Neue Podcast-Impulse

Was tun bei Podcast-Fatigue?

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 12. Mai 2022
Erstellt: Dienstag, 11. Januar 2022
Bild: pexels.com
Was tun bei Podcast-Fatigue?

Du bist Podcaster:in und hast bereits einige Episoden veröffentlicht. Doch irgendwie scheint die Luft raus zu sein, Dir fällt nichts Neues bei dem Thema Deines Podcasts ein – Diagnose: Podcast-Fatigue? Lies hier was Du tun kannst, um wieder frischen Wind in Deinen Podcast zu bringen.

Man merkt es als Hörer:in nicht unbedingt, wenn man Podcasts verfolgt, doch ab und zu kommt es vor:

Der Podcaster oder die Podcasterin ist am Ende seiner/ihrer Ideen. Meist dauert es zahlreiche veröffentlichte Episoden, bis sich das Gefühl einstellt, dass beim festgelegten Podcast-Thema langsam "die Luft raus" ist. Und dabei war der Start und der weitere Verlauf doch so voller Einfälle und guter Impulse.

Wir wollen es nicht verschweigen: Podcast-Fatigue gibt es – wenn auch in seltenen Fällen.

Mit "Fatigue" meinen wir in diesem Fall nicht nur Müdigkeit, sondern auch das Gefühl, dass die eigene Podcast-Arbeit unergiebig oder etwas monoton erscheint. Was also tun bei Podcast-Fatique?

Bevor wir jedoch einige Möglichkeiten zur "Genesung" anschauen, wollen wir zuerst verstehen, wo diese Symptomatik überhaupt ihren Ursprung hat.

Podcast-Fatigue – Warum wir denken, nicht mehr weiter zu kommen

Wenig Rückmeldung aus dem Publikum, nur langsam wachsende Zahlen. Dass sich der Erfolg des eigenen Podcasts eventuell zäh anfühlt, hat viel damit zu tun, wie wir Erfolg eigentlich definieren und wie das Medium gestrickt ist.

Wir müssen uns als Podcaster:innen bewusst machen, dass Hörer:innen-und Abo-Zahlen nicht so schnell steigen, wie wir es von Likes und Followern auf Social Media mitunter gewöhnt sind.

Vergleichen wir mal: Ein Post mit etwas Text, einem Bild oder einem kurzen Video-Beitrag ist auf Konsumentenseite schnell angesehen, und ein Like schnell vergeben. Eine Podcast-Episode komplett durchzuhören, dauert dagegen schon etwas länger, und wird eher nicht so kurzfristig konsumiert wie die einschlägigen Social-Media-Feeds.

Das beeinflusst unsere Erwartungen, wenn wir uns beim Podcasten ähnlich schnelles Wachstum der Zahlen für Abos und Hörer:innen wünschen. Aber Podcasts sind nun mal keine Katzenbilder, salopp gesagt.

Grundsätzlich gilt:

Je länger ein Podcast besteht und regelmäßig Episoden veröffentlicht, desto mehr kann er sich etablieren und eine treue Hörer:innenschaft aufbauen.
podcast.de

Schau Dir also unter diesen Gesichtspunkten nochmal Deine Zahlen an. Sind sie wirklich so schlecht? Die Leute, die als Hörer in der Statistik verbucht sind, haben Deine Episode(n) bewusst angehört. Und Deine Abonnenten wollen alles hören, was Du veröffentlichst. Wir Podcaster:innen können für jeden aufmerksamen Hörer und jede aufmerksame Hörerin dankbar sein.

Und das Wachstum kommt eben mit der Zeit. Podcasts sind eben kein schnelles Erfolgsmedium, sondern zahlen auf Treue und Beständigkeit ein.


Jetzt, wo Du das weißt: Schaue Dir die folgenden möglichen Maßnahmen an und entscheide, ob Du etwas davon umsetzen möchtest.

1. Podcast-Fatigue überwinden mit größeren Gesprächsrunden

Was tun bei Podcast-Fatigue? Größere Gesprächsrunden

Die meisten Podcasts bestehen aus Dialogen zwischen zwei Hosts oder einem Interview-Format aus einem Host und einem Gast/einer Gästin. Doch nach dem Prinzip "mehr ist mehr" kannst Du auch die Anzahl der beteiligten Personen erhöhen, und somit neue spannende Blickwinkel gewinnen.

Zum Beispiel kannst Du Personen verschiedener Fachrichtungen oder Spezialisierungen einladen, um über das Thema der Folge zu sprechen. So ergibt sich nicht nur eine lebhafte Gesprächsdynamik, sondern auch wertvolle Perspektiven auf das Thema für die Hörer:innenschaft.

