Drogenhändlerin im Interview

"Shit Happens - Erinnerungen einer Großdealerin"-Podcast

18. Juni 2021, 00:12 Uhr , aktualisiert: 16. Juli 2021, 14:02 Uhr
Bild: SWR2
"Shit Happens - Erinnerungen einer Großdealerin"-Podcast

Andrea versorgte Wien mit Cannabis. Für rund eine Tonne wurde sie verurteilt. Im SWR-Podcast "Shit Happens - Erinnerungen einer Großdealerin" erzählt sie ihre unfassbare Geschichte. Unsere Redaktion durfte vorab reinhören.

"Ich weiß, dass es immer einen geben wird, der dich verrät", sinniert Andrea. Sie auf der anderen Seite war nie jemand, der andere verraten hätte. Die heute 50-Jährige erlaubt Podcast-Hörerinnen und -Hörern einen Blick in ihr Leben um die Jahrtausendwende. Es war die Zeit, in der sie eine Tonne Haschisch hortete.

Shit Happens Podcast Cover

Der Lebensweg einer Großdealerin

Autorin Magda Woitzuck traf und interviewte die Großdealerin. Gemeinsam besprechen sie Andreas Lebensweg. Dieser begann mit einer einsamen Teenagerzeit in einer von den abwesenden Eltern gesponserten 125-Quadrameter-Wohnung in Wien. Als Jugendliche kellnerte sie und kam dabei mit dem Rotlichtmilieu in Kontakt. Nicht als Prostituierte, sondern als Barfrawu erarbeitete sie sich Vertrauen und Ansehen der Milieu-Größen, die sie stets "Pupperl" nannten. In diesen Kreisen fand Andrea Anschluss und Anerkennung, nach denen die junge Frau sich sehnte.

Nach dem Ausschluss aus dem Rotlicht-Milieu kam sie mit Drogen in Kontakt und verkaufte ab Ende der Neunziger Jahre im großen Stil Cannabis. Letztendlich führte ihr Weg sie erst auf die Flucht vor der Justiz, und dann in Haft.

Kriminelle Werte

Andreas M.'s Geschichte handelt von Loyalität, Verrat, Stärke und Schmerzen. Romantisch, aber nicht verklärt, blickt die ehemalige Großdealerin auf ihr Leben im Milieu zurück. Andreas Geschichte kreist um universelle Fragen wie "Wer bin ich?" oder "Was steckt dahinter?" und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Heute ist sie Mutter, Pflegemutter, Therapeutin. Voller Stolz erinnert sie sich an das, was sie Ehre, Loyalittät und Gradlinigkeit nennt - Werte, die ihr in der heutigen Zeit häufig zu kurz kommen.

Packend produziert

"Shit Happens" ist eine ausgefeilte Audioproduktion, die viel Intimität schafft. Im Wechsel folgen Andrea M.'s Erzählungen auf narrative Ergänzungen von Magda Woitzuck, dann wieder Jazz-Elemente oder Interview-Stücke ihres Neffen. Das "Pupperl", wie Andrea M. von den Herren des Milieus genannt wurde, erzählt ihre Geschichte chronologisch, die einzelnen Kapitel könnten genau so in einem Thriller geschrieben sein.

Start von "Shit Happens"

Der Podcast "Shit Happens - Erinnerungen einer Großdealerin" startet ab 21. Juni 2021. Neue Episoden gibt es jeweils montags auch auf podcast.de.