Deep Doku von RBB
Beutet Wolts Algorithmus indische Radkuriere aus?
What a time to be alive! Essen wird per App-Klick in Minutenschnelle geliefert. Doch wie ergeht es den Fahrern bei Wolt, Lieferando und Co.? Caroline Labusch ermittelt wieder – diesmal für RBB Deep Doku.
Heute Nacht veröffentlicht der RBB eine neue Doppelfolge in der Serie DEEP DOKU. Der Titel: „Im Lieferdienst-Universum“. Das investigative Feature von Caroline Labusch und Marion „Rigoletti“ Pfaus zeigt die unsichtbare Seite des Lieferalltags in Berlin – jene der Fahrer, die unser Essen bringen, aber selbst nicht selten am Existenzminimum leben. Ab dem 7. Januar ist die zweiteilige Recherche in der ARD Audiothek, aber auch ganz regulär im Feed von RBB DEEP DOKU abrufbar.
Zwischen Algorithmus und Ausbeutung
Einer der Protagonisten ist Ravi, ein junger Inder, der als Kurier für Wolt in Berlin arbeitet. Die Autorinnen werfen einen empathischen und zugleich kritischen Blick auf die Arbeitsrealität der Einwanderer, die nicht selten für Subunternehmen tätig sind. Laut Recherchen fehlen mitunter soziale Absicherung, Urlaubsansprüche oder eine Mindestlohngarantie – obwohl ein Sprecher von Wolt das Gegenteil behauptet. Ein ehemaliger Fleetmanager, also der Koordinator eines Subunternehmens, stützt den Verdacht vieler Fahrer, dass Wolts Algorithmen gute Leistungen mit mehr Aufträgen „belohnen“ – was illegal wäre.
Leben im „Lieferdienst-Universum“
Fahrer wie Ravi leben in WG-Zimmern für 300 Euro im Monat pro Bett und müssen ihre E-Bikes sowie Ausrüstung selbst finanzieren. Dazu kommen hohe Summen, die sie oft bereits vor der Ankunft in Deutschland an Vermittlungsagenturen zahlen. Labusch und Pfaus – bekannt durch ihren preisgekrönten Podcast Caro ermittelt – verbinden auch in diesem neuen Projekt präzise Recherche mit persönlichem Erzählen. Ihr Feature wirft damit nicht nur ein Schlaglicht auf ökonomische Ungleichheit, sondern stellt auch unbequeme Fragen: Wer trägt die Verantwortung für die Schattenseiten der Lieferwelt von heute?
*erstellt mithilfe von KI