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Beim ersten Hahnenschrei Archiv

419 Episoden
4 Minuten
Greif auch du zur Zither, dass die Saiten deines Inneren von des Geistes Griffel angeschlagen guten Werkes Laute tönen! Greif zum Psalter, dass die Harmonie deiner Worte und Taten erklinge! Greif zur Pauke, dass der Geist im Inneren das Instrument deines Leibes melodisch ertönen lasse und der süße Wohllaut deines sittlichen Wandels im tätigen Handeln sich vernehmlich mache! So griff der Prophet in die Saiten, da er sang: „Komm her vom Libanon, Braut! Komm her vom Libanon!‟
6 Minuten
Nach vielen Zeichen und Wundem, die der Herr durch seine Dienerin Verena in der Zelle bei Solothurn wirkte, machte sie sich auf Wanderschaft und gelangte dem Aareufer entlang bis zur Mündung in den Rhein. Wie bereits erwähnt, traf sie beim Zusammenstrom der genannten Flüsse auf eine schöne Insel. Doch wimmelte es darauf von Schlangen, so dass sie ihr Haupt nicht auf die Erde niederlegen konnte. So begann denn die hochselige Jungfrau Christi zum Herrn zu flehen und sprach: «Herr, allmächtiger König, in Deine Hand ist alles gelegt. Deinem Willen kann niemand widerstehen. Wie Du den Schlangen geboten hast, auf ihrem Bauche zu kriechen, so befiehl nun diesen hier, keinem Menschen auf der Insel zu schaden und keinem Tier.» Da vernahm die heilige Verena eine Stimme vom Himmel, die zu ihr sprach: «Der Herr hat dein Flehen dieser Schlangen wegen erhört und wird deine Gebete und Bitten, die du an ihn richtest, täglich erhören. Mach das Zeichen des Kreuzes wider die Schlangen und befiehl ihnen, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes auszuziehen und zu weichen von diesem Ort. Und jeder Mensch, der dich in irgendeiner Bedrängnis um Hilfe anruft, wird befreit werden von der Drangsal, die ihn befallen hat.» So breitete denn die gottgeweihte Jungfrau Verena ihre Hand aus und machte das Zeichen des Kreuzes wider die Schlangen. Da wandten sie sich zur Flucht. Alle entflohen über das Wasser, und nie mehr zeigte sich auch nur eine von ihnen. Als die selige Jungfrau Verena die Schlangen fliehen sah, sprach sie: «Gelobt und gepriesen sei von mir Dein Name, o Gott. Ich freue mich und frohlocke, weil Du Dich gewürdigt hast, die Stimme meines Flehens zu erhören. Nun weiß ich, dass Du niemand im Stich lässt, der zu Dir fleht.»
4 Minuten
Während er so sprach, hatten wir die Mitte der Stadt erreicht und kamen bereits an die offene Küste. Sanfte Wellen spülten dort am äußersten Rand den Sand an und breiteten ihn am Ufer hin, als wollten sie ihn für einen Spaziergang zurechtlegen. Wohl schlug das Meer nicht mit weiß schäumenden Fluten ans Land; aber wir hatten doch unsere Freude an den gekräuselten, verworrenen Wechselbewegungen der Wellen -- das Meer ist ja immer auch bei Windstille unruhig. Wir wanderten gerade am Rand des Meeres dahin; da spülte es abwechslungsweise bald heranwogend seine Wellen an unsere Füße, bald schlurfte es dieselben zurückweichend und zurücktretend wieder in sich hinein. Langsam und gemächlich schritten wir voran am Ufer der schwachgekrümmten Küste und verkürzten mit Plaudereien den Weg. Diese Plaudereien gingen von Octavius aus; er berichtete von seiner Seefahrt. Doch als wir bereits eine ordentliche Strecke Weges unter Gesprächen zurückgelegt, machten wir Kehrt und gingen den gleichen Weg rückwärts. Wir kamen zu dem Platz, wo Schiffe heraufgezogen und auf Eichenstämmen zum Schutz gegen den Einfluss des feuchten Bodens gelagert ruhten. Dort sahen wir Knaben eifrig ein Wettspiel mit Scherben treiben, die sie ins Meer schleuderten. Dieses Spiel besteht darin, dass man ein abgerundetes, von den Wellen geglättetes Steinchen in Form einer Scherbe am Ufer aufliest, dieses Steinchen in horizontaler Lage mit den Fingern fasst, sich selbst so tief als möglich bückt und es dann über die Wellen hinrollen last. Dieses Wurfgeschoß streifte nun den Rücken des Meeres [und schwamm darüber hin,] mit sanfter Gewalt darüber hingleitend oder es schimmerte [und tauchte heraus] über die höchsten Wogen dahinschnellend in fortlaufendem Sprung emporgehoben. Unter den Knaben hielt sich der für den Sieger, dessen Steinchen am weitesten hinauslief und am öftesten emporsprang.
