Was haben die Marine, eine Studentenverbindung und die Kommunalpolitik gemeinsam? Für Michael Weickert vor allem eines: Man lernt ziemlich schnell, was Verantwortung bedeutet, wenn Entscheidungen plötzlich nicht mehr nur einen selbst betreffen. Michael Weickert wurde 1989 in Borna geboren, wuchs in Nienburg auf und kam später zum Studium nach Leipzig. Zuvor diente er bei der Marine. In Leipzig trat er der KDStV Germania Leipzig bei und übernahm dort eine außergewöhnlich lange Zeit Verantwortung: Ganze sechs Semester stand er seiner Verbindung als Senior vor. Im Gespräch mit Jan geht es darum, was ein solches Amt mit einem jungen Studenten macht, wie man Menschen führt, die einem formal gleichgestellt sind, und warum Konflikte, Wegducken und das berühmte „Das haben wir immer so gemacht“ für eine Verbindung gefährlicher sein können als offener Streit. Doch Michaels Weg führte weiter: Seit 2014 sitzt er im Leipziger Stadtrat, seit 2023 ist er Vorsitzender der CDU-Fraktion. Inzwischen wurde er vom CDU-Kreisvorstand als Kandidat für die Leipziger Oberbürgermeisterwahl 2027 befürwortet. Wie viel von dem, was man in einer Verbindung über Führung, Psychologie und Verantwortung lernt, lässt sich auf Politik übertragen? Was musste Michael in der Politik vielleicht sogar wieder verlernen? Und sind Studentenverbindungen tatsächlich „Schulen der Verantwortung“, oder werden sie das erst durch die Menschen, die bereit sind, Verantwortung wirklich zu übernehmen? Eine Folge über Führung ohne Befehlsgewalt, Persönlichkeitsbildung, Konflikte, Tradition, Politik und die Frage, was Verantwortung mit einem Menschen macht.
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