Prouktions-Tool

Podcasts schneiden wie im Textprogramm mit trebble.fm

11. Oktober 2022 , aktualisiert: 28. November 2022

Ein neues Tool ermöglicht das Bearbeiten von gesprochenen Audioinhalten anhand ihrer Transktiption. Was taugt der Dienst?

Bild: trebble.fm
Podcasts schneiden wie im Textprogramm mit trebble.fm

Aus Welle mach Buchstabe

Podcast-Episoden zu schneiden kann anstrengend sein, denn es gibt dabei eine Art Ton-Bild-Schere: Zu sehen ist die Wellenform der Audiodatei, zu hören das gesprochene Wort. Um zu entscheiden, wo ein Schnitt gesetzt werden soll, etwa um eine Stille zu kürzen, muss also die entsprechende Stelle angehört werden. Dieses wiederholte Abhören kann eine der zeitintensivsten Tätigkeiten beim Bearbeiten eines Podcasts sein.

Der Online-Dienst trebble.fm* erübrigt dies, in dem er das Audiomaterial mit seiner Verschriftlichung verknüpft. Damit werden Kürzungen und Schnitte im Text möglich, denn das gesprochene Wort wird automatisch transkribiert. Das ist ein Ansatz, der klassischen Audioprogrammen vorauseilt und perfekt auf Podcasts und andere gesprochene Audioinhalte zugeschnitten ist.

trebble.fm verarbeitet gerade die Transkription meiner Test-Episode.trebble erstellt gerade mein Episoden-Transkript, nachdem ich meine Episode hochgeladen habe...


Funktionen von trebble.fm

Transkription

Es können Audiodateien hochgeladen oder direkt mit trebble* aufgenommen werden. Danach muss eine Sprache für die Transkription gewählt werden. Aktuell sind 37 Sprachen unterstützt, darunter Deutsch und Schwyzerdütsch. Nach kurzer Verarbeitungszeit erscheint das Transkript, sogar in Absätze unterteilt. Meines Erachtens nach ist die Einteilung der Absätze jedoch willkürlich gesetzt.

Nicht alles ist dabei korrekt transkribiert, vor allem Eigennamen und Anglizismen werden nicht korrekt in Schrift umgesetzt. Für den Schnitt an sich ist das absolut verzeihlich. Aber momentan lässt sich das automatische Transkript nicht manuell korrigieren, egal wie sehr es mir dazu in den Fingern juckt. Aber dieses Feature soll laut Entwickler Armel Beaudry Kembe bald verfügbar sein.

Übrigens ist Stand Oktober 2022 noch kein Export des Transktipts möglich. Aber auch das soll künftig möglich sein.

Der Transkript-Editor von trebble.fmDer Transkript-Editor mit seinen Werkzeugen. Einige fehlerhaft transkribierte Wörter würde ich korrigieren, aber das geht in der aktuellen Version noch nicht.


Audiobearbeitung

Wörter und Pausen können gelöscht oder kopiert werden. Besonders praktisch ist auch die Suche nach Stichworten – ganz so, als würde ich im Skript über Strg+F nach einem bestimmten Wort suchen. Pausen erscheinen als leere Kästchen, Geräusche und Musik als ausgefüllte Kästchen. Ist also irgendwo eine Stille zu lang oder ein verhedderter Satzteil zu viel, können diese einfach entfernt werden. Ein Symbol [S] zeigt die gestrichene Stelle an. Alle Löschungen können unabhängig von ihrer Reihenfolge wieder zurückgesetzt werden.

Außerdem können Soundeffekte unterlegt oder eingeschoben werden. Diese kommen entweder aus einer eigenen Mediathek des Dienstes oder können selbst hochgeladen werden.

Darüber hinaus bietet der Dienst Noise Cancellation und den Magic Sound Enhancer™️ an, die den Klang automatisch optimieren sollen. Das hängt jedoch stark vom Eingangsmaterial ab und hat in meinem Test sogar zu schlechteren Ergebnissen geführt. Künftig soll mehr Kontrolle über die Parameter dieser Automatismen möglich sein.

Clips und Shortcasts

Einzelne Text-, bzw. Audiopassagen können als Clips gespeichert werden. Auf ganze Episoden – egal, wie lang – bezieht sich trebble.fm* mit der Vokabel Shortcast. Vermutlich ist damit das Nutzungsszenario gemeint, bei dem man einen Ausschnitt der Episode etwa auf Social Media Kanälen teilt, um die volle Episode zu bewerben. Schließt man die Bearbeitung ab, erscheint die Episode in der Liste der eigenen Shortcasts und kann von dort aus geteilt werden. Auch wird ein simpler Web-Player zum Einbetten in Websites angeboten.

Preismodelle

trebble.fm* ist kostenfrei nutzbar, allerdings für maximal 30 Audiominuten pro Monat. Für $7,99 monatlich im Jahresabo stehen fünf Stunden Audio zur Transktiption pro Monat zur Verfügung, sowie High Quality Audio Exports. Wer mehr braucht, bucht das Pro Paket für $19,99 monatlich im Jahresabo und hat damit 20 Stunden Audiobearbeitung monatlich zur Verfügung.

Fazit

Die Entwickler haben eindeutig nach einer findigen Lösung für schnelle Audiobearbeitung gesucht und meiner Ansicht nach auch einen hervorragenden Weg gefunden. Den Ansatz finde ich sensationell, aber trebble.fm steht noch spürbar am Anfang und es gibt noch einiges zu verbessern, wie zum Beispiel die automatische Audiooptimierung und eine Möglichkeit zum korrigieren und exportieren der Transkripte. Wir dürfen also gespannt sein, welche Features noch kommen. Für Menschen mit weniger Erfahrung mit digitalem Audio ist es sicherlich ein bequemes Tool zum Zeit sparen.

trebble.fm testen*

*Bei Buchung eines Nutzungspakets von trebble über die gekennzeichneten Links erhalten wir eine Vermittlungsprovision. Vielen Dank für die Unterstützung!


Folge unserem News-Podcast: per RSS | auf podcast.de | auf Spotify | auf iTunes | auf Google
Folge unseren News: per RSS | auf Google News