5 Minuten
Gestern besuchten mich mehrere Mönche. Wir redeten über dies und jenes. Da kamen wir im Verlauf der langen Unterredung auf das Büchlein zu sprechen, das ich über das Leben des heiligen Mannes Martinus herausgegeben habe. Ich hörte da zu meiner großen Befriedigung, dass es viele eifrige Leser finde. Bei dieser Gelegenheit wurde mir mitgeteilt, einer habe, vom bösen Geist gereizt, gefragt, warum Martinus, der doch Tote erweckt und von den Häusern die Feuersgefahr ferngehalten hat, vor einiger Zeit selbst vom Feuer ergriffen worden und in eine ganz bedenkliche Notlage gekommen sei. Dieser jämmerliche Wicht, mag er sein, wer er wolle: wäre er damals zur Welt gekommen, er wäre sicherlich fähig gewesen, so wider den Herrn zu sprechen. Tatsächlich hätte ihm der Wille zu dieser Treulosigkeit nicht gefehlt, ihm, der jetzt bei ähnlicher Gelegenheit den Heiligen des Herrn durch sein Verhalten lästert. Was meinst du, wer immer du bist? Soll Martinus deshalb nicht mächtig, deshalb nicht heilig sein, weil er bei der Feuersbrunst in Gefahr kam? Glückseliger Mann, in allem den Aposteln gleich, auch bei diesen Lästerungen! Es wird ja überliefert, dass die Heiden auch von Paulus so dachten, als ihn eine Schlange gebissen hatte. Sie sprachen: „Dieser Mensch muss ein Mörder sein. Er ist zwar dem Meer glücklich entronnen, aber das Schicksal lässt ihn nicht am Leben“. Allein Paulus schleuderte die Schlange ins Feuer und erlitt keinen Schaden. Jene meinten, er werde sofort zusammenbrechen, sofort sterben; da sie aber sahen, dass ihm nichts Schlimmes widerfahre, schlug ihre Gesinnung um, und sie sprachen: er ist ein Gott.
4 Minuten
Vieles zwar bot sich an, das nach der landläufigen Meinung das Leben scheinbar nutzbringend und erstrebenswert machen könnte, besonders dasjenige, was heutzutage und auch zu allen früheren Zeiten als das Bedeutendste unter den Sterblichen galt: Müßigkeit und gleichzeitig Überfluß. Von ihnen ist das eine ohne das andere eher Gegenstand des Schlechten als Veranlassung zum Guten; denn Tatenlosigkeit ist ersichtlich beinahe eine Verbannung des eigentlichen Lebens; und eine übersättigte Unruhe zieht umso mehr Unglück herbei, mit je größerem Unmut man gerade das vermisst, was man am heftigsten begehrt und erstrebt, um es genießen zu können. Aber wenn auch (Muße und Reichtum) die höchsten und besten Annehmlichkeiten des Lebens umschließen, so unterscheiden sie sich doch sichtlich nicht sehr vom gewöhnlichen Genügen der Tiere, die in waldige und insbesondere futterreiche Plätze schweifen, um Sicherheit vor Bedrängnis und Sättigung aus reichlichem Futter zu gewinnen.
