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Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg Archiv

378 Episoden
1 Stunde 5 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler zunächst über die aktuelle Lage. Am Boden seien die Frontlinie und die Lage im Wesentlichen unverändert, so Bühler. Angriffe der Russen gebe es an allen bekannten Brennpunkten. Die russischen Luftoperationen hätten seit dem Abschuss der fliegenden Kommandozentrale A50 über dem Asowschen Meer nachgelassen. Die Russen seien vorsichtiger geworden. Die Ukraine hat immer wieder Erfolge bei Angriffen auf die russische Infrastruktur – so in Tula und in der Oblast Leningrad. Außerdem geht es um einen Angriff auf einen Markt in der Stadt Donezk mit mehreren Toten. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Bühler schätzt die Aussagen dazu ein.

Ausführlich sprechen Deisinger und Bühler zudem über das Nato-Manöver "Steadfast Defender". Mit rund 90.000 Kräften ist es das größte seit Jahrzehnten. Hauptzweck der Übung ist laut Bühler die strategische Verlegung von Kräften zur Verstärkung Nordnorwegens, des Baltikums, Polens, Ungarns und Rumäniens. Er erklärt außerdem, dass ein Übungsszenario bei der Nato auf Seiten des Bündnisses die wahren Verhältnisse widerspiegele - sprich Landesgrenzen, politische Verhältnisse, Wirtschaftslage oder militärische Fähigkeiten. Beim Übungsgegner werde ein fiktives Szenario angenommen. Es orientiere sich beim aktuellen Manöver an den Fähigkeiten Russlands, bleibe aber fiktiv hinsichtlich der tatsächlichen Ereignisse während des Übungszeitraums. Bühler macht außerdem deutlich, dass die Übungsinhalte nicht mit der aktuellen politischen und militärischen Wirklichkeit verwechselt werden dürften. Und er beschreibt, welche Übungen die Bundeswehr während „Steadfast Defender“ durchführt.

Am Ende beantwortet der frühere Nato-General noch einige Hörerfragen. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
1 Stunde 12 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über eine Abstimmung im Bundestag zum Ukraine-Krieg, initiiert von der Union. Die Bundesregierung wurde in dem Antrag aufgefordert, der Ukraine Taurus-Marschflugkörper zu liefern. Der Antrag wurde abgelehnt, auch von Abgeordneten der Ampel, die eigentlich für die Lieferung sind. Sie stimmten aus Gründen der Fraktionsdisziplin dagegen, unter anderem Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne). Bühler kann dieses Verhalten nicht verstehen. Politiker und Politikerinnen machten sich unglaubwürdig, wenn sie gegen Rüstungslieferungen stimmten, die sie zuvor über Monate gefordert hätten. Die Begründungen für dieses Verhalten wirkten wie Ausreden. Leidtragende seien die Menschen in der Ukraine.

Außerdem geht es um Positionen von Experten, die nüchtern und rational die Meinung vertreten, dass Russland diesen Krieg nicht verlieren wird. Die Ukraine kann ihn folglich nicht gewinnen. Bühler sagt dazu, dass die Lage für die Ukraine derzeit nicht gut sei, der Westen müsse sie mehr unterstützen. Dennoch stünden die Ukrainer nicht am Abgrund. Im Detail besprechen Deisinger und Bühler Aussagen des Historikers Jörg Baberowski bei t-online. Er sieht die Lage der Ukraine deutlich pessimistischer als Bühler. Unter anderem sagt er: Die Zeit arbeite für Russland. Die Unterstützung des Westens lasse nach. Bühler sagt dagegen, dieser Weg sei nicht vorherbestimmt.

Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Die Russen haben ihre Luftschläge fortgesetzt. Ein Ziel dabei: Charkiw. Die Ukrainer haben Ziele im russisch besetzten Gebiet angegriffen und auch tief in Russland selbst. Am Boden gibt es jeden Tag zahllose Angriffe auf beiden Seiten an verschiedenen Stellen der Front. Das führt aber nicht zu größeren Gebietsgewinnen für die jeweils angreifenden Truppen.

