Systemversagen
Epstein, Trump und die Eliten: Ein Podcast, gegen das Schweigen
Kein abgeschlossener Skandal, sondern ein laufendes Systemversagen: Die Epstein-Akten fördern immerzu neue Verstrickungen zu Tage. Strafverfolgung? Bislang leider kaum. Zumindest gibt es nun einen vielversprechenden Podcast.
In der podcast.de-Redaktion haben wir uns vergangene Woche noch gefragt, wieso es bislang keinen Epstein-Podcast gibt. Geeigneteres Podcast-Material könnte es schließlich kaum geben. Der Skandal um den pädokriminellen Menschenhändler, Jeffrey Epstein, liefert alle Zutaten, nach denen sowie Investigativ-Journalisten als auch True Crime-Podcaster üblicherweise suchen: Machtmissbrauch, Intrigen, abscheuliche Verbrechen an Wehrlosen sowie Spuren, die zu den mächtigsten und reichsten Menschen der Welt führen.
Täglich kommen neue Informationen hinzu. So wurden heute beispielsweise weitere Akten veröffentlicht, die, "schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Trump enthalten", so Tagesschau.de. Die Veröffentlichung der Akten, die Aufarbeitung, die Anhörungen im Kongress, die mögliche Verwicklung von Geheimdiensten und die mutmaßliche Vertuschung abscheulichster Verbrechen durch die amerikanische Regierung unter Donald Trump – sie alle summieren sich zu einem nicht endenden Skandal unbeschreiblichen Ausmaßes.
Sex, Geld, Macht - Die Facetten des Epstein-Skandals
Während wir uns also dachten, dass schon allein das immer neue Aufkommen weiterer Details der perfekte Ausgangspunkt für einen Podcast wäre, waren schlaue Köpfe schon längst an der Arbeit. Im vor wenigen Tagen erschienenen Podcast System der Macht – Der Epstein-Podcast recherchieren der Videojournalist Chris Müller und das Surplus Magazin zu den Verbrechen von Epstein und seinen Mittätern.
Dabei wollen sie, so erklären sie es im achtminütigen Trailer, eine feministische und eine ökonomische Perspektive einnehmen, schließlich seien die Opfer vorwiegend Mädchen und Frauen, während die Täter überwiegend reiche Männer seien. Während Geschlechterunterschiede und finanzielle Ressourcen zwei hilfreiche Analyselevel sein können, scheint der Podcast gleichzeitig noch Raum für weitere Dimensionen zu lassen.
System der Macht: Im Sumpf der Eliten
So wurde beispielsweise bekannt, dass der britische Prinz Andrew, ein guter Freund Epsteins, politische Informationen an den verurteilten Kinderschänder durchgestochen haben soll. Er verlor zuletzt seinen royalen Titel und sieht sich aktuell mit polizeilichen Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs konfrontiert, bestreitet die Vorwürfe aber. Sowohl in den USA als auch auf internationaler Ebene ergeben sich unzählige politische Fragen. Überall auf der Welt rollen wegen Verbindungen zu Epstein bereits Köpfe – nur in den USA, dem Ausgangspunkt der Epstein-Verbrechen, bleiben die mächtigen Eliten bislang weiterhin unberührt an der Macht.
Ein Grund dafür, dass Epsteins Machenschaften so lange ungestraft blieben, könnte in dessen Verbindung zu den Geheimdiensten sein. Eine Diskussion über mögliche Verstrickungen nimmt aktuell wieder Fahrt auf. Die Epstein-Akten belegen, dass der Kriminelle proaktiv Beziehungen nach Russland aufbaute, auf seine einflussreichen Freunde dort verwies und Kontakt zu mindestens einem FSB-Mann hatte. Auch zum israelischen Mossad könnte Epstein Kontakte unterhalten haben, sein reger Austausch mit dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak ist belegt.
Es wird also reichlich zu besprechen geben in System der Macht – Der Epstein-Podcast – und journalistische Arbeit, die hilft, die Verbrechen aufzuklären, um die Täter sichtbar zu machen, scheint aktuell notwendiger denn je.
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