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„Pflege spricht, Pflege hört“ Archiv

128 Episoden
20 Minuten
In der 23 Folge unseres Podcast beschäftigen wir uns mit dem Thema Supervision. Was sollten Pflegekräfte zu dem Thema schonmal gehört haben? Gerade in Bereichen der Pflege, die stetig Grenzsituationen und besondere, herausfordernde Situationen beinhaltet- (psychiatrische Pflege, Palliativpflege, Pflege bei neurologischen Erkrankungen, Demenz u.a.), ist Supervision häufiger ein Thema. Das Angebot besteht vielleicht, aber Pflegekräfte sind sich unsicher, ob sie das möchten, weil nicht ganz klar ist, was einen wirklich erwartet, was das eigentlich bringt, wie das strukturiert ist, ob man sich da irgendwie zu weit öffnen muss und nicht zu guter Letzt, ob alles auch wirklich dableibt, oder einem das irgendwie von Nachteil sein kann, wenn man da etwas erzählt, was einen belastet. In dieser Folge geht Lisa Ruchnewitz auf die Fragen ein, wann ist Supervision sinnvoll, was macht der Supervisor in seiner Rolle, wie sind seine Aufgaben, was sind typische Themen für Supervision und welche Chancen bringt sie mit sich?!
16 Minuten
Was macht eine objektive Beurteilung aus? Mit dieser Frage befasst sich Lisa Ruchnewitz in der 22. Folge von „Pflege spricht, Pflege hört“. Sie knüpft dabei an die Gegebenheiten und Grundlagen der Generalistik an. Ausgehend von der Praxisanleitung und dem dazugehörigen Prozess ergibt sich die Notwendigkeit einer Beurteilung der Auszubildenden. Eine individuelle Beurteilung ist dann aber nur dann möglich, wenn ein dokumentierter, strukturierter und transparenter Anleitungsprozess zugrunde liegt. Der Maßstab sind das erworbene Wissen und die Kompetenz entsprechend der jeweiligen Anforderungen und Ausbildungsziele. Auch welche Fehler bei der Beurteilung vermieden werden sollten, wird in dieser Folge beleuchtet. Und wozu braucht es eine Beurteilung? Noten allein reichen nicht aus. Eine fachlich angemessene Beurteilung macht Lernerfolge sichtbar und bietet gleichzeitig Motivation und die Erkenntnis von Defiziten.
16 Minuten
In der 21. Folge unseres Podcast wird das Thema Pflegevisite aufgegriffen. Lisa Ruchnewitz befasst sich dabei mit den Grundlagen, nicht mit den konkreten Zielen. Die richtige Strukturierung der Pflegevisite ist als Instrument der Qualitätssicherung zu verstehen. Die Verantwortung liegt in erster Linie bei der Pflegedienstleitung, die wiederum entsprechende Aufgaben an die übrigen Kräfte und Auszubildenden delegiert. Entscheidend ist die Struktur: Wann und in welcher Form werden Visiten vorgenommen? Welche Abläufe und Maßnahmen sind notwendig? Sind Schulungen möglich und nötig? Planung, lückenlose Dokumentation und Auswertung werden deshalb als wichtige Aspekte zur Vor- und Nachbereitung von Pflegevisiten betont. Im Zentrum stehen – wie bei allem pflegerischen Wirken – die konkrete Situation, die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der zu pflegenden Personen.
20 Minuten
In dieser Folge beschäftigt und das Thema Schmerzmanagement und der Umgang mit Schmerzen. Wir möchten bei diesem heiklen Thema auf die Herausforderungen hinweisen, die damit zusammenhängen. Die Lebensqualität der betroffenen Menschen in den Pflegeeinrichtungen, in Krankenhäusern und zu Hause steht erneut im Vordergrund. Deutlich soll auch werden, dass sich die Einschätzung und Bewertung von Schmerzen in den letzten Jahren gewandelt haben, nämlich von einer allgemeinen hin zu einer individuellen „Mess-Skala“. Die Gestik, Mimik und Körpersprache der Patient*innen sind ernstzunehmende Grundlage zur Einschätzung des individuellen Schmerzempfindens und dessen Auswirkungen. Wie mit chronischen und akuten Schmerzen selbstständig oder mit externer Hilfe umzugehen ist, welche bedarfsgerechten medikamentösen oder anderweitig therapeutischen Behandlungsmethoden sich anbieten und wie diese unter individueller Beobachtung angepasst und bewertet werden können, erfahren Sie in den Ausführungen von Lisa Ruchnewitz.