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44 Minuten
Die Ukraine meldet, zwei wichtige russische Flugzeuge abgeschossen zu haben – ein A50-Aufklärungsflugzeug mit aufgesetztem Radar und eine Il-22M-Maschine. Das sind laut Ex-Nato-General Erhard Bühler fliegende Aufklärungs- und Kommandozentralen, deren Besatzungen unmittelbaren Einfluss auf das Kriegsgeschehen am Boden nehmen können. Die A-50 sei vergleichbar mit AWACS-Flugzeugen der Nato. Sie soll über dem Asowschen Meer abgeschossen worden sein, weit entfernt von der Frontlinie. Bühler und Deisinger sprechen darüber, was so ein Flugzeug kann und welche Geschosse für den Abschuss in Frage kommen. Der Verlust sei ein herber Schlag für Russland, so der Ex-General. Die Il-22M ist nach dem Treffer nicht abgestürzt, sondern notgelandet. Laut Bühler liegt dennoch ein Totalschaden nahe.

Zur aktuellen Lage: Die russische Armee setzt ihre Luftschläge fort. Die Abschussquote seitens der Ukraine ist zuletzt gesunken. Warum ist das so? Am Boden an der Front sei die Lage dynamisch, so Bühler, aber es gebe keine großen Veränderungen. Außerdem gibt es Spekulationen darüber, ob die Russen eine Winteroffensive planen. Der Ex-General sagt, dafür sehe er derzeit keine stichhaltigen Beweise.

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1 Stunde 5 Minuten
Host Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler sprechen in dieser Folge über die zugesagten F-16-Lieferungen an die Ukraine. Versprochen wurden die Kampfjets unter anderem von Norwegen, Dänemark und Griechenland. Dänemark wollte der Ukraine gestaffelt 19 Flugzeuge liefern. Allerdings verzögern sich die Pläne um ein halbes Jahr. Das zeigt laut Bühler, wie komplex das Vorhaben sei. Piloten müssten ausgebildet, ein Konzept für die Instandsetzung erarbeitet und geeignete Flugplätze ausgesucht werden. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Herausforderungen, auf die der Ex-Nato-General eingeht.

Laut Bühler werden die F-16-Kampfjets den Krieg nicht entscheiden. Die Ukraine bekomme aber mehrere zusätzliche Fähigkeiten. Die Kampfjets könnten für Luftangriffe auf die besetzte Krim genutzt werden, für die Luftverteidigung gegen russische Kampfflugzeuge und gegen anfliegende Marschflugkörper. Russland wird sich nach Angaben von Bühler mit den Lieferungen der Kampfjets aber nicht abfinden und der Ukraine das Leben schwer machen. Mit welcher Reaktion er rechnet, erläutert er ausführlich. Außerdem rechnet er vor, wieviele Flugzeuge der Ukraine im Moment zur Verfügung stehen. Und er erklärt, warum auch der schwedische Kampfjet Gripen eine Alternative zur F-16 sein könnte.

Ein Thema in dieser Folge ist außerdem, dass der Bundessicherheitsrat der Lieferung von IRIS-T-Luft-Luft-Raketen an Saudi-Arabien zugestimmt hat. Außerdem will die Bundesregierung der Lieferung von Eurofightern nicht im Weg stehen. Warum liefert Deutschland einem undemokratischen Staat Militärgüter? Wäre es nicht besser, die Ukraine mit Eurofightern zu unterstützen? Deisinger will in diesem Zusammenhang wissen, was aus der sogenannten "wertebasierten Außenpolitik" der Bundesregierung geworden ist. Laut Bühler wurde sie von der Realität eingeholt. Dabei kommt er auf die Situation im Roten Meer und die Huthi-Rebellen zu sprechen. Auch die aktuelle Lage in der Ukraine hat wieder viel Platz in dieser Folge. Bühler ordnet die Angriffe der Russen mit S-300-Raketen im Raum Charkiw ein, bei denen auch ein Hotel zerstört wurde. Außerdem nennt er Beispiele von mutmaßlich ukrainischen Operationen im russischen Kernland, bei denen Rüstungsfabriken beschädigt wurden.

