Jetzt mal ehrlich - Der Realtalk-Podcast der Pronova BKK Archiv
35 Episoden
43 Minuten
Johanna Ulbrich ist ständig am Handy. Bis zu 8 Stunden täglich. Der Griff zum Smartphone passiert fast automatisch, in jeder freien Sekunde. Doch die dauerhafte Nutzung hat Folgen: Johanna schläft zu wenig, hat oft Nackenschmerzen und Probleme, sich zu konzentrieren. Erst als ihr Handy plötzlich kaputtgeht, merkt sie, wie viel Raum ihr Medienkonsum tatsächlich eingenommen hat. Für sie wird das zum Wendepunkt. Johanna beschließt, ab sofort jeden Sonntag offline zu sein – kein Social Media, keine Messenger, kein Streaming. Dafür mehr echte Begegnungen, Kreativität, Ruhe und endlich wieder Zeit für die eigenen Gedanken. Jetzt mal ehrlich: Haben wir unser Smartphone noch im Griff, oder ist es längst umgekehrt? In dieser Folge erzählt Johanna, mit welchen Strategien sie ihre Bildschirmzeit reduziert und welche positiven Veränderungen sie durch ihre Offline-Sonntage erlebt. Gemeinsam mit dem Sozialpädagogen und Medienexperten Clemens Beisel sprechen wir außerdem darüber: • warum Smartphones und soziale Netzwerke so schwer loszulassen sind, • welche Auswirkungen hohe Bildschirmzeiten auf mentale Gesundheit und Konzentration haben können, • welche Rolle Social Media im Alltag von Jugendlichen spielt, • und wie sinnvoll Handyverbote an Schulen oder strengere Regeln für die Nutzung digitaler Medien sein können.
41 Minuten
Veronique Kouchev merkt schon als Kind, dass sie die Welt anders wahrnimmt als viele Menschen um sie herum. Sie versteht unausgesprochene soziale Regeln nicht und kann die Reaktionen anderer oft nicht richtig deuten. Die Folgen: Schon im Kindergarten und in der Schule wird sie ausgegrenzt, missverstanden und gemobbt. Obwohl sie früh Kontakt zu Psycholog hat, dauert es bis zu ihrem 17. Lebensjahr, bis sie endlich die Diagnose erhält: Autismus. Für Veronique ist diese Diagnose kein Schock, sondern eine lang ersehnte Erklärung. Plötzlich ergibt vieles Sinn. Jetzt mal ehrlich: Wie schwierig ist es, sich jeden Tag an eine Welt anzupassen, die einen nicht versteht? In dieser Folge erzählt Veronique, welche Strategien ihr bei Reizüberflutung, Stress und Konflikten helfen und warum sie ihr „Anderssein“ heute auch als Stärke begreift. Gemeinsam mit PD Dr. Mandy Roy, Psychiaterin und Leiterin der Autismus-Ambulanz an der Asklepios Klinik Nord, sprechen wir außerdem darüber: • was eine Autismus-Spektrum-Störung eigentlich ist, • warum viele Betroffene erst spät diagnostiziert werden, • welche Herausforderungen Reizüberflutung und soziale Erwartungen mit sich bringen, • warum insbesondere autistische Frauen häufig lange übersehen werden, • und weshalb eine Diagnose für viele Betroffene eine wichtige Erklärung und Entlastung sein kann.