4 Minuten
Der fromme Mann aber pflegte, wenn er etwas Wunderbares getan hatte, sogleich die Gegend zu verlassen, bis die Tat in Vergessenheit geraten war: und er gab sich Mühe, sofort etwas Läppisches vorzutäuschen, um dadurch zu verbergen, was er Gutes getan hatte. Einst diente er als Aufwärter in einer Kneipe und bekam dafür sein Essen; der Wirt aber war hartherzig und gab ihm häufig nicht einmal sein Essen, obwohl er viel durch ihn verdiente, denn die Bürger sagten zu einander, als ob er ein Wunderding wäre: Komm, lasst uns ein Glas trinken, wo der Narr ist! Eines Tages nun kroch eine Schlange herein, trank aus einer der Weinflaschen, spie ihr Gift hinein und kroch davon. Symeon war nicht drinnen, sondern tanzte draußen mit den Leuten. Als er hineinkam, erblickte er auf der Flasche unsichtbar TOD geschrieben. Sofort merkte er, was geschehen war, nahm einen Knüppel und schlug sie entzwei, voll wie sie war. Der Wirt aber nahm ihm den Knüppel aus der Hand und gab ihm damit soviel, dass ihm die Sinne schwanden, und jagte ihn davon. Am nächsten Morgen kam der Abbas Symeon und versteckte sich hinter der Tür. Und sieh, da kam die Schlange wieder trinken, und als der Wirt sie sah, griff er nach demselben Knüppel, um sie totzuschlagen, traf aber daneben und schlug alle Flaschen und Gläser entzwei. Da sprang der Narr hervor und rief: Wie nun, du Narr? Sieh, ich bin doch nicht allein ungeschickt! Da merkte der Wirt, aus welchem Grunde er die Flasche zerschlagen hatte, und erbaute sich und hielt ihn als Heiligen
3 Minuten
An diesen Heiligen Geist wenden sich alle, die der Heiligung bedürfen. Nach ihm streben', die ein sittliches Leben führen. Von seinem An-hauch gleichsam erfrischt, wird ihnen geholfen, ihr ureigenes natürliches Ziel zu verwirklichen. Andere zur Vollendung führend, fehlt ihm selber nicht das geringste. Zum eigenen Leben nichts bedürfend, ist er selber Spender des Lebens. Man kann ihn nicht durch Hinzufügungen' vermehren, er ist von jeher vollendet'. Ganz in sich selbst gründend, ist er doch überall. Er ist Ursprung der Heiligung, geistiges Licht, das jeder vernünftigen Fähigkeit zum Auffinden der Wahrheit die notwendige Helle durch sich selbst schenkt. Unzugänglich" aufgrund seiner Natur, ist er jedoch fasslich für uns aufgrund seiner Güte.
4 Minuten
Dass eines Menschen Leben über Verleumdungen erhaben sei, gehört zum Allerschwierigsten, um nicht zu sagen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das ist meine Überzeugung, und ich glaube, dass auch Deine Biederkeit daran nicht zweifelt. Aber von sich aus keinen Anstoß geben, weder denen, die genau auf die Dinge achten, noch jenen, die aus Bosheit unsern Schwächen auflauern, das ist möglich und auch Pflicht derer, die einsichtig und der Gottesfurcht entsprechend ihr Leben einrichten. Uns aber wähne nicht so einfältig und so leichtgläubig, dass wir kritiklos vom nächsten Besten Verleumdungen anhören. Wir sind eingedenk der Mahnung des Geistes, leerem Gerede kein Gehör zu schenken. Indes Ihr aber selbst sagt, Ihr, die Ihr Euch mit Rhetorik abgegeben habt, das Sichtbare deute das Unsichtbare an, so sind wir der Meinung — Du darfst es mir nicht übel nehmen, wenn wir etwas im Lehrton vortragen; denn was der Welt schwach und niedrig gilt, das hat Gott auserwählt und bewirkt dadurch oft das Heil derer, die gerettet werden —, was ich also sage und wozu ich ermahne, ist das: Man muss bei jeder Rede, bei jeder pflichtschuldigen Handlung behutsam vorgehen und darf nach der Weisung des Apostels nie und nirgends Anstoß geben.
