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Episoden

45 Minuten
Ein junges und nervöses Pärchen reicht im Jahre 1839 beim Gericht in Leipzig Klage ein. Von Ängsten und Gewissensbissen geplagt, streben sie dennoch ein Urteil darüber an, ihre Ehe entweder durch die Zustimmung des Brautvaters oder durch ein Urteil zu deren Gunsten zu erreichen. Die junge Frau ist Clara Schumann, die international gefeierte Pianistin und das glänzende Produkt ihres Pädagogen Vaters Friedrich Wieck. Der zweite und nicht minder illustre Protagonist ist Robert Schumann, der aufstrebende Komponist und Literaturkritiker. Beiden ist klar, dass sie im Falle einer Niederlage alles verlieren würden. Schumann fürchtet sich zu Tode vor Claras Vater, denn dieser hatte gedroht, Robert zu erschiessen. 
24 Minuten
Am Ende seines Lebens sagte Beethoven, dass er lieber Tausend Noten schriebe, als nur ein einziges Wort. Dabei war der ungestüme Komponist ein reizender Worteschmeichler und vermochte mit seinen Liebesbriefen so manch einer Frau den Kopf verdreht haben. Tatsächlich heiratete Beethoven nie, doch pflegte er unendlich viele Affären, sowohl emotionaler als auch realer Natur. Die unsterbliche Liebe begleitete ihn Zeit seines Lebens, doch zerschellte sie in der Starre gesellschaftlicher Hierarchie.
31 Minuten
1957 schaute sich der französische Philosoph Gaston Bachelard den Menschen als emotionales Individuum an und suchte nach den Wurzeln des poetischen Denkens. Er benannte seine Schriften und Überlegungen "Die Poetik des Raumes" und stellte daneben eine Gleichung auf: der Mensch spiegelte sich in seinem zu Hause wieder. Seine Geheimnisse wohnten im Keller, das Alltagsleben spielte sich in den erdnahen Etagen ab, und die Träume entfachten sich ganz oben im Haus, die Augen gen Himmel gerichtet. Im physischen Raum des Rückzugsortes Haus beobachtete Bachelard fortwährend Zufluchtsorte, wo Besitzräume entstanden, in denen sich eine einmalige Intimität entfaltete. Er stellte fest, dass es die verborgenen Ecken sind, die uns einladen, den Geheimnissen und deren Glückseligkeiten innerlich nachzugehen. 
So erobert jeder Mensch für sich einen Raum im zu Hause, wo er zum Herrscher seiner intimsten Gedanken und Gefühle wird.
26 Minuten
Mozart als Modeikone?

In der Tat kleidete sich das einstige Wunderkind morgens zwei Stunden lang an. In Modefragen war Mozart genau so up to date wie in seinem Kompositionsgeschmack. Seit frühester Kindheit hatte er auf Konzertreisen die europäischen Königshöfe besucht und wusste, dass sich die Tore zu Ruhm und Reichtum mit dem richtigen Dresscode wie von selbst öffneten. Von den Knöpfen bis hin zur Schuhschnalle suchte er die Kleidungsstücke penibel aus, bestellte Spitze, Seide, Samt und Baumwolle, um sich die neuesten Trends aus Paris und London schneidern zu lassen.

Dahinter steckte aber nicht nur Geschäftskalkül - Mozart liebte schlicht und ergreifend die Bühne, und diese hatte man in dem feinsten Outfit zu betreten, um im Einklang mit der Kunst zu sein.
38 Minuten
Als das Doppelgemoppel Einzug in die gesitige Saharawüste des ehrenwerten Johann Paul Friedrich Richter erhielt, vermischten sich der Weltschmerz, das Sprachgitter und der Wetterfrosch zu einer perfekten Synthese aus Geist und Gefühl. Das Jahr war 1796 und es herrschten Goethe und Schiller. Das Ideen-Gewimmel in der Dichtung verwirrte die Titanen der Weimarer Klassik zutiefst. Von Berlin über Leipzig bis Weimar fragte man sich: „Wer ist er? Wo wohnt er? Wie heisst er?“ Um seinen richtigen Namen scherrte sich der unbekannte Autor nicht. Zu gewöhnlich, zu provinziell, fand er. Und so bediente sich der fränkische Provinzler der französischen Sprache, die Ende des 18. Jahrhunderts bemerkenswert en vogue war. Totenleise legte der unbekannte Autor den Menschen Johann Paul Friedrich Richter zu Grabe und es erhob sich Jean Paul empor, um die literarische Sprache der Weimarer Klassik seelenruhig umzustürzen.
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Über diesen Podcast

Klavier Podcast: Die Popkultur in der Klaviermusik - Was Sie im Konzertsaal nicht hören werden und worüber der Konzertpianist nicht spricht. Lachen und Staunen erlaubt.
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