Alles nur geklaut
Piraterie erreicht nun auch Podcasts
Spätestens seit Netflix und Spotify schien das Zeitalter der Online-Piraterie vorüber. Doch nun ist sie zurück und ereilt diesmal Podcasts. Ein dubioser Anbieter entfernt die Werbung und verkauft sie unerlaubt weiter.
Ein neuer Dienst namens PodcastAdBlock sorgt derzeit für Aufsehen in der Audio-Branche. Wie Podnews berichtet, nutzt das Unternehmen Künstliche Intelligenz, um populäre Podcasts von Publishern wie Spotify, NPR, der New York Times, iHeart und Slate ohne deren Erlaubnis zu kopieren und die darin enthaltene Werbung zu entfernen. Diese modifizierten, werbefreien Versionen werden anschließend gegen eine monatliche Gebühr an Nutzer verkauft.
So bietet das Tool beispielsweise den Podcast Pivot vom New York Magazine für 1,99 Dollar im Monat ohne Werbeunterbrechungen an. Laut Podnews haben die betroffenen Verlage weder zugestimmt noch erhalten sie einen Anteil an den Einnahmen. Was für Podcast-Hörer auf den ersten Blick wie ein legitimes, praktisches Tool erscheinen mag, ist für Podcaster eine ernstzunehmende Gefahr.
Auch auf Onlineplattformen wie Reddit diskutieren die Nutzer bereits über die Rechtmäßigkeit von PodcastAdBlock.
"Dieser Service wurde mir kürzlich auf Reddit beworben! Ich hab's mir angeschaut und ja, es ist Mist. Ich denke, es zeigt, dass Podcasts ein Problem mit Werbung haben. Ich hab' erst kürzlich bemerkt, dass iHeart Podcasts ihre Pre-Episode-Werbung auf 4 Minuten hochgesetzt haben. Das ist auch total bescheuert."Reddit-User caffeinebump
Massive Umsatzverluste durch fragwürdige Methoden
Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Podcast-Industrie sind, so der Bericht, erheblich. Schätzungen zufolge soll PodcastAdBlock der Branche bereits Werbeeinnahmen in Höhe von fast einer Million Dollar entzogen haben. Während das Unternehmen argumentiert, sein Dienst sei mit herkömmlichen Ad-Blockern in Webbrowsern vergleichbar, widerspricht Podnews dieser Darstellung: Im Gegensatz zu Browser-Erweiterungen wie uBlock Origin erstelle PodcastAdBlock physische Kopien der Inhalte auf eigenen Servern und vertreibe diese kostenpflichtig weiter.
Die fragwürdige Doppelmoral des Gründers
Hinter PodcastAdBlock steckt offenbar der Serienunternehmer Ben Bowler, dessen Vorgehen eine bemerkenswerte Ironie aufweist. Erst kürzlich soll Bowler ein weiteres Startup namens Poison Pill gestartet haben, das Musiker davor schützen soll, dass ihre Werke ohne Erlaubnis für das Training von KI-Modellen missbraucht werden. Laut Podnews kritisierte er lautstark, dass KI-Firmen die Inhalte von Rechteinhabern rücksichtslos "schürfen" (scraping), um daraus Profit zu schlagen.
*Erstellt mithilfe von KI