Thema: Menschen besser verstehen „Wir versuchen, aus jeder Idee das
Risiko herauszunehmen, und erwarten trotzdem, dass am Ende etwas
Neues entsteht. Das widerspricht sich.“ In der neuen Episode von
„What's Next, Agencies“ spricht Kim Notz mit Anna Gerhards, Anna
Lisa Lappenküper und Kim Dammann, den Gründerinnen von SIE³,
darüber, warum die Werbebranche wieder lernen muss, den Menschen
wirklich zuzuhören. Mit ihrem Anfang 2026 gegründeten Insight-,
Strategie- und Kreativstudio setzen die drei bewusst auf einen
Ansatz, der über Daten, KPIs und KI-generierte Erkenntnisse
hinausgeht. Sie beschreiben, warum persönliche Annahmen häufig mit
echtem Zielgruppenverständnis verwechselt werden und weshalb gute
Strategie nicht mit einer fertigen Antwort, sondern mit den
richtigen Fragen beginnt. Mit ihrer ersten Studie „Deeply Human“
zeigen die Gründerinnen, wie widersprüchlich menschliche
Bedürfnisse und Emotionen tatsächlich sind. Menschen können ihre
Gefühle heute zwar besser benennen, wissen aber nicht unbedingt,
wie sie damit umgehen sollen. Und wer sich einsam fühlt, braucht
nicht zwangsläufig mehr Kontakte, sondern vor allem das Gefühl,
gehört und verstanden zu werden. Für Marken bedeutet das,
vermeintlich eindeutige Insights stärker zu hinterfragen und sich
von vereinfachten Zielgruppenbildern zu lösen. Im Gespräch geht es
deshalb auch darum, warum die Orientierung an Best Cases und der
Wunsch nach maximaler Absicherung häufig genau die Originalität
verhindern, die erfolgreiche Kommunikation braucht. Die drei
sprechen außerdem darüber, welche Rolle KI künftig in der
Strategiearbeit spielen kann und wo ihre Grenzen liegen. Während
bestehende Informationen immer schneller ausgewertet und kombiniert
werden können, entstehen neue Perspektiven aus ihrer Sicht vor
allem im direkten Austausch mit Menschen. Damit rückt auch der Wert
strategischer Arbeit wieder in den Fokus: Statt möglichst schnell
Maßnahmen, Kanäle und Formate festzulegen, müssen Agenturen und
Unternehmen bereit sein, mehr Zeit in echtes Verständnis zu
investieren. Denn relevante Kommunikation entsteht nicht allein
durch mehr Daten oder mehr Content, sondern durch die Fähigkeit,
die richtigen Erkenntnisse daraus zu gewinnen.
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