Nachrichtenkonsum im Wandel

Was der Reuters Digital News Report 2026 über Deutschland verrät

16. Jun 2026 , aktualisiert: 17. Jun 2026

Vier von Zehn Deutschen wollen mit Nachrichten gar nichts mehr am Hut haben. Der Reuters Digital News Report 2026 zeigt, wie die Deutschen insgesamt mit Nachrichten umgehen – und inwiefern sie international eine Ausnahme sind.

Bild: Screenshot Reuters Digital News Report 2026
Was der Reuters Digital News Report 2026 über Deutschland verrät

Seit 2012 analysiert der Reuters Digital News Report jährlich den globalen Nachrichtenkonsum. Der aktuelle, 15. Bericht basiert auf einer Befragung von knapp 100.000 Menschen in 48 Märkten, darunter die USA, sowie zahlreiche EU- und afrikanische Staaten.

In Deutschland, wo die Internetnutzung bei 93 % liegt, zeigt sich ein ambivalentes Bild: Nur 11 % der Befragten zahlen für Online-News – zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Auch Nachrichtenpodcasts verlieren leicht an Reichweite: Nur noch 8 % nutzen sie regelmäßig, ein Rückgang von einem Prozentpunkt.

Vertrauen trotz News-Avoidance: Deutschlands Sonderrolle

Trotz steigender Nachrichtenmüdigkeit – 40 % der Deutschen meiden Nachrichten manchmal oder oft – genießen hiesige Medien ein überdurchschnittlich hohes Vertrauen: 46 % der Befragten vertrauen den meisten Medien, ein Prozentpunkt mehr als 2025. Deutschland liegt damit deutlich über dem globalen Durchschnitt von 37 %. Öffentlich-rechtliche und Lokalmedien bleiben die vertrauenswürdigsten Quellen.

Bild: Screenshot Reuters Digital News Report 2026

Zum Vergleich: In Norwegen, dem Spitzenreiter des World Press Freedom Index, vertrauen 53 % der Befragten den Medien. Auf dem Index belegt Deutschland mit 82,17 Punkten den 14. Platz.

Ein spannendes Detail: besonderes politisch rechts orientierte Menschen scheinen die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland nicht zu mögen. Menschen, die sich politisch mittig oder links orientieren, bewerten den ÖRR deutlich positiver.

Statistik Balkendiagramm Rechts Links-Wähler
Bild: Screenshot Reuters Digital News Report 2026

Medienhäuser reagieren: taz und Tagesspiegel setzen auf Digitalisierung

Der Report 2026 erwähnt einige Medienhäuser und ihre Bestrebungen exemplarisch. Während die taz ihre tägliche Printausgabe einstellt und auf digitale Formate wie Podcasts setzt, baut der Tagesspiegel mit der neuen Abteilung Voice and Vision seine Audio-, Video- und Social-Media-Inhalte aus. Doch trotz innovativer Angebote bleibt die Herausforderung: Wie lassen sich Zuschauer, Leser und Hörer in einer Zeit sinkender Zahlungsbereitschaft und wachsender Nachrichtenmüdigkeit erreichen?

*Erstellt mithilfe von KI