25 Minuten
Ausbildung ist nicht als notwendiges Übel, sondern als Personalentwicklungsmaßnahme zu verstehen, hält Lisa Ruchnewitz in der aktuellen Folge fest. Die Auszubildenden von heute sind faktisch die Kolleg*innen von morgen. Bereits über die Ausbildung kann in Zeiten des Fachkräftemangels Mitarbeiter*innenbindung entstehen. Wie definiert sich ein Ausbildungskonzept? Es handelt sich dabei nicht um einen Plan oder ein Leitbild. Vielmehr geht es um ein transparentes Zusammenspiel der Akteur*innen, die im Zusammenhang der Ausbildung stehen. Wie werden Leitung, Aufgaben und Praxisanleitung strukturiert und geregelt? Wer trägt welche Verantwortung? Welche Akteur*innen spielen welche Rolle? Ein Ausbildungskonzept ist vor allem als Hilfestellung zu verstehen, das zudem dem Ansinnen der Generalistik entspricht. Die Zielstellung muss klar sein und beim Lernen und Arbeiten Handlungsorientierung geben.
55 Minuten
Das Thema „Spiritualität“ kommt in der Pflege oft zu kurz. Dabei steht sie nicht nur im Zusammenhang mit Sterbebegleitung, sondern taucht in der Pflege an verschiedenen Stellen auf, wo es Kontingenzbewältigung und Empathie braucht – auch unabhängig von religionsspezifischen Fragen. Immerhin geht es um die ganzheitliche Versorgung der Patient*innen und deren Angehörigen. Für Folge 18 ist Christian Karl deswegen mit Inge Rogowski-Ohm und Walther Markert im Gespräch. Beide sind für die Höher Akademie tätig, wo sie Palliativ-Care-Kurse sowie Geronto- und Betreuungskräfteweiterbildungen führen. Schwerpunkte sind dabei psychosoziale Grundlagen, die Spezialisierung in der Spiritualität und die Sterbe- und Trauerbegleitung. Kernfragen dieser Folge sind: Was ist Spiritualität und was nicht? Welche Rolle spielt sie in der Pflege, in der Ausbildung und im Umgang mit Menschen? So viel ist sicher: Sie funktioniert individuell und nicht nach äußeren Maßstäben. Für Pflegekräfte ist es deshalb wichtig, sich in die Spiritualität ihrer Patient*innen einfühlen zu können. Fehlt ein gewisses Maß an „seelsorgerischer“ Kompetenz, muss bereits in der Ausbildung der Blick dafür geöffnet werden. Eine rein funktionale Ausübung der Pflege würde am Menschen vorbei gehen. Glaube (auch an sich selbst), Vertrauen und Hoffnung muss man vermitteln können. Viele Fragen sind nach dieser Folge zu diesem Thema offen. Wir freuen uns deshalb auf weitere Beiträge dazu!
