Podcast-Analyse

Sinkt die Qualität von Podcasts? Eine Datenanalyse wirft Fragen auf

11. Mai 2022 , aktualisiert: 13. Mai 2022
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Eine Podcast-Analyse von Rephonic wertet Apples Hörer-Bewertungen aus. Werden Podcasts immer schlechter? Möglich, aber die Realität ist komplexer.

Datenauswertung kann etwas ganz Wunderbares sein (wenn sie jemand anderes macht). So werden aus Binärcodes, Klicks und Sternchen erst bunte Graphen und hinterher womöglich sogar Geschichten. Das Podcast-Netzwerk Rephonic hat nun Bewertungen auf Apple Podcasts ausgewertet und ist dabei zu interessanten Schlüssen gelangt.

Eine Frage, die Rephonic aus seiner Analyse ableitet ist: Werden Podcasts immer schlechter? Zugegeben, sie wirkt erstmal bizarr, denn es scheint allgemeine Einigkeit darüber zu herrschen, dass Podcasts immer professioneller werden. Was sagen die Daten dazu?

Apples Podcast-Bewertungen analysiert

Nutzer von Apple Podcasts, das seit einiger Zeit losgelöst von iTunes funktioniert, haben Gelegenheit, Podcasts mit einem bis fünf Sternen zu bewerten. Laut Auswertung sollen Podcasts 2016 die bestmöglichen Bewertungen eingefahren haben. Ihr Bewertungsdurchschnitt lag damals bei rund 4,8 von 5 möglichen Sternen. Weder vorher, noch nachher waren sie jemals so beliebt.

Dem gegenüber steht die Anzahl an Podcasts, die seit 2016 sprunghaft und immerfort anwuchs (650.000 neue Podcasts allein im Jahr 2021). Die Anzahl der neuen Podcasts und die sinkenden Bewertungen könnten zusammenhängen, schlussfolgert Rephonic. Während Podcasts zuvor von einem kleinen Kreis an Enthusiasten erstellt wurden, entwickelte es sich mit der Zeit zu einer Tätigkeit, die auch unbedarften Amateuren offenstand. So sank möglicherweise die Qualität und dementsprechend auch die Höhe der Bewertungen.

Welche Faktoren beeinflussen Podcast-Bewertungen?

Weitere Ableitungen aus der Analyse zeigen: ältere Shows werden tendenziell schlechter bewertet als neuere Shows. Mangelnde Innovation, schlechtere Mikrofone und abnehmende Aktualität könnten die Ursachen hierfür sein. Zusätzlich gilt: Je größer das Publikum, desto schlechter die Bewertung. Am besten schneiden laut Analyse Shows zwischen 501 und 5000 Hörern ab, sie erreichen 4,8 Sterne. Am schlechtesten schneiden Shows mit mehr als einer halben Millionen Hörern ab, die wurden 2021 durchschnittlich mit 4,3 Sternen bewertet. Gerade große Podcasts mit kontroversen, politischen Themen sinken in den letzten Jahren in ihren Durchschnittsbewertungen, doch auch neue Shows werden tendenziell schlechter bewertet als noch in 2016.

Die Daten deuten darauf hin, dass die allgemeine Zufriedenheit mit Podcasts immer mehr abnimmt. Ob das alles auf eine Überreizung, Polarisation, gestiegene Ansprüche oder auf ganz andere Ursachen hindeutet, darüber lässt die Analyse keine Schlüsse zu. Weitere Untersuchungen wären notwendig.

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