Diese runden Tische lassen sich auch ganz Corona-Konform über Online-Konferenzen organisieren. Für die Übertragung und Aufzeichnung mit mehreren Teilnehmer:innen gibt es inzwischen eine große Auswahl an Diensten, auch konstenlos. Beispiele dafür sind Zoom oder Jitsi. Es gibt auch Podcast-spezifische Anbieter wie Zencastr und Riverside, deren kostenlose Testphase Du für Deine Aufzeichnungen nutzen kannst.

Mehr Informationen über das Podcasten mit mehreren Online-Teilnehmer:innen findest Du im podcaster FAQ.

2. Anregungen und Teilnahme der Hörer:innenschaft

Was tun bei Podcast-Fatigue? Teilnahme der Hörer:innenschaft anregen

Manchmal hat man als Podcaster:in das Gefühl, nicht wirklich voran zu kommen, weil es so wenig Rückmeldung aus dem Publikum gibt. Höchste Zeit, dies zu ändern!

Frag' die Hörerinnen und Hörer Deines Podcasts zum Beispiel nach ihren Anregungen und Ideen für weitere Episoden. Womit beschäftigen sie sich, was wollen sie wissen?

Nutze Deine gesamte Online-Präsenz und Reichweite, um Dein Publikum zu erreichen:

  • Social-Media-Kanäle

  • Newsletter

  • eigene Blogs und Websites

  • Gruppen

  • Foren und natürlich

  • den Podcast selbst – indem Du Deine Frage in der Moderation stellst und Kontaktmöglichkeiten nennst

Vielleicht möchtest Du auch eine Umfrage, Challenge oder gemeinsame Aktion ins Leben rufen, die Dich wieder mehr mit Deinen Hörer:innen verbindet – und diese untereinander.

3. Auf zu neuen Ufern: Besondere Aufnahmeorte

Was tun bei Podcast-Fatigue? An besonderen Orten aufnehmen

Dein Podcast muss nicht zwangsläufig bei Dir Zuhause aufgenommen werden – es gibt so viele Möglichkeiten, um die Umgebung zu wechseln.

Natürlich muss das Equipment dabei mitmachen. Wer ein tragbares Interface oder einen Field Recorder zum Podcasten benutzt, kann mit diesen im Rucksack gleich aufbrechen. Ansonsten gibt es beides auch günstig zum Nachrüsten. Oder Du greifst auf Mikrofone zurück, die inzwischen auch mit Handy oder Tablet kompatibel gemacht werden.

So ausgestattet eröffnen sich ganz neue Welten für Deinen Podcast. So ist ein ungewöhnlicher Ort vielleicht der perfekte Eisbrecher für ein Interview. Oder Du besuchst Deine Gäste dort, wo sie arbeiten oder ihrem Hobby nachgehen.

So hast Du auf der Hörebene immer etwas, was Du Deinem Publikum beschreiben kannst ("Wir befinden uns..."). Und Deine Episoden erhalten eine lebhafte Ebene, die sich mit SIcherheit auch auf Deine Motivation auswirken wird.

Was auch immer Dein Podcast behandelt, für die Hörer:innenschaft ist es garantiert spannend, zu den Orten des Geschehens mitgenommen zu werden – ob Sportevent, Messe, Ententeich, Werkstatt, Studio, Büro, ...

4. Sonderformate und Spezial-Folgen

Was tun bei Podcast-Fatigue? Spezial-Episoden

Spezial-Folgen und Episoden-Reihen, die mal anders aufgebaut sind als Deine sonstigen Folgen, sind eine super Möglichkeit für mehr Abwechslung. Beispielsweise kannst Du ein bestimmtes Thema in einer Spezial-Reihe ganz genau unter die Lupe nehmen, oder gewisse Episoden mit stets wiederkehrenden Gästen zu einem neuen Format werden lassen, weil eure Gesprächsdynamik so gut funktioniert.

Du kannst dadurch quasi einen kleinen Sub-Podcast in Deinen eigenen Podcast integrieren. Denn manchmal braucht man einfach etwas Abstand zu dem, was man bisher getan hat, und möchte sich etwas Neuem widmen.

Nach einigen Spezial-Episoden wirst Du vermutlich wissen, was Du an gesammelten Erfahrungen in den Kanon Deines Podcasts einfließen lassen willst. Der bisherige gewohnte Gang wird sich ändern mit der erfrischenden Abwechslung, die Du Dir und Deinen Hörer:innen geschenkt hast.


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