"Kultiviert und respektvoll"

Otto Brenner-Studie lobt Podcasts, sieht sie aber auch bedroht

18. August 2021, 00:12 Uhr , aktualisiert: 23. August 2021, 14:02 Uhr
Bild: Otto Brenner Stiftung / Valerie Veine
Otto Brenner-Studie lobt Podcasts, sieht sie aber auch bedroht

Die Podosphäre ist ein florierendes, vielfältiges Ökosystem. Einzelne Marktteilnehmer arbeiten jedoch gezielt daran es zu dekonstruieren. Diese Studie der Otto Brenner Stiftung zeigt deutlich auf die Probleme, die der Podcast-Landschaft drohen.

Die am 18. August erschienene Studie der Otto Brenner Stiftung scheint zu bestätigen, was viele Beobachter und Podcast-Fans bereits ahnten. Die Forscher Lutz Frühbrodt und Ronja Auerbach konstatieren, Podcasts zeichneten sich besonders durch kultivierte und respektvolle Kommunikation aus. Damit ständen sie im deutlichen Kontrast zu anderen Onlinemedien, in denen die Diskurse mitunter von "Wut, Hetze und Hass" geprägt seien.

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Studie zu deutschem Podcast-Markt

Frühbrodt und Auerbach loben den diskursiven Charakter und die Vielfalt von Podcasts. Ihre Studie "Den richtigen Ton treffen: Der Podcast-Boom in Deutschland" umfasst zahlreiche Untersuchungspunkte. Dazu zählen technische, massenmediale und wirtschaftliche Aspekte.

Informiert durch Podcasts - auch für Ältere

Insgesamt sei das Podcasting, so die Forscher, aus der frühen Experimentierwelle in eine Etablierungswelle übergegangen. Podcasts, die früher vorwiegend jüngeres Publikum erreicht haben sollen, seien gerade dabei, sich als Massenmedium zu etablieren und auch ältere Generationen für sich zu gewinnen.

Den richtigen Ton treffen Studie

Der Anteil an Podcasts, die Politik, Informationen und Bildung übermittelten sei bemerkenswert hoch. Das Medium Podcast stehe somit besonders für Meinungsbildung, sowie eine verloren geglaubte "Gesprächs- und Zuhör-Kultur."

Spotify bedroht Podcast-Kultur

Sie verweisen aber auch auf die Gefahr durch Akteure, die versuchten, das Podcasting für sich zu vereinnahmen, indem sie die Infrastruktur kontrollieren. Sie sprechen in diesem Zusammenhang vom Spotify-Dilemma, da Spotify "wie ein Flaschenhals zwischen den Produzenten der Inhalte und den Nutzern" wirkt. Frühbrodt und Auerbach sehen allerdings Chancen dem drohenden Monopol durch entschiedenes Handeln entgegenzutreten.

"Noch erscheint es aber nicht zu spät, um mit vereinten Kräften die Vielfalt, das Niveau und den diskursiven Charakter der deutschen Podcast-Kultur zu bewahren."
Frühbrodt & Auerbach: Den richtigen Ton treffen: Der Podcast-Boom in Deutschland

Dabei sehen sie Privatakteure ebenso wie Öffentlich-Rechtliche in der Pflicht, Alternativen zur Kommerzialisierung und Monopolisierung anzubieten. Zudem sehen die Wissenschaftler auch Nachbesserungsbedarf bei journalistischen Podcasts. Hier sei es notwendig, Meinungen und Tatsachen klarer zu trennen.

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Hier geht's zur Otto Brenner Stiftung-Studie
Den richtigen Ton treffen - Der Podcast-Boom in Deutschland.