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1 Stunde 4 Minuten
Das neue Jahr hat für die Ukraine mit einer massiven Welle russischer Luftangriffe begonnen. Rund 500 Geschosse wurden abgefeuert, sagt Ex-Nato-General Erhard Bühler - Drohnen, Raketen und mehr. Viele Geschosse seien abgefangen worden. Die ukrainische Luftverteidigung habe seit dem vergangengen Winter dazugelernt. Dennoch seien die Schäden beträchtlich.

Weitere Themen: Die aktuelle Lage an der Front + Der Mangel an Artillerie-Munition in der Ukraine

Podcast-Empfehlung: 100. Folge von "Die Spur der Täter"

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1 Stunde 4 Minuten
Russland hat in den vergangenen Tagen wiederholt Luftangriffe der Ukraine auf die russische Stadt Belgorod gemeldet. Dabei habe es mindestens 25 Tote gegeben. Hat die Ukraine dort zivile Ziele ins Visier genommen? Daran glaube er nicht, sagt Ex-Nato-General Erhard Bühler. Aus der Region um Belgorod habe es in der Vergangenheit immer wieder Angriffe auf die Ukraine gegeben. Deswegen hält Bühler es für wahrscheinlich, dass die russische Flugabwehr bei einem ukrainischen Gegenangriff Geschosse abgefangen habe, deren Trümmer dann zivile Ziele getroffen hätten. Darauf deuteten russische Aufnahmen vor Ort hin, auf denen keine Einschlagskrater zu sehen seien. Die russische Reaktion, das Beklagen ziviler Opfer und die Verurteilung der Angriffe, hält Bühler für zynisch. Denn anders als die Ukraine führe Russland seinen Angriffskrieg mit gezielten Attacken auf zivile Infrastrukturen und Zivilisten.

Berichte über die deutschen Leopard-2-Panzer in der Ukraine sorgen für Aufsehen. Danach sind von den 18 gelieferten Panzern nur noch sehr wenige einsatzbereit. Von „Pannenpanzern“ schreibt der Spiegel. Bühler hält das nicht für gerechtfertigt. Und er erklärt, warum. Es geht um den Einsatz in vorderster Linie, mangelnde Ersatzteile und fehlgeschlagene Reparaturen.

Was das Jahr 2024 bringen wird: Bühler wünscht sich eine fortdauernde umfassende Unterstützung für die Ukraine, die den Krieg nicht verlieren dürfe. Das sei im ureigenen Interesse des Westens. Mit einem Ende des Krieges in diesem Jahr sei leider nicht zu rechnen, so Bühler. Er erklärt, welche Strategie die Ukraine in diesem Jahr verfolgen könnte.

Zur aktuellen militärischen Lage: Russland hat seine Luftschläge fortgesetzt - Schwerpunkte waren in den vergangenen Tagen die Städte Kiew und Charkiw. Am Boden melden die Russen Erfolge bei Awdijiwka, die Ukrainer bei Saporischschja. In beiden Fällen handle es sich nur um geringe Verschiebungen der Frontlinie ohne größere taktische oder gar operative Bedeutung, so Bühler.

Weitere Themen: Ein Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine + Die Ukraine hat Ziele auf der Krim angegriffen + Russlands neues Artillerie-Radar. Kaum im Einsatz, schon zerstört.

