Neue Studie von ARD Media
Podcasts im Audioversum 2026: kleine Reichweite im Vergleich zu Radio
Podcast wachsen weiter – aber wie relevant sind sie im Vergleich zu Radio wirklich? Neue Daten aus der Studie "Audioversum 2026" geben überraschende Einblicke in das Hörverhalten der Deutschen.
Podcasts sind längst ein fester Bestandteil der deutschen Audiolandschaft, doch ihr Stellenwert bleibt im Vergleich zu klassischem Radio deutlich begrenzt. Das zeigt die Studie Audioversum 2026 von ARD MEDIA, die das tägliche Hörverhalten in Deutschland untersucht.
Radio dominiert weiter den Audiomarkt, Podcast nur mit eher kleinem Nutzungsanteil
Im Durchschnitt hören Menschen in Deutschland täglich rund 216 Minuten Audioinhalte. Davon entfallen lediglich etwa 12 Minuten auf Podcasts - das entspricht einem Anteil von rund sechs Prozent. Podcasts sind damit zwar präsent im Alltag vieler Nutzer, bleiben aber ein vergleichsweise kleiner Teil der gesamten Audiowelt.
Ganz anders sieht das Bild beim Radio aus. Mit 136 Minuten täglicher Nutzung und einem Anteil von rund 63 Prozent bleibt es das dominierende Audioformat. Auch Musik macht mit 28% einen beachtlichen Anteil aus. Ein entscheidender Grund für diese Dominanz liegt in der Nutzungsweise: Während Radio linear und ohne aktive Auswahl konsumiert werden kann, sind Podcasts ausschließlich auf Abruf verfügbar. Sie müssen gezielt ausgewählt und gestartet werden, was ihre Reichweite strukturell begrenzt.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Podcasts vor allem digital stattfinden. Nahezu die gesamte Nutzung erfolgt über das Internet, etwa über Streaming-Plattformen oder Downloads. Dadurch können Podcasts häufig unterwegs oder nebenbei gehört werden.
Werberelevante Podcast-Nutzung: große Unterschiede zwischen Altersgruppen
Interessant wird zudem die Rolle von Podcasts im werberelevanten Audiomarkt. Hier kommen sie auf etwa 13,5 Prozent der relevanten Audiozeit. Die werberelevante Audiozeit bezeichnet den Teil der täglichen Audionutzung, der für Werbetreibende tatsächlich erreichbar und damit für Werbung nutzbar ist. Obwohl Podcasts damit nur einen vergleichsweise kleinen Teil der werberelevanten Audionutzung ausmachen, haben sie im digitalen Werbeumfeld trotzdem ihre Daseins-Berechtigung.
Unterschiede lassen sich hier auch zwischen den Altersgruppen erkennen. In der werberelevanten Nutzung entfallen rund 23 Prozent der Podcast-Reichweite auf die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen. Bei den 30- bis 49-Jährigen liegt der Anteil bereits deutlich niedriger bei etwa neun Prozent, während er bei den über 50-Jährigen nur noch rund zwei bis drei Prozent beträgt. Podcasts erreichen damit vor allem ein junges Publikum.
Podcasts bleiben Ergänzungsmedium
Die Daten des Audioversums 2026 zeigen ein klares Bild: Podcasts gewinnen im digitalen Werbemarkt weiter an Bedeutung, erreichen aber noch keine breite Massenreichweite. Vielmehr ergänzen sie das klassische Radio vor allem im digitalen Umfeld und sprechen dort gezielt jüngere Zielgruppen an. Radio bleibt hingegen weiterhin das reichweitenstärkste Medium im Audiosektor.
Hier geht es zur Studie: