Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg Archiv
378 Episoden
51 Minuten
Lange hatten die USA gezögert. Nun wollen sie doch schon bald ATACMS-Artillerieraketen an die Ukraine liefern. In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-General Erhard Bühler über diese Raketen. Bühler erklärt, um was für Raketen es sich handelt und wofür sie eingesetzt werden können. Diese Raketen haben andere Fähigkeiten als die Marschflugkörper Taurus. Die möchte die Ukraine gerne von Deutschland haben, bekommt sie aber bisher nicht. Darüber wird schon seit Längerem diskutiert. Befürworter meinen, ohne den Taurus könne die Ukraine den Krieg nicht gewinnen. Gegner argumentieren, dass sich die Reichweite des Marschflugkörpers bis nach Russland erstrecke. Darauf gehen Deisinger und Bühler ein. Der Ex-General beantwortet auch Fragen von Hörerinnen und Hörern zum Thema. Außerdem befassen sich die beiden mit der aktuellen militärischen Lage. Sie schauen auf die jüngsten Entwicklungen auf beiden Seiten. So haben die Ukrainer eine Eisenbahnlinie bei Bachmut unter ihre Kontrolle bekommen. Und es geht um einen Bericht eines russischen Nachrichtenportals. Laut dem haben die Russen einen Leopard-Panzer zerstört und ein Besatzungmitglied zunächst in Gefangenschaft genommen. Der Mann habe behauptet, aktiver Bundeswehrsoldat zu sein. Diese Meldung wird auch in Deutschland vielfach in Sozialen Medien geteilt. Doch was ist dran? Erhard Bühler erklärt, warum er sie für absurd hält. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
1 Stunde 9 Minuten
In dieser Folge befassen sich Host Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler noch einmal mit einem Friedensplan. Er war Ende August von vier hoch angesehene deutschen Persönlichkeiten vorgelegt worden, darunter der frühere General Harald Kujat. In einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung vertreten sie die These, die Ukraine könne den Krieg nicht gewinnen und dürfe sich einem Frieden nicht verweigern. Bühler und Deisinger setzen sich hier Punkt für Punkt mit den Vorschlägen auseinander, die zu einem Waffenstillstand und zu Friedensverhandlungen führen sollen. Bühler zeigt sich allerdings skeptisch. Ein Beispiel: Unter anderem soll der UN-Sicherheitsrat einen Waffenstillstand beschließen. Der Ex-General hält das allerdings für ausgeschlossen. Denn es handele sich um ein Gremium, in dem die Ukraine nicht vertreten sei und Russland ein Vetorecht habe. Bei der ukrainischen Offensive gibt es derweil nicht viel Bewegung. Bühler schildert die aktuelle Entwicklung und berichtet, dass der Nachschub-Mangel zunehmend ein Problem wird. Zudem werde die Artillerie der Russen dezimiert, die Moral der Truppe sei angeschlagen, den Russen gelinge es immer weniger ihre militärischen Ziele zu schützen. Außerdem geht es um die schwindende Unterstützung Polens für die Ukraine. Bühler und Deisinger beobachten zudem eine gewisse Routine des UN-Sicherheitsrat beim Thema Krieg. Bühler meint aber, dass sollte man nicht überwerten. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
1 Stunde 6 Minuten
Ende August haben vier hoch angesehene deutsche Persönlichkeiten einen Friedensplan für die Ukraine vorgestellt, darunter der frühere General Harald Kujat. In einem Gastbeitrag erläutern sie, wie der Krieg in der Ukraine durch einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen beendet werden kann. In dieser Folge schauen sich Host Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler den Friedensvorschlag genauer an. Bühler ist der Meinung, dass das Papier durchaus Beachtung verdient hat und man sich intensiver damit auseinander setzen sollte. Er lobt, dass