Die Geschichten hinter unseren Geschichten Die Ausgabe der
Redundanzen So unterschiedlich Funktion, Konzept und Ansatz unserer
Testmuster auf den ersten Blick scheinen mögen: Manchmal sind die
Denkansätze hinter den Produkten doch überraschend ähnlich. In
Ausgabe 87 kommt es zu gleich mehreren solcher Überschneidungen.
Moderator Frank Lechtenberg und Chefredakteur Carsten Barnbeck wir
das interessanterweise erst während der Aufnahme des neuen FIDELITY
Podcasts klar. So ein Gespräch ist immer auch Rückblick, Reflexion
und Meditation über unser wundervolles Magazin … Kroma, Harzsch und
Harbeth Die erste Überschneidung finden wir bereits beim Anblick
unseres Titelfotos. FIDELITY 87 ziert ein Bild der wunderschönen
Kompaktbox „Mimi“ von Kroma Atelier. Der spanische Hersteller legt
Wert auf ein ansprechendes Design, schwört klanglich aber vor allem
auf Musikalität. Die Schönheit setzt daher auf ein pflegeleichtes
Zweiwege-Konzept. Das erleichtert die Integration der Treiber und
sorgt für ein exzellentes Timing. Auf der anderen Seite müssen die
Entwickler jede ihrer Zutaten in die Waagschale legen und genau
hinhören, ob sie sich optimal ins Konzept einfügen. Nahezu
deckungsgleich ist die Idee hinter der Orchestra von Harzsch. Auch
hier sprechen wir über eine möglichst schlicht aufgebaute Kompakte,
die vor allem „auf den Punkt“ spielen soll. Anders als Kroma
Atelier versucht Harzsch die Wohn- oder Hörraumintegration durch
ein bewusst dezentes Auftreten zu erleichtern. Die klassisch
„boxige“ Box tritt auf ihrem smart designten Ständer einen Schritt
zurück und versucht gar nicht erst, den Hörraum optisch zu
beherrschen – was ihr klanglich derweil hervorragend gelingt.
Dritte im Bunde ist die C7ES-3 XD2 von Harbeth. Über die
Bezeichnung bitten wir hinwegzusehen – die ist über Jahrzehnte
gewachsen. Tatsächlich handelt es sich bei der C7 nicht um ein
aufgesetztes Retro-Konzept, sondern um einen echten Klassiker, der
auf beinahe ein halbes Jahrhundert zurückblicken kann.
Konzeptionell wiederholt sich dabei alles: Auch hier liegt der
Fokus auf möglichst prägnantem, eingängigem Tonfall und das
bedeutet abermals simple zwei Wege bei hochwertigsten Zutaten.
Ergebnis sind extreme Musikalität und ein herrlich seidiger,
niemals nervender Klang. Auf die Ohren Einen deutlich stärkeren
Kontrast bieten die beiden Kopfhörer, deren Test Sie in FIDELITY 87
finden. Loewe folgt mit dem Leo dem Konzept der „eierlegenden
Wollmilchsau“. Der wundervoll gestaltete Aktivhörer bietet
Bluetooth, leistungsfähige Akkus, Geräuschunterdrückung,
verschiedene Klangkorrekturen und schafft es, mit keinem seiner
Features zu nerven. Bei so einer Funktionsfülle ist das gar nicht
so einfach. Fostex bevorzugt klassische Tugenden und stellte mit
dem TR60RPmk2ai einen konventionellen Passivhörer auf die Beine.
Auch dieses Modell blickt auf eine lange Tradition zurück, die sich
am stets erweiterten Namen ablesen lässt. Neben herausragendem
Klang und hohem Tragekomfort punktet der „60er“ mit herrlich
glitzernden Holzschalen, die ihm auch ein gewisses Maß an Noblesse
verleihen. Muskelspielchen Wattzahlen sind wie die Tachoscheiben in
PKWs: Sie sagen nicht wirklich etwas über die Qualität und das
Können eines Verstärkers, es fühlt sich aber einfach gut an, wenn
sie möglichst groß ausfallen. Dan D’Agostino ist ein Meister dieser
Disziplin. Seine großen Endstufen liegen tiefenentspannt in der
Kilowatt-Klasse. Für den neuen Pendulum Integrated mussten die
Amerikaner einen Gang runterschalten. Für einen „echten D’Agostino“
ist der Integrierte erstaunlich bezahlbar. Und seine Leistung liegt
mit „irgendwas zwischen 200 und 400 Watt“ immer noch im grünen
Bereich. Auch Gryphon lässt sich in dieser Hinsicht nicht lumpen.
Trotz seines lupenreinen Class-A-Konzepts kann das wuchtige
Antileon-Kraftwerk bis zu 620 Watt (2 Ohm) „rauspusten“. Wir
konnten ihn gemeinsam mit dem Vorverstärker Helios teste – eine
Ehrfurcht gebietenden Kombi. Nubert macht den Hattrick perfekt: Wir
stellen in Ausgabe 87 die brandneue nuPower A vor, die sich mit bis
zu 1200 Watt im Mono-Brückenbetrieb vor niemandem verstecken muss.
Auch hier sorgt die passende Vorstufe nuControl X2 für die perfekte
Abrundung. Produkte wie der iDSD Phantom machen es uns gar nicht so
leicht, eine Rubrik zu definieren. Wir stufen ihn als
Kopfhörerverstärker ein, weil das seine herausragende Fähigkeit
ist. Der iDSD kommt mit wirklich jedem (!) gern auch kniffligen
Ohrwärmer klar. Man könnte den vielseitigen Alleskönner jedoch auch
als Streamer, D/A-Wandler, Vorverstärker und noch so einiges mehr
durchgehen lassen … Der Trend zum Eigen-DAC Lumin erfüllte sich mit
dem neuen Netzwerkspieler X2 einen lang gehegten Traum und
entwickelte einen eigenen D/A-Wandler. Ein großer Wurf, wie wir im
Hörraum feststellen durften. Der neue DAC ist perfekt auf die
Bedürfnisse der symmetrischen Ausgangsstufen abgestimmt und hebt
das Konzept des Streaming-Primus auf ein völlig neues Niveau. Mit
dem Matrix MS-1c haben wir einen weiteren potenten Digitaljongleur
im Test. Während der Lumin betont zugespitzt ist und allein
hochkarätiges Netzwerken im Sinn hat, ist die neue Marke aber
merklich breitbandiger aufgestellt. Der Matrix besitzt einen extern
zugänglichen Wandler (inkl. HDMI) und kann sogar zum Server
ausgebaut werden – neben USB geht das auch über den Einbau eines
ultraschnellen SSD-Speichers. Auf den Plattenteller Zum Schluss ist
wie gewohnt die Musik an der Reihe. Frank Lechtenberg verweist auf
die neuen Alben von Death Cab For Cutie (I Built A Tower) und Girls
In Hawaii (Eldorado) sowie auf The New World von Sheerwater, die
sich durchgehend durch ihre soliden Produktionen empfehlen. Man
sollte diesen Scheiben unbedingt eine Chance geben … Die ganze Welt
von FIDELITY gibt es unter: https://www.fidelity-online.de/
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