4 Minuten
Die Stadt Gottes hatte einst einen Patriarchen namens Alexander, der war überaus mildtätig und mitleidig. Einst stahl ihm einer seiner Beamten Geld und floh damit in die ägyptische Thebais; da fiel er auf seinen Irrwegen den blutdürstigen Barbaren Ägyptens in die Hände, und sie schleppten ihn bis an die äußerste Grenze ihres Landes. Als das der göttliche Alexander erfuhr, kaufte er den Gefangenen für fünfundachtzig Goldstücke los und nahm ihn bei seiner Rückkehr so freundlich und gut auf, dass ein Mann aus der Stadt meinte, es gebe kein besseres Geschäft, als sich an Alexander versündigen. Einst benahm sich einer seiner Diakonen vor versammeltem Klerus ungebührlich gegen ihn; da fiel der göttliche Alexander vor ihm nieder und sagte: Verzeih mir, Herr Bruder!
4 Minuten
Wenn er aber an so einen Ort sich begibt, wie der ist, an dem wir uns heute versammelt haben, wo sich das Andenken und die heiligen Überreste eines Heiligen befinden, so wird er zuerst durch die Großartigkeit des Anblicks angezogen, indem er ein Haus sieht wie einen Tempel Gottes, glänzend ausgestattet durch die Größe des Baues und die Schönheit des Schmuckes, wo auch der Zimmermann das Holz zur Gestalt lebender Wesen verarbeitet und der Steinhauer bis zur Glätte des Silbers die Steinplatten geglättet hat. Auch der Maler hat der Zierde seiner Kunst in Farben Ausdruck gegeben und in einem Gemälde die Heldentaten des Martyrers, seinen Widerstand, seine Schmerzen, die wilden Gestalten der Tyrannen, die Misshandlungen, jenen feurigen Ofen, die seligste Vollendung des Kämpfers, den Ausdruck der menschlichen Gestalt des Kampfrichters Christus dargestellt. Indem er uns wie in einem erklärenden Buche in Farben Alles künstlich darstellte, zeigte er uns deutlich die Kämpfe des Martyrers und schmückte den Tempel gleich einer schönen Wiese. Denn es pflegt auch ein stummes Gemälde an der Wand zu reden und den größten Nutzen zu gewähren. Und der die Steinchen zusammensetzte, machte den Boden, der von den Füßen betreten wird, zu einer geschichtlichen Darstellung.
5 Minuten
Als unter den Jüngern ein Rangstreit anhub, nahm unser Herr, der Demut Lehrmeister, ein Kind bei der Hand und sprach: „Wer von euch nicht wie ein Kind wird, der kann nicht in das Himmelreich eingehen.“ Damit es aber nicht so aussehe, als lehre er die Demut, ohne sie zu üben, gab er auch das entsprechende Beispiel Er wusch seinen Aposteln die Füße, begrüßte den Verräter mit einem Kusse, unterhielt sich mit der Samariterin, sprach mit Maria, die zu seinen Füßen saß, über das Himmelreich und zeigte sich nach seiner Auferstehung von den Toten zuerst den Frauen. Die Fischer Petrus und Jakobus wurden gegen die Sophisten und Weisen dieser Welt gesandt. Deshalb sagt die Schrift: „Den Hochmütigen widersteht Gott, den Demütigen aber verleiht er seine Gnade.“ In zehn Briefen, wenn ich nicht irre, habe ich Dir meine Hochachtung ausgesprochen und einige Bitten an Dich gerichtet, ohne dass Du Dich herabgelassen hättest auch nur Muh zu sagen. Während der Herr mit den Dienern sprach, willst Du, der Bruder, nicht einmal mit dem Bruder reden. „Wie unverschämt“, wirst Du sagen. Glaube mir, wenn nicht mein Sinn für edle Ausdrucksform mir Zurückhaltung auferlegte, würde ich in meinem Grimme solch schweres Geschütz auffahren, dass Du schließlich Dich zu einer Antwort bequemen müsstest, wäre es auch eine, die aus der Erregung geboren würde. Der Menschen Art ist es, nachzutragen, der Christ aber soll kein Unrecht tun. Darum will ich noch einmal den früheren Weg einschlagen und Dich bitten: „Liebe den, der Dich liebt, und gönne, mein Mitknecht im Herrn, Deinem Mitknecht ein Wort!“