25 Minuten
Die Folge 17 unseres Podcasts befasst sich mit der Milieutherapie – leider ein oft unterschätztes und wenig beachtetes Thema. Für Lisa Ruchnewitz ist es eine Herzensangelegenheit, weil es dabei um den Menschen ein seiner gesamten Individualität und Persönlichkeit geht. Der Milieubegriff bezieht sich auf das soziale Umfeld und die äußeren Faktoren, die unser Denken, unsere Erfahrungen, unser Urteilsvermögen und unsere Entscheidungen prägen. Diese individuelle Milieuprägung nehmen pflegebedürftige Menschen in die jeweiligen Einrichtungen mit. Die Milieutherapie setzt als Ausgleich genau an dieser biografischen Bruchstelle an. Auch das neue Milieu im Pflegeumfeld soll sich so gestalten, dass sich der Mensch wohl fühlt: Dabei dient das Lebensumfeld als Therapie, um die individuelle Lebensqualität zu sichern. Ziel ist es vor allem, eine Kontinuität zum bisherigen Leben zu wahren. Dies betrifft beispielsweise die Privatsphäre, soziale Kontakte und persönliche Interessen. Es geht bei dieser Therapieform deshalb nicht nur um Möbel, die in die Pflegeeinrichtung mitgebracht werden, um ein gewohntes Umfeld zu schaffen, sondern um vielschichtige Ebenen. Dazu gehören Mitsprachemöglichkeiten, die Gestaltung der Tagesabläufe, Flexibilität der Essenzeiten, die Einbindung der Angehörigen, das Angebot verschiedener Aktivitäten sowie eine Anbindung an die umliegende wirtschaftliche, soziale und kulturelle Infrastruktur. Kern der Milieutherapie ist, dass sich der pflegebedürftige Mensch trotz des Umfeldwechsels in der Einrichtung wie zu Hause fühlen kann.
38 Minuten
Mit der Folge 16 unseres Podcasts setzt Christian Karl das Thema der Finanzierung, wie angekündigt, fort. Im Interview ist Holger Ohm. Er ist Weiterbildungsdozent der Höher-Akademie und blickt auf viele Jahre im Pflegeberuf und in der Pflegeausbildung zurück. Im ersten Teil zum Thema Finanzierung ging es vor allem um die Generalistik, gesetzliche Regelungen zu Pflegeberufsfinanzierung, Ausbildungsfonds und um die Kostenverteilung auf Bund, Länder und Träger. Der zweite Teil setzt den Fokus auf die Praxisnähe. Holger Ohm weiß aus seinen Lehrveranstaltungen, dass oft auch die Praxisanleitung selbst nicht weiß, wie die seit 2020 geltende Pflegeausbildungsfinanzierung überhaupt genutzt werden kann. Innerhalb der Ausbildung kann die Finanzierung bei entsprechenden Nachweisen daher sehr vielfältig eingesetzt werden. Das betrifft den Gehaltausgleich an Weiterbildungstagen, Fahrtkosten, Seminare, etc. Er geht außerdem darauf ein, warum Zuschüssen entfallen können. Mit den Praxishinweisen zur Ausbildungsfinanzierung gibt Holger Ohm in dieser Folge auch allgemeine Tipps für die Praxisanleitung auf den Weg. Hierzu zählen lebenslanges Lernen, die Notwendigkeit der Praxisanleitung für die Personalakquise, die ausreichende Bereitstellung von Material und Räumlichkeiten, der Fokus auf individuelle Arbeitserfolge sowie die kritische Selbstreflexion.
17 Minuten
„Wenn es sich dein Gehirn vorstellen und dein Herz daran glauben kann, dann kannst du es auch schaffen.“ Mit diesem Zitat von Mohammed Ali leitet Christian Karl die 15. Folge des Podcasts „Pflege spricht, Pflege hört“ ein. Sich selbst zu motivieren, fällt nicht immer leicht – besonders an Tagen, an denen der Kaffee schon morgens verschütt geht und man zu spät zur Arbeit kommt. Wie kann man jedoch negative Gedankenmuster bereits von Anfang an im Keim ersticken? Mit gezielten Motivationstipps versucht Christian Karl diese Frage zu beantworten – angefangen beim Erkennen einer negativen Gefühlslage über die Ablenkung durch alternative positive Gedanken bis hin zu Ansätzen, sich selbst „Belohnungen“ in Aussicht zu stellen. Auch Atemtechniken oder der Kontakt zu Menschen, die einem gut tun, werden im Podcast benannt.