44 Minuten
Katja Sperling und ihr Mann starten als Patchworkpaar in ihr gemeinsames Leben, denn Katja bringt 2 Kinder mit in die Beziehung. Die beiden sind bereits ein eingespieltes Elternteam, als ihr gemeinsames Wunschkind geboren wird. Doch mit dem neuen Familienmitglied kommen auch neue Herausforderungen für ihre Beziehung: Schlafmangel, Carearbeit, Mental Load und fehlende Intimität bringen die beiden an einen Punkt, an dem sie sich fragen: Funktionieren wir nur noch als Eltern? Wo bleiben wir als Paar? Jetzt mal ehrlich: Wie bleibt man als Paar verbunden, wenn der Elternalltag scheinbar alles bestimmt? In dieser Folge erzählt Katja, wie sie und ihr Mann gelernt haben, Familienorganisation und Paarzeit voneinander zu trennen, warum Frühstücksdates für sie besser funktionieren als klassische Date Nights und weshalb externe Unterstützung kein Zeichen von Scheitern ist. Gemeinsam mit der systemischen Paar- und Familientherapeutin Romy Winter sprechen wir außerdem darüber: • warum Elternschaft Beziehungen vor besondere Herausforderungen stellt, • welche Auswirkungen Schlafmangel, Carearbeit und Mental Load auf Partnerschaften haben können, • woran Paare Warnzeichen für eine zunehmende Entfremdung erkennen, • und was dabei helfen kann, Nähe, Verbundenheit und Intimität im Familienalltag wiederzufinden.
38 Minuten
Catherina Schropp ist 21 Jahre alt, als sie zum ersten Mal Mutter wird. Ihr Kind ist noch nicht geboren, doch scheinbar wissen andere bereits, dass sie der Mutterrolle nicht gewachsen sei: zu jung, zu unerfahren, nicht bereit. Die Urteile anderer treffen sie tief. Ob Kinderbetreuung, Berufstätigkeit oder Erziehungsfragen – immer wieder steht Catherina vor dem Gefühl, etwas falsch zu machen und sich rechtfertigen zu müssen. Die ständige Kritik verunsichert sie so sehr, dass sie beginnt, an sich selbst zu zweifeln. Für viele Mütter gehören ungefragte Ratschläge, kritische Blicke und abwertende Kommentare zum Alltag. Dieses Phänomen hat einen Namen: Momshaming. Jetzt mal ehrlich: Warum wird Mutterschaft ständig bewertet, und wie schafft man es, sich davon nicht verunsichern zu lassen? In dieser Folge erzählt Catherina, wie sie gelernt hat, wieder auf ihr eigenes Gefühl zu vertrauen, welche Folgen Momshaming für ihr Selbstbewusstsein hatte und warum sie heute gelassener mit Kritik umgeht. Gemeinsam mit Psychologin und Autorin Katharina Pommer sprechen wir außerdem darüber: • welche Auswirkungen Momshaming auf das Selbstbewusstsein von Müttern haben kann, • welche Rolle gesellschaftliche Erwartungen und Social Media spielen, • warum Mütter häufig unter besonderem Rechtfertigungsdruck stehen, • und wie mehr Verständnis und weniger gegenseitige Bewertung gelingen können. #Momshaming #Mutterschaft #MentalHealth #Elternschaft #SocialMedia
41 Minuten
Als Lena Düsterhus die Pille absetzt, um schwanger zu werden, beginnt ihr Leidensweg: Heftige Regelschmerzen, ein Blähbauch, Darmprobleme und Erschöpfung bestimmen zunehmend ihren Alltag. Die Beschwerden schränken sie immer stärker ein – bis sie während ihrer Periode vor Schmerzen ohnmächtig wird. Lena landet im Krankenhaus, doch die Ursache ihrer Beschwerden wird zunächst nicht erkannt. Erst durch einen Zufall kommt sie selbst auf einen Verdacht und erhält 2020 schließlich die Diagnose: Endometriose. Es folgen 3 Operationen innerhalb von 9 Monaten. Lena muss ihren Beruf aufgeben, sich von ihrem geliebten Hobby, dem Reiten, verabschieden und kämpft bis heute mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Jetzt mal ehrlich: Wie lebt man mit chronischen Schmerzen, die andere oft gar nicht ernst nehmen? In dieser Folge erzählt Lena, wie sie gelernt hat, mit Endometriose zu leben, was ihr im Alltag hilft und warum sie heute über Instagram und mit ihrem Buch anderen Betroffenen Mut macht. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Sylvia Mechsner, Gynäkologin an der Charité Berlin und Professorin für Endometrioseforschung, sprechen wir außerdem darüber: • was bei Endometriose im Körper passiert, • warum die Erkrankung häufig erst spät diagnostiziert wird, • welche Symptome bei den Betroffenen auftreten können, • welche Therapieansätze und Behandlungsmöglichkeiten es gibt, • und wie sich chronische Schmerzen auf das Leben und die Familienplanung auswirken können. #Endometriose #ChronischeSchmerzen #Frauengesundheit #Kinderwunsch #Gesundheit
38 Minuten
Luisa Gaffga ist noch ein Teenager, als sie beginnt, ihren Körper immer kritischer zu betrachten. Kommentare über ihr Aussehen, der ständige Vergleich mit anderen und Bilder von scheinbar perfekten, durchtrainierten Körpern auf Social Media lassen in ihr das Gefühl wachsen, nicht gut genug zu sein. Was zunächst mit Kalorienzählen und mehr Sport beginnt, entwickelt sich schließlich zu einer Essstörung und Sportsucht. Lu Alltag dreht sich irgendwann nur noch um Kontrolle, Verzicht und die Angst, nicht dünn genug zu sein. Die Folgen sind gravierend: Erschöpfung, Haarausfall und das Ausbleiben ihrer Periode. Jetzt mal ehrlich: Wie schaffen wir es, unseren eigenen Wert nicht ständig an unserem Aussehen zu messen? In dieser Folge erzählt Luisa, wie sie den „SkinnyTok“-Trend erlebt hat, warum Social-Media-Inhalte rund um Dünnsein, Selbstoptimierung und vermeintliche Perfektion für sie so gefährlich wurden und wie sie gelernt hat, wieder Vertrauen in ihren Körper zu entwickeln. Gemeinsam mit der psychologischen Psychotherapeutin Dr. Julia Tanck sprechen wir außerdem darüber: • warum ständige Vergleiche auf Social Media so belastend sein können, • wie Essstörungen und Sportsucht entstehen können, • welche Auswirkungen unrealistische Schönheitsideale auf die psychische Gesundheit haben, • und wie es gelingen kann, sich von schädlichen Körperbildern zu lösen und einen gesünderen Blick auf den eigenen Körper zu entwickeln. #SkinnyTok #Essstörung #Sportsucht #BodyImage #MentalHealth
43 Minuten
Sofia Jüngling ist noch keine 20, als sie vor einer Entscheidung steht, die ihr Leben verändern wird: Ihren an Demenz und MS erkrankten Vater ins Heim geben, oder einen Weg finden, ihn zu Hause zu pflegen? Sie gründet eine inklusive Wohngemeinschaft, in der Studierende günstig wohnen und im Alltag mithelfen. Unterstützung gibt es vom Pflegedienst und einer Tagesstätte, doch viel Verantwortung ruht auf Sofias Schultern. Während andere in ihrem Alter beginnen ein unabhängiges Leben zu leben, reisen oder einfach spontan feiern gehen, jongliert sie Studium, Haushalt und die Pflege ihres Vaters und fragt sich manchmal, was sie dabei verpasst. Jetzt mal ehrlich: Wie fühlt es sich an, so jung zu sein und schon so viel Verantwortung zu tragen? Wie Sofia den Alltag als junge Pflegende meistert und warum sie sich oft allein gelassen fühlt, erzählt sie in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Dr. Anna-Maria Spittel, Expertin für junge Pflegende Angehörige, sprechen wir darüber, warum Young (Adult) Carers oft unsichtbar bleiben, welche Unterstützung sie brauchen und was sich ändern muss, damit Pflege durch junge Menschen nicht auf Kosten eines eigenen Lebens geht. Mehr Informationen und Beratungsangebote findet ihr u.a. hier: https://www.pausentaste.de/ https://www.echt-unersetzlich.de/ https://www.youngcarercoach.de/ https://www.wir-pflegen.net/aktuelles/veranstaltungen/young-adult-carers-connect-austausch-fuer-junge-erwachsene-9
