Podcaster
Episoden
13.02.2026
1 Stunde 10 Minuten
Ausnahmsweise gibt es eine Patreon-Folge nun auch öffentlich, auf
Wunsch meines Gastes Kolja Zydatiss, der gern an obskure Orte
reist und dann davon berichtet. Nach Neufundland und Spitzbergen
war im Januar Saudi-Arabien dran, eine der wenigen absoluten
Monarchien in der Welt, streng islamisch-konservativ und ein
Exporteur des globalen Wahabismus. In den letzten Jahren
allerdings verordnete der Kronprinz Mohammed bin Salman eine
Öffnung zum Westen hin, es gibt keine öffentlich auftretenden
Sharia-Polizei mehr, westliche Stars treten dort auf und hinter
den Kulissen wird sogar mit Israel verhandelt. Eine für
islamische Verhältnisse extrem interessante Entwicklung, die
Kolja sich nun aus nächster Nähe anschaute, und zwar in Riad und
vor allem in der Oase al-ʿUla, die zum Touristen-Hotspot
ausgebaut wird. Pragmatisch betrachtet ist Saudi-Arabien bei
aller berechtigten Kritik sicherlich auf einem guten Weg, der
hoffentlich weiter beschritten wird.
Weitere Reiseberichte mit Kolja gibt es hier:
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02.02.2026
1 Stunde 10 Minuten
Vor 46 Jahren wurde Westeuropa von einer Jugendrevolte
erschüttert, die einige Jahre anhielt und die heute weitgehend in
Vergessenheit geraten ist. In Amsterdam und Westberlin wurden
hunderte Häuser besetzt, in Zürich begannen die
Opernhauskrawalle, in Frankfurt fand sich zum ersten Mal ein
schwarzer Block auf einer Demonstration zusammen und auch in
zahlreichen weiteren Städten wie Nürnberg oder Bremen kam es zu
Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei.
Mit dem Ruhrbarone-Gründer Stefan Laurin spreche ich über diese
Zeit, die er als Jugendlicher in Frankfurt miterlebte und die er
2010 in einem Ruhrbarone-Artikel würdigte. Wir sprechen über die
Unterschiede der Revolte von 1980 zu 1968, über die Entstehung
der Autonomen, die unmittelbar mit den Ereignissen dieser Jahre
zusammenhängt, über Schöner Wohnen-Proteste der saturierten
grünen Mittelschicht und die Janusköpfigkeit der schlußendlich
erfolgreichen Anti-AKW-Proteste. Leider musste Stefan am Ende
abrupt los, weshalb das Ende sehr abgehackt ist.
Stefans Artikel zur vergessenen Rebellion:
https://www.ruhrbarone.de/1980-die-vergessene-rebellion/11232/
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26.01.2026
1 Stunde 32 Minuten
Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden bezeichnet sich selbst
als "Nizza des Nordens", was mir als ehemaligem Norddeutschen
doch arg seltsam vorkommt. Darum geht es in dieser Folge aber nur
peripher, viel wichtiger sind all die guten Subkulturgeschichten
meines Gastes Falk Fatal, der seit Jahrzehnten in Wiesbaden als
Punkrock-Multitalent (und "Edelfeder") lebt und wirkt und dessen
drittem Buch ich den Titel für diese Folge entlieh.
Falk ist Fanzinemacher, DJ, Podcaster, Buchautor, Kolumnist,
Musiker und war auch mal Labelbetreiber. Wir sprechen über sein
Fanzine "Der gestreckte Mittelfinger", seine Bands Becks Street
Boys und Front, den Polytox-Podcast, den er zusammen mit Raidy
macht, über seine Bücher und sein ehemaliges Label Matula
Records. Außerdem auch noch über das Deutschpunkelend der 90er,
den Schlachthof Wiesbaden, Punk in Frankfurt und 1000 weitere
schöne Dinge. Auf ein Binding in Wiesbaden!
Falk im Weltnetz:
https://linktr.ee/falkfatal
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21.01.2026
1 Stunde 15 Minuten
Die Meldungen aus Syrien überschlagen sich schon wieder und
eigentlich sollte der amtierende Interimspräsident Ahmed
al-Scharaa bzw. al-Jolani auch Friedrich Merz einen Besuch
abstatten, wogegen sich Protest regte. Aufgrund der Vorfälle in
Syrien sagte al-Scharaa den Besuch kurzfristig ab.
Was genau grad in Syrien los ist, erläutert detailliert der
Nahostkenner Björn Stritzel. Wir sprechen über die kurdischen
Milizen, die Zentralregierung, Gefechte zwischen Milizen und
Regierungstruppen, IS-Anhänger in kurdischen Gefängnissen, über
Juden und Christen im Post-Assad-Syrien und was die Zukunft
bringen könnte. Skepsis ist weiterhin angebracht, aber man sollte
durchaus immer sehr genau hinschauen, was dort wirklich los, denn
die Lage ist komplex.
Björn im Weltnetz:
https://x.com/bjoernstritzel
https://euractiv.de/authors/bjorn-stritzel/
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11.01.2026
1 Stunde 36 Minuten
Das islamistische Regime im Iran wackelt wie noch nie in seiner
fast 47jährigen Geschichte, seitdem sich am 28.12.2025 erneute
Proteste gegen die katastrophale wirtschaftliche Lage
entzündeten. Diesmal ging der Protest aber vor allem vom als eher
konservativ geltenden Mittelstand, den sog. Bazaaris, aus, dem
sich aber innerhalb kürzester Zeit breite Teile der Bevölkerung
anschlossen.
Mit Lukas Sarvari von der Frankfurter Zeitschrift Casablanca
spreche ich über den Charakter des Aufstands, über die
Unterschiede zu früheren Protestbewegungen wie Jin, Jiyan, Azadi,
die Schwäche des Regimes nach dem desaströs verlaufenen
12-Tage-Krieg mit Israel, über weitere Faktoren, die den Aufstand
begünstigen, über die Opposition und über den seit Jahrzehnten
währenden Verrat der Linken an der iranischen Freiheitsbewegung.
Denn im Iran trägt niemand ein Palituch, die Hamas gilt bei den
Demonstranten nicht als "antikoloniale" Befreiungsbewegung und
das Kopftuch nicht als "feministisches" Symbol wie bei
wohlstandsverwahrlosten westlichen Aufklärungsverrätern. In
diesem Sinne: Hoch die internationale Solidarität und Freiheit
und Glück für die Iraner!
Die Casablanca im Weltnetz:
https://textezurfalschenzeit.de/
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Über diesen Podcast
Punk und Ideologiekritik https://linktr.ee/adistanza
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