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1 Stunde 12 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über die aktuelle Lage am Ende dieses Kriegsjahres. Unter anderem geht es um den großen russischen Luftangriff auf die Ukraine. Bühler spricht von einer lange erwarteten Operation nach dem Muster ähnlicher Angriffe im vergangenen Winter. Den Großteil der Geschosse hat die Ukraine eigenen Angaben zufolge abgeschossen, aber natürlich gibt es auch Schäden. Es sei möglich, so Bühler, das zeitnah weitere ähnliche Operationen folgten. Ansonsten gibt es laut Bühler wenig Veränderungen an der Frontlinie. Es gebe aber durchaus schwere Kämpfe. Und die Russen haben einen Erfolg vorzuweisen. Sie haben die Kleinstadt Marjinka erobert. Die Ukrainer vermelden die Versenkung des russischen Kriegsschiffs „Nowotscherkassk“. Damit dürfte ihnen ein weiterer wichtiger Schlag gegen die russische Schwarzmeerflotte gelungen sein. Außerdem berichten die Ukrainer vom Abschuss mehrerer russischer Kampfjets.

Weitere Themen: Die Unterstützung für die ukrainische Luftwaffe + Kritik des sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer an der Ukraine-Strategie der Bundesregierung + Ein Brandbrief zu den deutschen Plänen für eine Brigade in Litauen

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1 Stunde 10 Minuten
Zunächst sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler in dieser Ausgabe über die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg. Positiv hebt Bühler die Luftverteidigung der Ukraine hervor. Die nächtlichen Drohnenangriffe der russischen Armee auf die kritische Infrastruktur der Ukraine seien weniger erfolgreich als im vergangenen Winter. Die ukrainische Luftabwehr leiste herausragende Arbeit. Am Boden greifen die Russen im Nordosten der Front weiter in Richtung Kupjansk an. Seit dem Sommer sind sie nur wenige Kilometer vorgerückt. Bei Awdijiwka sind die Russen in den vergangenen Monaten bis zu drei Kilometer vorangekommen. Das sei wenig bei den hohen Verlusten, mit denen der Erfolg erkauft worden sei, so Bühler. Ein großer russischer Durchbruch zeichne sich nicht ab. Allerdings brauche die Ukraine weitere westliche Unterstützung, um Ziele im russischen Hinterland anzugreifen und die Versorgung der angreifenden Russen stören zu können. Ansonsten werde die Ukraine früher oder später den Rückzug antreten müssen. Bei Cherson hat die Ukraine weiter Brückenköpfe auf der linken Seite des Dnipro. Ein Bericht wirft aber Fragen auf, wie stabil die Lage dort ist.

Es gibt eine Debatte über eine weitere Mobilisierung bei der ukrainischen Armee. Es geht um bis zu 500.000 Soldaten und jene Männer, die aktuell nicht in der Ukraine leben, sondern im Ausland. Bühler ordnet die Meldungen dazu ein. Es gehe um langfristige Maßnahmen und nicht darum, sofort hunderttausende neue Soldaten einzuziehen.

Außerdem geht es um die medizinische Versorgung von Soldaten an der Front. Dafür ist ein Gast dabei: Bastian Veigel, Unfallchirurg aus Deutschland. Er war im Sommer im Donbass in der Ukraine an der Front und hat bei der Versorgung verwundeter ukrainischer Soldaten geholfen. Veigel erklärt, wann und warum er entschieden hat, in die Ukraine zu gehen. Wie er an der Front als Arzt gearbeitet hat und welchen Gefahren er sich dabei ausgesetzt hat. Er kann berichten, wie genau ukrainischen Soldaten geholfen wird, wenn sie an der Front verwundet werden.