nicht nur ein Waffenstillstand und Friedensverhandlungen gefordert werden. Sondern die Autoren machten sich auch Gedanken, wie es umgesetzt werden könne. Bühler hat aber den Eindruck, dass sich der Friedensplan einseitig gegen die Ukraine richtet. Von ihr werde Verantwortung und Vernunft gefordert. Es gebe insgesamt zu viele Forderungen an das Opfer des Krieges. Russland und damit der Aggressor bleibe außen vor. Da gebe es keine Forderungen. Bühler sieht auch die Grundannahme im Papier kritisch, dass beide Seiten den Krieg nicht mehr gewinnen könnten. Außerdem geht es um die aktuelle Entwicklung der ukrainischen Offensive, etwa um den Kampf um Bachmut. Der frühere Nato-General erläutert, wie die Ukrainer dort voran kommen. Sie hätten in den letzten Wochen Erfolge gehabt, zum Nachteil der russischen Eliteverbände. Mehrere Brigaden seien zerschlagen worden. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
47 Minuten
In dieser Folge sprechen Angela Tesch und Ex-Nato-General Erhard Bühler über den Stand der ukrainischen Offensive. Es gibt Militärexperten, die sich sehr skeptisch darüber äußern, ob die Ukraine vor dem Winter noch entscheidende Erfolge erzielen kann. Der US-General Mark Milley sagt dazu, die Ukrainer kämen gut voran, aber sie hätten nur noch 30-45 Tage Zeit, bis die Schlammperiode einsetze. Markus Reisner, Oberst des österreichischen Bundesheeres, sagt, die Offensive sei ins Stocken geraten. Bühler ist weniger skeptisch. Die Offensive sei nicht zum Erliegen gekommen, auch könne es bis zur Schlammperiode in der Südukraine noch dauern. Die Ukrainer kämen langsam aber systematisch voran. Ausführlich sprechen Tesch und Bühler auch über einen Gastbeitrag von mehrere Experten in der Berliner Zeitung, darunter der General a.D. Harald Kujat. Sie vertreten die These, die Ukraine könne den Krieg nicht gewinnen und dürfe sich einem Frieden nicht verweigern. Bühler kritisiert den Beitrag aus mehreren Gründen, teilweise sei er gar polemisch. Weitere Themen: Das deutsche Zögern bei den „Taurus“-Lieferungen – Misstrauen gegenüber der Ukraine? + Wie gut ist die Ukraine auf den kommenden Winter vorbereitet? + Die Schnellstraße M14 in der Südukraine als lohnendes Ziel für Artillerieangriffe? Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
49 Minuten
In dieser Folge sprechen Angela Tesch und Ex-Nato-General Erhard Bühler zunächst über die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg. In den vergangenen Tagen wurden seitens der Ukraine weitere Geländegewinne im Süden des Landes gemeldet. Bühler sieht noch keinen entscheidenden Durchbruch. Allerdings liege die Initiative in diesen Frontabschnitten weiter bei der Ukraine. Im Osten, bei Bachmut, binde die ukrainische Armee mit ihren Angriffen die russische Armee. Bühler spricht außerdem über ein Ereignis von „herausragender Bedeutung“: Im Schwarzen Meer hat die Ukraine die Bohrinseln westlich der Krim erstmals seit 2014 wieder in ihren Besitz gebracht. Das sei ein erheblicher Rückschlag für die Russen, besonders bei der Aufklärung in diesem Gebiet, so Bühler. Das Ganze sei von der Tragweite vergleichbar mit der Rückeroberung der Schlangeninsel durch die Ukrainer. Ein weiteres Thema in dieser Folge ist eine Bewertung des G20-Gipfels. Bühler sieht in der Abschlusserklärung mit Blick auf den Ukraine-Krieg positive Punkte. Und es geht um Hörerfragen zu diesen Themen: Trümmer auf rumänischem Boden – eine russische Drohne? + Die Rolle von Drohnen im Krieg + Die deutsche Panzerhaubitze 2000 in der Ukraine + Können Taurus-Marschflugkörper die Krim-Brücke zerstören? Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
49 Minuten