20 Minuten
In dieser Folge unseres Podcasts „Pflege spricht, Pflege hört“ kommt erneut Christian Karl zu Wort. Die generalistische Pflegeausbildung soll vieles vereinfachen und einheitliche Kriterien, insbesondere bei der Finanzierung, bieten. Trotzdem ist es notwendig, sich mit den rechtlichen Grundlagen näher auseinanderzusetzen. Es stellen sich Fragen wie: Was wird hier eigentlich geregelt? Wie setzen sich die Mittel zusammen und wie werden die Pauschalen in den Ländern ermittelt? Wofür dürfen sie verwendet werden? Welchen Anteil haben die Träger? Welche Fristen sind zu beachten? Die Folge benennt daher zwei wesentliche rechtliche Grundlagen: Das Pflegeberufegesetz (§ 26 ff.) sowie die entsprechende Finanzierungsverordnung (§ 3 ff.). Diese rechtlichen Grundlagen regeln beispielsweise die Kostenverteilung (Träger, Kassen, Länder etc.), die Ermittlung der Kosten, Vergütungen sowie die Deckungshöhe. Unter anderem Ausbildung, Organisation, Praxisanleitung und Fortbildungen können auf dieser rechtlichen Basis finanziert werden. Damit soll vor allem die Flexibilität in der Pflegeausbildung gewährleistet und verbessert werden. Das Thema der Finanzierung wird in einem zweiten Teil anhand praxisbezogener Beispiele fortgesetzt.
17 Minuten
Folge 13 unseres Podcast befasst sich mit einer Thematik, über die ungern gesprochen wird: Inkontinenz. Lisa Ruchnewitz betont, dass das Thema dennoch eine präsente Rolle einnimmt. Insbesondere in der Pflege kommt man nicht daran vorbei, sich damit bewusst zu befassen. Inkontinenz bleibt dennoch ein Tabu-Thema. Wir können wir also innerhalb der Gesellschaft und speziell in der Pflege lernen, damit umzugehen? Priorität hat die Lebensqualität der betroffenen Menschen. Eine sensible Begleitung sollte deshalb Möglichkeiten aufzeigen, sich der Situation bewusst zu werden und sich selbst managen zu können. Darüber hinaus wird in der Folge auf Prävention, Früherkennung sowie auf Behandlungs- und Therapiemethoden hingewiesen. Nicht jeder kann beim Thema Inkontinenz Experte sein. Hilfen dazu werden deshalb auf der Homepage der Deutschen Kontinenzgesellschaft angeboten.
24 Minuten
Die Leitung in der Pflege ist das Thema der zwölften Folge unserer Podcast-Reihe. Für Lisa Ruchnewitz ist die erfolgreiche Pflegedienstleitung (PDL) eine Herzensangelegenheit, da diese nicht nur Basis einer organisierten und offenen Arbeitsstruktur, sondern auch Ausgangspunkt für eine anspruchsgerechte Pflege ist. Wie man Stolpersteinen und verfestigten Strukturen in der Pflege aus dem Weg gehen kann, versucht sie anhand von fünf Kriterien zu erläutern, die ihr als wesentlich erscheinen: Transparenz, Respekt, Integrität, Fairness und Klarheit. Diese Aspekte sollten sich prinzipiell im Verhalten der Pflegedienstleitung widerspiegeln, so die Pflegemitarbeiterinnen und -mitarbeiter ins Boot geholt werden.