43 Minuten
Jaqueline lernt 2021 bei einem Coaching einen Mann kennen, der ihr Leben verändern wird. Leider nicht im Guten. Nachdem sie seine Annäherungsversuche ablehnt, zeigt er schnell erste Stalking-Verhaltensweisen: Es beginnt mit Cyberstalking, über Nachrichten, Anrufe, Social Media. Dann steht er plötzlich vor ihrer Tür. Er schickt verstörende Briefe, angebissene Schokolade, eine Heiratsurkunde mit ihren Namen. Ein Annäherungsverbot und mehrfache Polizeieinsätze schrecken ihn nicht ab. Jaqueline lebt bis heute mit der ständigen Angst, dass er plötzlich wieder vor ihr steht und mit dem Gefühl, als Stalking Opfer oft allein gelassen zu werden. Jetzt mal ehrlich: Wie schafft man es, dass die Angst vorm Täter nicht das ganze Leben bestimmt? Wie Jaqueline mit dieser Bedrohung umgeht, welche Folgen das Stalking für sie hat und was sie anderen Betroffenen rät, erzählt sie in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Lena Weilbacher vom WEISSEN RING sprechen wir darüber, warum schnelle Hilfe bei Stalking so wichtig ist, wie Polizei und Justiz effektiven Schutz bieten könnten und welche Beratung und Unterstützung es für Stalking Opfer gibt.
46 Minuten
Anton Weil lebt in Berlin, hat viele Kontakte und fühlt sich trotzdem oft allein. Der Schauspieler, Musiker und Autor kennt das Gefühl der Einsamkeit schon lange. Der frühe Tod seiner Mutter hinterlässt bei Anton eine tiefe Orientierungslosigkeit und fehlenden Halt im Leben. Ständiger Leistungsdruck und die Erkenntnis, dass die anonyme Großstadt Berlin gar nicht auf einen Künstler wie ihn gewartet hat. Ironischerweise ist er mit dem Gefühl der Einsamkeit aber alles andere als allein, denn es scheint das vorherrschende Gefühl einer ganzen Generation zu sein. Studien belegen: fast die Hälfte alle jungen Menschen fühlt sich einsam. Jetzt mal ehrlich: Wie kann man sich so einsam fühlen, mitten in einer Stadt voller Menschen? Wie Anton gelernt hat, seine Einsamkeit zu überwinden, und warum Therapie und Kunst für ihn so wichtig geworden sind, erzählt er in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Dr. Anja Langness, Expertin für Einsamkeit bei jungen Menschen, sprechen wir darüber, welche Ursachen dieses Gefühl hat. warum es immer mehr junge Erwachsene betrifft, welche Folgen es für unsere Gesellschaft hat und welche Tipps und Hilfen wirklich dabei unterstützen, wieder Anschluss zu finden.
40 Minuten
Maria Anna Schwarzberg funktioniert nur noch. Sie arbeitet zu viel, schläft zu wenig, isst unregelmäßig und stellt ihre eigenen Bedürfnisse immer hinten an. Bis ihr Körper und ihr Kopf mit nur 25 Jahren nicht mehr mitmachen. Zwei Nächte ohne Schlaf, keine Entscheidungen mehr möglich, nicht einmal die, sich krank zu melden. Bei ihrem Hausarzt bricht sie in Tränen aus. Der erkennt schnell die typischen Symptome eines Burnouts, auch bekannt als Erschöpfungssyndrom. Die Krankschreibung ist der Beginn einer schwierigen Phase voller Schuldgefühle, Ängste und dem Gefühl, stillzustehen, während sich die Welt weiterdreht. Jetzt mal ehrlich: Wie findet man zurück ins Leben, wenn man innerlich komplett ausgebrannt ist? Wie Maria gelernt hat, auf ihre Bedürfnisse zu hören, warum sie ihren sicheren Job aufgegeben hat und was ihr heute guttut, erzählt sie in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Hillert, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, sprechen wir darüber, wie man Burnout erkennt, wie Behandlung und Therapie helfen können und warum heute immer mehr junge Menschen an einem Erschöpfungszustand leiden.