In dieser Folge sprechen Angela Tesch und der frühere Nato-General Erhard Bühler über den deutschen Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Bühler stellt fest, dass die Verteidigungsausgaben zu gering seien. Berücksichtige man die Entwicklung bei den Personal- und Betriebskosten würden sie sogar sinken. "Das ist nicht das, was bei der Zeitenwende versprochen wurde", stellt Bühler fest. Die Investitionen müssten vor allem über das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen bezahlt werden. Das erschwere die Planung bei der Bundeswehr und führe zu Verzögerungen. Die Ursache für diese bedenkliche Entwicklung sieht Bühler nicht in den Hilfen für die Ukraine. Deutschland habe sich bei der Hilfe nicht übernommen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt seien die deutschen Verteidigungsausgaben nicht sonderlich hoch. Außerdem ist die Hilfe laut Bühler notwendig. Warum er das so sieht, erklärt er in dieser Folge ausführlich. Natürlich spielt auch die aktuelle Lage in dieser Folge eine große Rolle. Im Süden greift die Ukraine weiter an, an der östlichen Front ist sie in der Defensive und verteidigt ihre Stellung. Ausnahme im Osten ist nach Aussage von Bühler aber der Raum Bachmut. Dort habe die Ukraine wie im Süden die Initiative. Im Zusammenhang mit der aktuellen Lage beantwortet Bühler auch viele Hörerfragen: Haben die Russen den Ukrainern bei Robotyne eine Falle gestellt? Besteht die Gefahr, dass die Ukrainer im Süden von den Russen eingekesselt werden? Warum baut die Ukraine nicht wie die Russen ein komplexes Verteidigungssystem mit Minen, Panzersperren und Schützengräben auf? Außerdem geht er auf Meldungen ein, dass Teile von russischen Drohnen auf rumänisches Gebiet gefallen seien. Eine Gefahr, dass bei der Nato der Bündnisfall ausgerufen werde, sieht er nicht. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
38 Minuten
In dieser Folge sprechen sprechen Angela Tesch und der frühere Nato-General Erhard Bühler über den bevorstehenden Ministerwechsel im Verteidigungsministerium. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, dass Oleksij Resnikow entlassen werden soll. Neuer Minister soll Rustem Umjerow werden. Für den Wechsel sieht Bühler gute Gründe. Unter der Führung von Resnikow habe es eine ganze Reihe von Skandalen und Straftaten gegeben. So habe man sich in der Ukraine für mehrere tausend Euro von der Wehrpflicht freikaufen können. Auch wenn Resnikow nicht persönlich verantwortlich sei, gehe es um politische Verantwortung. Das Vorgehen des Präsidenten sei wichtig, damit der Westen die Ukraine weiter unterstütze. An den designierten Minister hat Bühler hohe Erwartungen. Als Chef des Vermögensfonds habe er bewiesen, dass er effizient führen könne. Wie wird sich der Personalwechsel auf den Krieg auswirken? Welche Rolle spielt es, dass der neue Minister Krimtatare ist? Auch dazu bezieht Bühler Stellung. Außerdem befragt Tesch Ex-Nato-General Bühler ausführlich zur laufenden Gegenoffensive der Ukraine. "Einen Durchbruch sehe ich noch nicht", sagt Bühler zu den ukrainischen Erfolgen. Aber es gebe Einbrüche in die russischen Verteidigungssysteme. Diese habe die Ukraine deutlich in die Breite ausweiten können. Allerdings ist der Sommer vorbei und es bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum Winter. Muss sich die Ukraine mit ihrer Offensive jetzt mehr beeilen? Bühler weist auch daraufhin, dass die Russen in der Verteidigung mit den ganzen Sperrsystemen gute Arbeit leisteten. Sie hätten außerdem in die elektronische Kriegsführung investiert und störten damit die ukrainische Gegenoffensive. Dazu empfiehlt Bühler einen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
