionen zugelassenen PKW in der BRD aktueller denn je.

Im Interview mit Stefan Seiffert, Ex-Autodesigner, möchte ich etwas an Aichers „schwierige verteidigung des autos gegen seine anbeter“ anknüpfen und etwas mehr zur Gestaltung der Vehikel erfahren, die seit Jahrzehnten mehr und mehr den öffentlichen Raum und die Politik prägen.

Wir sprechen über verhinderte Solarmobile, irrationale Konzernentscheidungen, Männer und ihre Liebe zu Rennautos, SUVs und Schrotflinten-Romantik, Patriotismus und Bauhaus und warum nicht nur Keramik-Designer*innen über den Tellerrand schauen sollten.

Stefan Seiffert war bei VW in den Neunzigern als Projektleiter im Concept Design maßgeblich an der Entwicklung des ersten Hybridautos hierzulande beteiligt und legte mit seinen Designstudien die Grundlagen für den smart-PKW. Er unterrichtete an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, der Universität Hannover sowie am Royal College of Art in London und ist seit 1995 freiberuflich als Designer und Künstler tätig. Neben dem Bau von Highspeed-Seifenkisten aus Holz und Carbon gestaltet er auch skulpturale Möbelstücke und Kunstobjekte.
37 Minuten
Karten begegnen uns ständig und in unterschiedlichsten Kontexten. Dabei sind sie keineswegs bloß neutrale Werkzeuge zur Darstellung räumlicher Informationen. Sie festigen soziale Ordnungen, Vorstellungen und Machtverhältnisse und prägen sowohl unser Bild von Räumen als auch unser Verhalten im Raum. Die kritische Auseinandersetzung mit Karten und ihrer Gestaltung beschäftigt sich daher mit der Dekonstruktion von traditionellen Karten und mit der Gestaltung von kartographischen Gegendarstellungen.

Paul Schweizer vom kollektiv orangotango gibt im Gespräch mit den Designer:innen Lara Molenda und David Sonnenschein einen Einblick in die Praxis widerständiger Kartierungen. 

Seit den 2000er Jahren entsteht kollektiv orangotango am Schnittpunkt aktivistischer Forschung, kollektiver Kunst und kritischer Kartographie. In dem 2018 veröffentlichten Buch „This Is Not An Atlas" dokumentiert das Kollektiv Karten aus unterschiedlichsten Kontexten. Die Sammlung zeigt, wie Karten als Bestandteil von politischen Kämpfen, der kritischen Forschung, in der Bildungsarbeit oder in der Kunst  erstellt und verändert werden: von indigenen Territorien im Amazonas bis hin zu den Protesten gegen Zwangsräumungen in San Francisco; von der Verteidigung der Commons in Mexiko zur Kartierung von Flüchtlingslagern mit Hilfe eines Heißluftballons im Libanon; von den Slums von Nairobi zu den besetzten Häusern in Berlin; von der Unterstützung von Gemeinschaften auf den Philippinen zur Berichterstattung über sexuelle Belästigung in Kairo.

https://orangotango.info - https://notanatlas.org - http://design.hfbk-hamburg.de

Die Aufnahme entstand im Rahmen der Veranstaltung "What if all our maps are wrong?" und einem Workshop mit dem kollektiv orangotango an der Hochschule für bildende Künste Hamburg 2019.

Grafik: Lisa-Marie Fechteler - https://www.lisamariefechteler.com
60 Minuten
Es gibt kein neutrales, objektives oder universell funktionales Design. Unser Denken und Handeln – und damit auch unsere Gestaltung – sind geprägt von den soziokulturellen, wirtschaftlichen oder politischen Kontexten, in denen sie entstehen. Auch in die Designdisziplin sind die Strukturen eingeschrieben, die Menschen aufgrund von Merkmalen (wie Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Hautfarbe etc.)  diskriminieren oder privilegieren, somit auch im Design von Produkten und Systemen, ihrer Vermarktung oder ihrer Nutzung. Wie können Gestalter:innen diese Erkenntnis in ihrer Praxis anwenden? Wie viel Einfluss haben sie? Und kann man überhaupt vermeiden, mit der eigenen Arbeit unterdrückende Systeme zu reproduzieren? 

Diesen und weiteren Fragen gehen die Designer:innen Lara Molenda und David Sonnenschein im Gespräch mit Mara Recklies und Henk Müller nach.

Mara Recklies ist Philosophin und Autorin und arbeitet zur Zeit an ihrer Dissertation zur Designkritik im 20. Jahrhundert, Henk Müller hat Anfang 2019 seinen Master mit einer Arbeit zu queerem Design und Dekonstruktion der Zweigeschlechtlichkeit abgeschlossen und arbeitet im Kollektiv für räumliche Gestaltung "Gruppe Praxis".  Musikalisch untermalt ist der Podcast mit Songs vom 2020 erschienenen Album "A Monster A Day" der Kölner Band Mollypunch.

https://www.mararecklies.de - https://www.gruppepraxis.de - http://design.hfbk-hamburg.de/theorie/queer-design - https://mollypunch.bandcamp.com 

Die Aufnahme entstand im Rahmen der Veranstaltung "What if we queer up Design?" an der Hochschule für bildende Künste Hamburg 2019.

Grafik: Lisa-Marie Fechteler - https://www.lisamariefechteler.com
21 Minuten
Adolf Behne (1885-1948) war Architekt und Kunstkritiker. Mit scharfer Zunge dokumentierte und kommentierte er Kunst, Theater, Architektur und Innenraumgestaltung. Leidenschaftlich verteidigte er die Utopien des neuen Wohnens: klare Formen und praktische Möbel, ausgerichtet auf den Gebrauch und nicht auf Repräsentation. 

Zum Anlass der Konferenz "Die Zukunft der Kritik" an der Akademie der Künste unterhalten sich Amelie, Anne und David Sonnenschein über Behnes Kritiken zum Thema Wohnraum. Im interdisziplinären Gespräch wird untersucht, inwiefern seine Schriften heute noch relevant sind: Wie würde Behne auf IKEA-Mobiliar oder D.I.Y.-Möbel schauen? Erfüllen sie Behnes Forderung nach Reduktion und Funktionalität? Ist funktionaler Minimalismus das, was wir uns als das gute Leben für alle vorstellen? Und wie steht es eigentlich heute um Kritiken im Bereich des Interior Design?

Zur Konferenz am 24.-26.11.2022: https://www.adk.de/de/programm/?we_objectID=64594
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Über diesen Podcast

Gespräche, Diskussionen und Austausch rund um die Macht der Gestaltung und damit zusammenhängende gesellschaftliche Diskurse.
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„Sunshine Talks - Design und Gesellschaft“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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