36 Minuten
Saskia Michalski hat schon länger mit einer Angststörung zu kämpfen, als sich mit Anfang 20 ihre Situation dramatisch zuspitzt: Saskia hat panische Angst zu sterben. Sie vertraut ihrem Körper nicht mehr, vermutet hinter jedem Symptom eine tödliche Krankheit. Zwanghaft tastet sie ihre Lymphknoten ab, fühlt den Puls, googelt Symptome, sucht Ärzte und Notaufnahmen auf, immer in der Hoffnung auf Entwarnung, die nur kurz anhält. Die Symptome der Krankheitsangst – früher auch Hypochondrie genannt – sind so massiv, dass ihr ganzes Leben von der Sorge um Krebs, Herzstillstand oder Schlaganfall bestimmt wird. Bis Saskia in der Therapie lernt, die Kontrolle abzugeben, wieder zu vertrauen und ihr Leben radikal auf den Kopf zu stellen. Jetzt mal ehrlich: Wie fühlt es sich an, wenn die Angst vor Krankheiten das ganze Leben bestimmt? Wie Saskia den Weg aus der Krankheitsangst gefunden hat und welche Strategien ihr geholfen haben, erzählt sie in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Prof. Dr. Marc Ziegenbein, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sprechen wir darüber, wie eine moderne Behandlung bzw. Therapie von Krankheitsangst aussieht, welche Ursachen sie hat und wie Betroffene es schaffen können, übermäßige Gesundheitsängste zu überwinden.
41 Minuten
Hauke van Göns ist 19, als er zum ersten Mal eine Erfahrung macht, über die Männer selten offen sprechen: sein Körper funktioniert beim Sex nicht wie erwartet. Anfangs sucht er nach einer medizinischen Erklärung, doch schnell wird klar: Es gibt keinen Befund, keine körperliche Ursache. Die Blockade sitzt im Kopf. Fachleute sprechen in diesem Fall von einer erektilen Dysfunktion, einer Form der sexuellen Funktionsstörung. Mit Anfang 30 versteht Hauke dank einer Therapie, dass seine Erektionsstörungen auch eng mit seiner Depression zusammenhängen. Nähe und Intimität muss er neu für sich definieren. In seinen Beziehungen lernt er, dass Penetration nicht alles ist und dass guter Sex nicht vom perfekten „Stehvermögen“ abhängt. Heute bricht er das Schweigen, um anderen Männern Mut zu machen. Jetzt mal ehrlich: Wie verändert sich Sex und Partnerschaft, wenn die Erektion ausbleibt? Wie Hauke gelernt hat, offen mit seiner sexuellen Funktionsstörung umzugehen, und warum das nicht das Ende eines erfüllten Sexuallebens bedeutet, erzählt er in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Paar- und Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning sprechen wir darüber, wie sehr Männlichkeitsbilder und Leistungsdruck unsere Sexualität prägen, welche Ursachen für Erektionsstörungen es gibt, warum die Psyche eine so große Rolle spielt und wie Paare Intimität jenseits von Penetration neu entdecken können.