55 Minuten
Der Herbst naht. In dieser Folge sprechen Jan Kröger und der frühere Nato-General Erhard Bühler darüber, ob die Ukraine vor der Schlammperiode noch genug Zeit hat, ihre Offensive zu einem Erfolg zu führen. Bühler sagt, die Zeit laufe im Krieg immer davon. Er glaube aber nicht, dass das Wetter die Offensive der Ukrainer zeitnah zum Stehen bringen werde. Je nach Wetter blieben noch vier bis acht Wochen. Und auch dann könne es weitergehen. Man dürfe die Auswirkungen der Schlammperiode nicht überbewerten. Ein anderer Punkt sei die Unterstützung der Ukraine durch den Westen. Hier spiele der Faktor Zeit ebenso eine wichtige Rolle. Bühler sagt, die Ukraine brauche mehr Unterstützung durch die europäischen Länder. Zur aktuellen Lage: Im Süden und Osten greift die Ukraine weiter an. Südlich von Bachmut erzielt sie weitere kleine Erfolge. Hauptsächlich binde die Ukraine dort nennenswerte russische Kräfte, so Bühler. Im Süden ist die ukrainische Armee inzwischen bis zur schwer befestigten „Surowikin“-Linie vorgedrungen. Bühler sagt, die Ukraine wolle hier den operativen Durchbruch erreichen. Auf Wunsch von mehreren Hörern geht es in dieser Folge außerdem um den Begriff „Brückenkopf“. Wo genau spielt der gerade eine Rolle in der Ukraine und was muss alles getan werden, damit ein Brückenkopf gebildet, gehalten und ausgebaut werden kann? Das erklärt Bühler auch anhand aktueller Entwicklungen. Denn die Ukraine hat unter anderem bei Cherson einen Brückenkopf über den Dnipro gebildet. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
55 Minuten
In dieser Folge sprechen Jan Kröger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über die jüngsten Erfolge der Ukraine bei ihrer Offensive. Die Rückeroberung des Ortes Robotyne ist nach Meinung des Generals wichtig. Von einem strategischen Durchbruch möchte er aber noch nicht sprechen. Bei der Offensive wird nun als nächstes der Ort Tokmak in den Fokus rücken. Bühler geht davon aus, dass die Ukraine versuchen wird, ihn von seinen Verbindungslinien abzuschneiden. Es gebe aber zahlreiche Risiken. So sei Tokmak von den Russen zu einer Festung ausgebaut worden. Kröger und Bühler schauen aber auch auf die Reaktionen der Russen. Berichten zufolge verlegen sie Teile der 76. Garde Luftsturmdivision aus der Oblast Luhansk in den Süden. "Das wird dazu führen, dass die Russen in der Region Luhansk kaum Optionen haben." An einen Durchbruch ist laut General für sie dort dann nicht zu denken. Außerdem gibt es eine russische Gegenoffensive im Nordosten an der Front im Raum Kupjansk und Lyman. Wie gefährlich ist diese Offensive? Was ist das Ziel der Russen? Der General schätzt auch die Situation auf der Halbinsel Krim ein, wo die Ukraine ein paar Erfolge zu verzeichnen hatte. Sie hat es unter anderem geschafft, ein Flugabwehrsystem S-400 zu zerstören. Bühler erkennt hier eine klare militärische Strategie. Außerdem bewertet er eine Äußerung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der eine Entmilitarisierung der Krim unter bestimmten Voraussetzungen für möglich hält. Diese Folge thematisiert auch noch einmal den wahrscheinlichen Tod von Wagnergruppenchef Jewgeni Wiktorowitsch Prigoschin und die Folgen. Pawel Latuschka, ein belarussischer Oppositionspolitiker, warnt: Wagner-Söldner bekämen neue Reisepässe aus Belarus. Sie könnten in die EU einreisen und möglicherweise Terror-Anschläge verüben. Wie hoch ist diese Gefahr? Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
58 Minuten