Weitere Themen: In den USA gibt es weiter keine Einigung über zusätzliche Ukraine-Hilfen + Die Debatte um die Wehrpflicht in Deutschland hat in diesen Tagen wieder an Fahrt aufgenommen

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1 Stunde 24 Minuten
In dieser Folge haben Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler einen Gast, den Militärhistoriker Sönke Neitzel. Im Mittelpunkt steht dabei das große Ganze im Ukraine-Krieg. Neitzel sagt, die ukrainische Offensive sei gescheitert, Russland sehe sich nun im Vorteil. Es zeichne sich ab, dass der Ukraine-Krieg lange andauern werde. Das Ganze sei ein Marathon mit einer offenen Frage: Ist der Westen bereit, die Ukraine so lange zu unterstützen oder nicht? Bühler stimmt dem grundsätzlich zu. Russland habe sich lange nicht von seinen Fehlern zum Beginn des Krieges erholt. Inzwischen sei das aber anders. Russland habe auf Kriegswirtschaft umgestellt. Die jüngsten Diskussionen im Westen über die Zukunft der Ukraine-Hilfen sehen Bühler und Neitzel kritisch. Moskau freue sich über die fehlende Bereitschaft, die Ukraine bedingungslos und umfangreich zu unterstützen.

Mit Blick auf die Zukunft des Krieges sagt Neitzel: „Die Lage ist betrüblich.“ Es sei nicht absehbar, dass der Westen die Ukraine in eine Lage versetzen werde, noch eine erfolgreiche Gegenoffensive zu starten. Russland zwinge der Ukraine seine Art der Kriegsführung mit massivem Artillerie-Einsatz aus. Und in Moskau glaube man, dass man den längeren Atem und die höhere Opferbereitschaft habe. Deswegen gebe es in der russischen Führung auch keine Bereitschaft zu Verhandlungen. Laut Neitzel geht es derzeit darum, dafür zu sorgen, dass die ukrainische Armee nicht zusammenbreche und den Krieg nicht verliere. Denn die Folgen einer Niederlage wären verheerend, für ganz Europa.

Problematisch sehen Neitzel und Bühler die deutsche Haltung. Aus Berlin gebe es keine klare Kommunikation. Als Beispiel nennen sie die Taurus-Debatte. Kanzler Scholz (SPD) verpasse es, klare Worte zu sprechen und eine langfristige Strategie für den Krieg vorzulegen.

Weitere Themen: Warum die ukrainische Offensive gescheitert ist + Zum Sinn und Unsinn von historischen Vergleichen im Ukraine-Krieg + Die Zukunft der Kriegsführung im Zeitalter der Drohnen

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55 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler zunächst eingehend über die aktuelle Lage. Die Russen greifen immer wieder die Brückenköpfe an, die die Ukrainer bei Cherson auf der linken Seite des Dnipro haben. Erfolge können sie dabei bisher nicht vermelden. Im Süden gibt es wenig Bewegung, aber heftige Gefechte. Bühler spricht von Angriffen und Gegenangriffen. Bei Awdijiwka ist die Ukraine in Bedrängnis, zieht sich aber nicht zurück. Die Russen nehmen hohe Verluste in Kauf. Das weckt Erinnerungen an die Kämpfe um Bachmut.

Außerdem: Die Ukrainer leiden unter Munitionsmangel, besonders bei der Artillerie. Der Westen scheitert daran, hier mehr zu liefern, obwohl es entsprechende Zusagen gibt. Interessant ist, woran es teilweise scheitert. Eine Rolle spielt der Stadtrat von Troisdorf in Nordrhein-Westfalen.

Weitere Themen: Mögliche Kampfflugzeug-Lieferungen an die Ukraine + Ukrainische Winteroffensive übers Eis?

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1 Stunde 12 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über einen hochinteressanten Artikel der Washington Post zu Planung und Verlauf der ukrainischen Offensive im Sommer. Demnach gab es vorab verschiedene Überlegungen. Briten und US-Amerikaner hätten den Ukrainern geraten, nur an einem Ort anzugreifen und dort alle Kräfte zu massieren. Die Ukrainer hätten sich dann entschieden, an mehreren Frontabschnitten anzugreifen. Bühler erklärt, warum er den ukrainischen Ansatz nachvollziehen kann. Weitere Differenzen soll es mit Blick auf den Startzeitpunkt der Offensive gegeben haben. Letztendlich versackte der Angriff schon nach wenigen Tagen.