1 Stunde 6 Minuten
Die Pflege und die Ausbildung zur Pflege sind im Umbruch. Das Interview mit der Diplom-Pädagogin Tina Knoch (QUESAPconsult) dürfen wir entsprechend als Apell zu neuen Strukturen, zur Systematik und Qualität in der Pflegeausbildung verstehen. Tina Knoch setzt ihre eigenen Schwerpunkte insbesondere in der Altenpflegeausbildung. Sie beleuchtet unter anderem auch die Vorteile der Generalistik als Methode der Ausbildung in der Pflege vor dem Hintergrund der Gesetzesnovelle zur Pflege aus dem Jahr 2017. Klar ist für sie: „Klasse statt Masse“. Dabei hat sich das Grundprinzip der Pflegeausbildung nicht wesentlich geändert, lediglich das Zusammenspiel von Theorie und Praxis. Die Schaffung neuer rechtlicher Rahmenbedingungen für die Pflege betrachtet Tina Knoch als Chance und versucht, denen Mut zuzusprechen, die diese Änderungen skeptisch betrachten. Nicht alles muss neu erfunden werden, da Strukturen und Abläufe bei der Pflegeausbildung bereits bestehen. Den rechtlichen Rahmen betrachtet sie als hilfreiche Leitlinie, um Struktur und Qualität neu anzupassen, da Pflegeberufe einen immer größeren Stellenwert im gesellschaftlichen Leben einnehmen. Entsprechend professionell sollte dementsprechend die Ausbildung strukturiert sein. Im Interview unserer elften Folge werden deshalb verschiedene Aspekte der neuen Rahmenbedingungen betrachtet. Dazu zählen die generalistische Pflegeausbildung, Weiterbildungsmöglichkeiten im Rahmen des Ausbildungsprozesses, Lernkooperationen (beispielsweise mit Bildungseinrichtungen), die gezielte bedarfsgerechte Ausbildung von Pflegekräften sowie die Praxisanleitung. Auch die Bedeutung betrieblicher und individueller Ausbildungspläne, Leitungsaufgaben sowie der Stellenwert der spezifischen Bereiche und deren Interaktion in der Pflege herausgestellt werden thematisiert. Neben dem Verweis auf das Buch von Tina Knoch „Praxisanleitung nach der neuen Pflegeausbildung“ wird in dieser Folge auf Hilfestellungen des Bundesinstituts für Berufsbildung hingewiesen.
17 Minuten
Die zehnte Folge unseres Podcasts übernimmt der stellvertretende Geschäftsführer der Höher Management GmbH Christian Karl und bringt uns „die Macht der Rituale“ näher. Es stehen die Fragen im Raum: „Was sind Rituale?“ und „Welche Rolle spielen Rituale in Pflegeunternehmen?“ Rituale bieten Halt, Orientierung, bauen Brücken, schaffen Vertrauen und vermitteln Werte. Wie wichtig sie sind, merken wir unter anderem daran, wenn sie gebrochen werden, so beispielsweise beim ausbleibenden Handschlag auf Grund von Corona. Es kommt uns merkwürdig vor. Psychologisch betrachtet, folgen Rituale bestimmten Mustern, unterbewusst und angedockt an Emotionen, und schaffen so kognitive Kapazitäten an anderer Stelle. In dieser Folge erläutert Christian Karl fünf verschiedene Formen von Ritualen, die für Unternehmen, insbesondere auch in der Pflege, tragend sind: das Gemeinschaftsritual, das Ritual der Anerkennung von Missständen und Erfolgen, Steuerungsrituale, Machtrituale und Übergangsrituale. Rituale können dabei hilfreich, aber nicht jedes Ritual muss dauerhaft sinnvoll sein. So lohnen eine Inventur und Überprüfung sowohl bestehender als auch neuer Rituale.
16 Minuten
Der Begriff Ethik wirkt zunächst abstrakt und trocken. Jedoch hat Ethik besonders in der Pflege und in der Pflegeausbildung praxisbezogene Relevanz. In der neunten Folge reißt Lisa Ruchnewitz an, welchen Stellenwert Ethik im Pflegealltag einnimmt. Ethik befasst sich in der Pflege und als Teil der generalistischen Pflegeausbildung mit Grenzsituationen, d. h. besondere Lebenslagen, Palliativsituation und verschiedenen Probleme, die innerhalb und außerhalb gesellschaftlicher Normen entstehen können. So geht es in konkreten Situationen um Fixierungen von Patienten, Nahrungsverweigerung oder Zwangsmedikationen. Insbesondere Auszubildende gelangen damit in Situationen, welche sie aus dem „normalen“ Alltag nicht kennen: Dilemmatasituationen. Es gilt dabei, die Lernenden über die theoretische Ausbildung an solche Situationen heranzuführen. Als Rahmen stehen eigene Werte, Pflegestandards, die konkrete Pflegesituation sowie die Reflexion des Pflegenden selbst. Grundsatz der Pflegethik ist der Wert des „Nicht-Schadens“. Daraus ergibt sich ein situatives, aktives und reflexives ethisches Handeln.