In dieser Folge sprechen Jan Kröger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über den mutmaßlichen Tod des Chefs der Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin. Er und sein Stellvertreter Utkin sollen an Bord eines Flugzeug gewesen sein, das 300 Kilometer entfernt von Moskau abgestürzt ist. Bühler geht davon aus, dass eine Bombe oder eine Boden-Luftrakete den Absturz verursacht hat. Die Indizien, die dafür sprechen, erläutert er ausführlich. Auf den Krieg in der Ukraine wird der mögliche Tod Prigoschins laut Bühler keinen großen Einfluss haben. Dieser habe sich schon ab Mai aus dem Krieg abgemeldet. Allerdings sei mit Konsequenzen für die Wagner-Gruppe zu rechnen. Die Organisation sei oder werde zerschlagen. Eine Gefahr wird Bühler zufolge von ihr nicht mehr ausgehen. Das ein oder andere Mitglied werde vielleicht in die russische Armee gehen und dann gehe von ihm eine Bedrohung aus. Aber das betreffe nicht die Mehrheit der Söldner. Kröger und Bühler schauen auch auf die Lage an der Front. Nach Angaben des Ex-Nato-Generals hat die Ukraine vor allem in der Nähe der Stadt Robotyne erhebliche Fortschritte erzielt und die erste Verteidigungslinie durchbrochen. Sie könne möglicherweise Folgekräfte einsetzen, um in Richtung Asowsches Meer anzugreifen. "Das ist eine gute taktische Ausgangsposition, um einen operativen Durchbruch zu wagen", so Bühler. Der Ex-Nato-General bezieht auch Stellung zu einem Artikel der "New York Times", wonach hochrangige US-Militärs enttäuscht über die ukrainische Gegenoffensive seien. So habe die Ukraine zu viele Truppenteile an den falschen Orten. Sie müsse sich auf den Süden konzentrieren, um in Richtung Melitopol voranzukommen. Bühler erläutert, warum er diese Einschätzung nicht teilt. Außerdem bewertet er ausführlich den ukrainischen Angriff auf eine Tupolew vom Typ Tu-22M3 auf russischem Gebiet. Er geht auch auf die zugesagten Lieferungen von F16-Kampfjets durch Norwegen ein. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
1 Stunde 10 Minuten
In dieser Folge beschäftigen sich Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler sehr ausführlich mit der Frage eines Hörers. Er will wissen: Welche praktische Fähigkeit muss eigentlich die Ausrüstung eines Standard-Infanteristen haben? In seiner Antwort geht Bühler ins Detail und beschreibt Uniform, Waffen, Erste Hilfe oder Aufklärungsmittel. Er geht auch auf das Programm "Infanterist der Zukunft" ein. Gerade bei der Kommunikation wird sehr deutlich, wie modern Bundeswehr-Soldaten heute ausgerüstet sind. Sie haben laut Bühler einen "elektronischen Rücken". Sie könnten ihre Standorte permanent übermitteln und Lageinformationen weitergeben. Alles werde auf einer digitalen Karte dargestellt. Bühler zählt auch auf, was in der Notration EPA alles enthalten ist. Die ukrainische Armee kann dem Ex-General zufolge mit der Ausrüstung der Bundeswehr nicht mithalten, auch wenn sie Fortschritte gemacht habe. Bei der russischen Armee gebe es große Unterschiede zwischen den Einheiten. Ein weiteres Thema sind die zugesagten Lieferungen von F16-Kampfjets der Niederlande und von Dänemark an die Ukraine. Bis es soweit sei, werde es aber noch dauern, meint Bühler. Vorher müssten ukrainsche Piloten ausgebildet werden. Außerdem sei noch einiges zu klären. Dabei gehe es auch um Waffenlieferungen für die Flugzeuge. Weiterhin meint Bühler, dass sich Deutschland an der F-16-Koalition beteiligen könne, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Infrastruktur, Ausbildung und Munition. "Das könnte nach dem Taurus jetzt die nächste Diskussion werden", so der Ex-General. Er hoffe, dass hier schon Überlegungen da seien. Natürlich schauen Deisinger und Bühler auch auf die aktuelle Lage. Auf den südlichen Angriffs-Achsen bei Melitopol und Berdjansk geht es laut Bühler für die Ukraine