Die militärische Hilfe des Westens scheint derzeit nachzulassen. Europa zeigt sich wenig geeint, in den USA fallen weitere Hilfen bisher einem Haushaltsstreit zum Opfer. Bühler erklärt, warum er der Ukraine dennoch weitere Erfolge zutraut.

Zur aktuellen Lage: Die russische Armee hat ihre Luftschläge gegen die Ukraine intensiviert. Die Ukrainer greifen weiter Ziele weit hinter den russischen Linien an. Die russische Armee versucht derweil, auf Kupjansk vorzustoßen, allerdings weitgehend erfolglos, so Bühler. Kritischer ist die Lage für die Ukrainer bei Awdijiwka, dort kommen die Russen weiter voran, wenn auch sehr langsam. Im Süden ist die Ukraine teilweise noch in der Offensive. Bei Cherson versuchen die Russen derzeit, die ukrainischen Brückenköpfe über den Dnipro zu zerschlagen.

Und es gibt neben Ex-General Bühler zwei weitere Gäste, die in diesem Podcast zu Wort kommen. Melanie und Marcus Gras engagieren sich privat, um Hilfen für die Ukraine zu organisieren. Es geht um Sanitätsmaterial, Kleidung, Lebensmittel und Feuerwehr-Material. Sie haben bereits mehrere Transporte organisiert, einen weiteren soll es noch in diesem Jahr geben. Sie berichten von ihrer Hilfe, ihrer Motivation und Bildern aus der Ukraine, die man nicht vergisst.

Links:

- Artikel der Washington Post

- Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Rhein-Neckar e.V.

Und hier unser Podcast-Tipp: Die Fascho-Jägerin?! - Der Fall Lina E. und seine Folgen

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1 Stunde 11 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über Zahlen der russischen Forschungsgruppe "Chronicles". Danach ist die Zahl der "harten" Kriegsbefürworter in Russland auf 12 Prozent gesunken. Gleichzeitig gebe es eine Mehrheit von 56 Prozent, die Friedensverhandlungen wolle - auch ohne die Kriegsziele zu erreichen. "Der Krieg ist in Russland angekommen", meint dazu Bühler. Außerdem erklärt er, wie Präsident Wladimir Putin auf diese Zahlen reagieren könnte. Der Ex-Nato-General geht auch auf Umfragen anderer Institute ein. Deisinger und Bühler schauen ebenfalls auf die Stimmung in der Ukraine. Dort gab es Demonstrationen von ukrainischen Frauen, die wollen, dass ihre Männer von der Front zurückkommen. Umfragen zeigen, dass das Vertrauen in die ukrainische Regierung schwindet. Bühler weist aber darauf hin, dass trotzdem immer noch über 80 Prozent der Ukrainer die Kriegsstrategie von Präsident Wolodymyr Selenskyj stützen. Die Unstimmigkeiten des Präsidenten mit dem Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, spielen ebenfalls eine Rolle. Was steckt dahinter?

Ein weiteres Thema in dieser Folge ist die Ausbildung ukrainischer Soldaten im Westen. Laut Bühler findet die Grundausbildung vor allem in Großbritannien statt. In Deutschland würden vor allem Spezialisten ausgebildet. Die vermittelten Fähigkeiten stünden im direkten Zusammenhang mit den gelieferten Waffen. Dazu gehörten Leopard- und Marder-Panzer sowie das System IRIS-T. Wie viele Soldaten bildet Deutschland aus? Wie läuft die Ausbildung in der Praxis ab? Wie lange dauert sie? Müssen die Ukrainer Prüfungen ablegen?