39 Minuten
Melissa ist 32, Erzieherin und seit drei Jahren alleinerziehende Mutter. Ihren Sohn zieht sie ohne den Kindsvater groß. Der ist nur etwa alle drei Wochen präsent. Nach der Trennung steht sie also plötzlich mit einem Kleinkind, zwei Jobs und der alleinigen Verantwortung da. Der Alltag bedeutet Organisation rund um die Uhr. Oft stellt sie sich die Frage: Wie soll ich das alles schaffen? Zur ständigen Überlastung kommen Scham und das nagende Gefühl, versagt zu haben, weil die „heile“ Familie nicht gehalten hat. Heute spricht Melissa offen darüber, wie es ist, immer 24/7 zuständig zu sein, und warum Selbstfürsorge dabei oft zur größten Herausforderung wird. Jetzt mal ehrlich: Wie hält man durch, wenn man nie die Verantwortung abgeben kann? Wie Melissa es schafft, ihr Leben und das ihres Sohnes zu stemmen, welche Formen von Unterstützung für Alleinerziehende ihr helfen und wie sie mit Vorurteilen umgeht, erzählt sie in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Journalistin und Autorin Anne Dittmann, die unter anderem einen Ratgeber für Alleinerziehende geschrieben hat, sprechen wir darüber, welche strukturellen Hürden Single-Eltern bewältigen müssen, warum Hilfe kein Luxus, sondern Notwendigkeit ist und was sich in Politik und Gesellschaft ändern muss, damit Einelternfamilien nicht allein gelassen werden.
46 Minuten
Victoria und Mickey Heinen erwarten 2021 ihr viertes Kind. Sie freuen sich und teilen ihr Glück nach den üblichen zwölf Wochen mit Familie, Freunden und Followern. Doch in der 16. Schwangerschaftswoche verändert ein Routinetermin bei der Frauenärztin alles: Auf dem Ultraschall ist kein Herzschlag mehr zu sehen. Das Baby lebt nicht mehr. Der plötzliche Schwangerschaftsverlust ist ein Schock. Eine Woche müssen sie auf den Kliniktermin warten. Vicky bekommt Tabletten, die sie zu Hause einnimmt. Ohne Hebamme, ohne psychologische Begleitung platzt abends die Fruchtblase. Sie bringt ihr totes Kind gemeinsam mit ihrem Mann zu Hause zur Welt. Jetzt mal ehrlich: Wie trauert man um ein Kind, das man nie im Arm halten konnte? Wie Vicky und Mickey die Behandlung durch Ärzte und Klinik erlebt haben, wie sie als Paar um die Fehlgeburt getrauert haben, berichten sie in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Psychologin Sally Schulze sprechen wir außerdem darüber, welche Unterstützung nach einer Fehlgeburt sinnvoll ist, und wie Abschiedsrituale helfen können, den Verlust zu verarbeiten.
46 Minuten
Angelina Boerger ist 29, als sie endlich eine Antwort auf das jahrelange Chaos in ihrem Kopf bekommt: ADHS. Schon als Kind kämpft sie mit klassischen ADHS-Symptomen wie Konzentrationsschwierigkeiten, innerer Unruhe und Selbstzweifeln. Nach der Schule versucht sie, alle Anforderungen im Studium und Privatleben zu meistern, doch der Druck wächst. Sie fühlt sich überfordert, kämpft mit Kopfschmerzen, Magenproblemen, Depressionen und Angststörungen. Immer wieder fragt sie sich: Bin ich einfach zu faul, zu undiszipliniert, oder steckt mehr dahinter? Die späte ADHS-Diagnose ist deshalb für sie kein Schock, sondern eine Befreiung. Heute spricht sie offen darüber, warum sie Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität nicht als Krankheit versteht, sondern als eine andere Art zu denken. Jetzt mal ehrlich: Wie findet man seinen Weg, wenn das eigene Gehirn anders tickt, als es die Gesellschaft erwartet? Wie Angelina Schritt für Schritt gelernt hat, mit ihren ADHS Symptomen zu leben, welche Unterstützung sie durch Therapie und Medikamente bekam und welche Strategien ihr im Alltag helfen, erzählt sie in unserem Gespräch. Gemeinsam mit Dr. Frank Matthias Rudolph, Facharzt für Psychosomatische Medizin und langjähriger Leiter einer Spezialambulanz für Erwachsene mit ADHS, sprechen wir darüber, warum so viele Betroffene erst spät eine Diagnose bekommen, welche Ursachen für ADHS eine Rolle spielen können, wie ADHS Beziehungen und Beruf beeinflusst und warum ein anderer Blick auf die Vielfalt unserer Gehirne uns allen helfen würde.