langsam voran. Die Russen verlören deutlich mehr Artillerie und Munition als die Ukrainer. Diese hätten die erste Sicherungslinie durchstoßen, die erste Hauptverteidigungslinie sei nahezu erreicht. Die Russen führten dagegen bei Kupjansk erfolgreich einen Entlastungsangriff durch. Allerdings hätten sie dort aber keine Reserven mehr. Was das Ziel der Russen dort ist, erklärt Bühler ausführlich. Bühler stellt außerdem fest, dass die Ukrainer sich auf die russischen Kampfhubschrauber besser eingestellt hätten. Drei von ihnen hätten sie abgeschossen. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
51 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über umstrittene Äußerungen aus der Nato. Es geht um den Direktor des Büros von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Stian Jenssen. Der hatte in einer Podiumsdiskussion gesagt, eine mögliche Lösung für den Ukraine-Krieg könne darin bestehen, dass das Land Territorium abgebe und im Gegenzug Nato-Mitglied werde. Bühler findet die Aussagen nicht gut. Sie seien ein Fehler gewesen. Jenssen spreche aber auch nicht für die Nato. Er sei keine führende Persönlichkeit in der Nato, sondern ein Büroleiter. Bühler glaubt auch nicht, dass über einen solchen Weg zum Frieden in der Nato derzeit wirklich nachgedacht wird. Eine solche Lösung wäre laut Bühler schlecht für die internationale Ordnung, weil sie Russlands Angriffskrieg belohnen würde und die Unverletzlichkeit von Grenzen in Frage stelle. Jenssen selbst ist nach seinen Äußerungen inzwischen zurückgerudert und hat sich entschuldigt. Zur aktuellen Lage: Die Ukraine greift im Raum Bachmut und im Süden weiter an. Dabei wurden weitere Teile der bisher in Reserve gehaltenen Offensivkräfte eingesetzt. Im nordöstlichen Teil der Front – bei Kupjansk – greift die russische Armee an. Bühler sieht darin Entlastungsangriffe, die erfolgreich verlaufen. Denn die Erfolge der russischen Armee in diesem Abschnitt hätten dafür gesorgt, dass die Ukraine dort Reserven einsetzen müsse, die eigentlich für die Offensive bestimmt gewesen seien. Außerdem geht es um die Flugbereitschaft der Bundeswehr, die in den vergangenen Tagen unfreiwillig Schlagzeilen gemacht hat. Hintergrund ist, dass Außenministerin Annalena Baerbock bei einer geplanten Pazifikreise strandete und ihre Reise schließlich absagen musste. Bühler erklärt zunächst, was die Flugbereitschaft ist, wie viele Flugzeuge sie hat und was zu ihren Aufgaben gehört. Der Ex-General sagt: Der Vorfall sei ärgerlich. Es sei aber falsch, zu behaupten, die Flugbereitschaft der Bundeswehr sei unzuverlässiger als andere Fluglinien. Für Forderungen nach einer Abschaffung der Flugbereitschaft hat er kein Verständnis. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
60 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über die Explosion einer russischen Seemine vor der Küste Rumäniens, in der Nähe des Badeorts Costinesti. Laut Bühler gab es schon mehrere Vorfälle mit russischen Seeminen. Rumänien habe sie aber nicht als Angriff gewertet und werde auch nicht in den Krieg eintreten. Außerdem erklärt der Ex-Nato-General, welche verschiedenen Arten von Seeminen es gibt, wie sie funktionieren und wie sie entschärft werden können. Auch die aktuelle Lage ist in dieser Folge Thema. Laut Bühler kommen die Ukrainer im Süden weiter langsam, aber stetig voran: "Das klingt wenig, ist aber angesichts der starken Verteidigung durchaus bemerkenswert." Außerdem bekämpfe die Ukraine die russische Artillerie sehr erfolgreich. Nach Einschätzung von Bühler hat die Ukraine dort zum ersten Mal nicht nur eine qualitative Überlegenheit bei der Artillerie, sondern auch eine quantitative. Außerdem