Natürlich besprechen Deisinger und Bühler auch die aktuelle Lage. Bühler fühlt sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Ukraine bewusst in die Defensive geht. Außerdem erklärt er die russische Drohnen-Strategie, bei der es sich um eine "Terroroperation" handle.

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1 Stunde 2 Minuten
In dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler zunächst über die aktuelle Lage in diesem Krieg. Es sieht derzeit nicht gut aus für die Ukraine. Bühler stellt ein politisches Ereignis ins Zentrum, dass er für bemerkenswert hält: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mitgeteilt, dass die ukrainische Armee entlang der jetzigen Frontlinie Befestigungen anlegen will. Das könne man so interpretieren, dass die Ukraine sich in den nächsten Wochen und Monaten auf das Halten der aktuellen Front beschränken will, so Bühler. Er zeigt sich jedoch noch skeptisch, ob das wirklich so sei. Fest stehe aber: In fast allen wichtigen Frontabschnitten seien die Russen aktuell in der Offensive. Geländegewinne gebe es aber kaum.

Weitere Themen: Pistorius zu Bild-Bericht: „Abwegiger Unsinn!“ + OSZE – Mit Russland reden oder nicht? + Das Vorhaben der Bundeswehr, dauerhaft eine Brigade in Litauen zu stationieren. + Die Taurus-Debatte

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56 Minuten
Was ist die Strategie des Westens? Darüber kann man derzeit trefflich spekulieren, denn klare Äußerungen gibt es kaum. Auch Kanzler Olaf Scholz (SPD) bleibt immer wieder vage. Einem Bild-Bericht zufolge hat es eine Absprache zwischen Scholz und US-Präsident Joe Biden gegeben. Ziel sei es demnach nicht mehr, dass die Ukraine den Krieg gewinne. Vielmehr wöllten Deutschland und die USA, dass die Ukraine in Verhandlungen mit Russland einwilligt. Bühler sieht den Bericht skeptisch, weil er sich nur auf eine nicht namentlich benannte Quelle stützt. Die US-Regierung hat den Bericht bereits dementiert. Festzuhalten bleibt aber: Die Waffenlieferungen des Westens reichen in ihrer jetzigen Form nicht aus, um der Ukraine nachhaltige Erfolge zu ermöglichen. Bühler vermisst dabei eine klare Kommunikation der Verantwortlichen, was sie eigentlich wollen. Und er sieht keinen Sinn darin, der Ukraine Verhandlungen mit Russland aufzuzwingen.

Die aktuelle Lage: Die Russen haben einen massiven Drohnenangriff auf Kiew ausgeführt. Die Auswirkungen waren glücklicherweise überschaubar. Die Ukrainer haben offenbar Ziele auf der Krim angegriffen. Im Osten der Ukraine greifen die Russen weiter mit Bodentruppen an, wenn auch teilweise gebremst durch das Wetter. Bei Awdijiwka ist die Lage für die ukrainische Armee kritisch, eine Einkreisung der Stadt konnte sie aber bisher verhindern. Auch die Versorgungswege in die Stadt sind noch offen. Bühler glaubt, dass die Ukrainer die Stadt halten können. Auch weiter im Norden greifen die Russen an in Richtung Kupjansk.

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1 Stunde 9 Minuten
In dieser Folge besprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler viele der zahllosen Fragen, die uns zum Ukraine-Krieg erreichen. Unter anderem geht es um die Frage, ob die Ukraine den Krieg noch gewinnen kann. Bühler glaubt das durchaus, macht es aber vom Umfang der westlichen Unterstützung für das angegriffene Land abhängig. Und da sei noch Luft nach oben.

Weitere Themen: Wie ist die Lage am AKW Saporischschja? + Wann werden Laserwaffen auf dem Schlachtfeld eine Rolle spielen? + Was würde in Russland passieren, wenn das Land den Krieg verliert? + Die Rolle des Westens und speziell der Nato im Krieg

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