4 Minuten
Was machte ferner David, den Urahn Gottes, zum Liebling Gottes? Eben auch der Umstand, dass er gut, und zwar auch gegen die Feinde gut war. „Ich habe, sagt der Übergute (Gott) und Freund der Gutheit, den Mann gefunden, der nach meinem Herzen ist. Und es war sogar ein gütiges Gesetz gegeben, auch für das Zugvieh eines Feindes Sorge zu tragen.“ Job ferner wurde gerechtfertigt, weil er von Ungute sich fernhielt. Auch Joseph (von Ägypten) nahm an den Brüdern, die ihm nachstellten, keine Rache, und Abel ging schlicht und ohne Arg mit dem Brudermörder (auf das Feld hinaus). Und die göttliche Offenbarung verkündet das Lob aller Guten (Gerechten), die das Böse nicht im Voraus planen und nicht zur Schau tragen, ja nicht einmal durch die Bosheit der andern von dem Guten abwendig gemacht werden, sondern vielmehr im Gegenteil die Bösen nach Gottes Weise zu Guten umformen, eingestaltig machen und den Reichtum ihres Gutseins auf sie ergießend sie freundlich zum Ähnlichen anlocken.
3 Minuten
Wir wollen daher mit reinem Herzen Gott dienen, dann werden wir gerecht sein; wenn wir aber diesen Dienst unterlassen, weil wir der Verheißung Gottes nicht trauen, werden wir unglücklich sein. Denn also spricht das Wort des Propheten: „Unglücklich sind die Zweifler, die schwanken in ihrem Herzen und sprechen: Das haben wir längst gehört auch schon zur Zeit unserer Väter, und wir haben von einem Tag zum anderen gewartet und nichts davon gesehen. O ihr Toren, vergleichet euch mit dem Baume! Nehmet den Weinstock! Zuerst verliert er Blätter, dann treibt er Schösslinge, dann saure Trauben und dann erst ist die reife Traube da. So hatte auch mein Volk Mühen und Trübsal; dann wird es Wohltaten empfangen“. So wollen wir also, meine Brüder, nicht zweifeln, sondern in Hoffnung ausharren, damit wir auch den Lohn empfangen.
3 Minuten
Das Eisen ist nach Gottes Willen zur Bebauung der Erde da, ohne daß deshalb Mordtaten damit verübt werden dürften. Oder soll man deshalb, weil Gott Weihrauch und Wein und Feuer geschaffen hat, soll man deshalb damit den Götzenbildern opfern? Oder wirst du ihnen deswegen, weil unübersehbare Viehherden auf deinen Fluren weiden, Schlacht- und Brandopfer darbringen dürfen? Ja, allerdings, ein großes Vermögen ist eine Versuchung, wenn der Reichtum nicht für gute Zwecke wirksam ist, und deshalb soll jeder Wohlhabendere mit seinem Vermögen seine Sünden vielmehr sühnen statt sie noch zu vermehren.
5 Minuten
Sie tragen auch zweifache Schnüren aus wollenem Faden gewoben, welche die Griechen „ἀναβολαί”, wir aber Schurzgürtel oder Schlingen zum Aufziehen der Gewänder nennen können. Dieselben laufen oben vom Nacken herab und am Halse nach den Seiten hin geteilt schlingen sie sich um beide Hüften, schürzen die weiten und langen Gewänder herauf und schließen dieselben enger an den Körper. Auf diese Weise werden die Arme frei, und die Mönche können ungehindert ihre Handarbeit verrichten, wozu sie der Apostel mit den Worten ermahnt: „Nicht bloß mir, sondern auch Denen, welche bei mir sind, haben diese Hände gedient, und wir haben von Niemand Brod umsonst gegessen, sondern in Mühe und Beschwerde haben wir Tag und Nacht gearbeitet, um Keinem zur Last zu fallen;” und: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.”