hätten die Russen Probleme mit einer "Überdehnung der russischen Verteidigung". Was damit gemeint ist, erklärt Bühler ausführlich. Er geht aber auch auf die Erfolge der Russen in Kupjansk und Swatowe ein. Deisinger befragt Ex-Nato-General Bühler ausführlich zu den Entwicklungen in der aktuellen Taurus-Debatte. "Ich denke, dass Deutschland am Ende Taurus liefern wird", so Bühlers Prognose. Bedenken, die unter anderem von Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer kommen, teilt Bühler nicht. Es gebe keine Hinweise, dass die Ukraine sich nicht an die Abmachungen mit dem Westen halte und dann mit Taurus Ziele in Russland angreifen werde. Bühler erklärt auch, warum das Taurus-System die ukrainischen Flugzeuge schützen würde. Er geht aber auf die technischen Schwierigkeiten ein, die bei einer Lieferung überwunden werden müssten. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
1 Stunde 7 Minuten
Zur aktuellen Lage: Laut Ex-Nato General Erhard Bühler hat die Ukraine an der südlichen Front die Initiative. Sie sei aber weit von einem Durchbruch entfernt. Im Osten ist die russische Armee an einigen Frontabschnitten im Vorteil. Die Ukraine hat deswegen Reserven dorthin verlegt. Außerdem geht es ausführlich um die Rolle der Nato, die auch viele Hörerinnen und Hörer beschäftigt. Einige sehen das Bündnis kritisch, andere positiv. Es geht unter anderem um folgende Aspekte: Welche Rolle spielt die Türkei im Bündnis? Was eint die Mitgliedsstaaten und was trennt sie? Steckt hinter der Kritik an der Nato oft Antiamerikanismus? Und was haben die USA in der Geschichte getan, das diese Kritik ausgelöst hat? Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
1 Stunde
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über die ukrainischen Angriffe auf die Krim-Brücken. Zuletzt wurden die Tschonhar-Brücke und die Henitschesk-Brücke beschädigt. Bei beiden handelt es sich Bühler zufolge um logistische Versorgungsstraßen für die russische Armee. Aber auch die Versorgung über die beschädigte Kertsch-Brücke erfolge nur mit Einschränkungen. Bühler erklärt ausführlich, wie gefährlich die Angriffe für die Russen werden könnten. Deisinger stellt dem Ex-Nato-General außerdem die Frage, ob die Ukraine bei ihrer Offensive einem tatsächlichen Durchbruch näher gekommen ist? Bühler geht auch auf die unterschiedlichen Angriffs-Achsen ein. Ein weiteres Thema sind die russischen Luftangriffe. Laut Bühler wurden auf die Ukraine innerhalb von zwölf Stunden 70 Flugkörper abgeschossen. Es handle sich um einen der größten Luftangriffe in letzter Zeit. Er sei von langer Hand geplant gewesen und stehe nicht im Zusammenhang mit den Angriffen auf die Krim-Brücken. Bühler vermutet, die Russen hätten militärische Ziele treffen wollen wie Stützpunkte für die Storm-Shadow-Raketen. Warum er an den Erfolgs-Meldungen der Russen zweifelt, erklärt er ausführlich. Natürlich sprechen Deisinger und Bühler auch über den Ukraine-Gipfel in Dschidda. Der Ex-Nato-General lobt die Initiative Saudi-Arabiens. Auch wenn es keine Abschlusserklärung gebe, handle es sich um einen Erfolg für die Ukraine. Zum einen sei China mit dabei gewesen. Zum anderen seien sich die Teilnehmer einig gewesen, dass die territoriale Integrität der Ukraine gewahrt bleiben müsse. Bemerkenswert sind auch Aussagen von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, welche die "New York Times" veröffentlicht hat. Seine Aussagen zur Präsidentschaftswahl in Russland und zu den Kriegszielen bewertet Bühler kritisch. Er geht davon aus, das Ziel der Peskow-Aussagen sei gewesen, im Westen Diskussionen auszulösen. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.