Azubis sind keine Lückenfüller. Eigentlich ein selbstverständlicher
Satz. Doch gerade dort, wo Personal fehlt, kann aus Ausbildung
schnell etwas anderes werden: Der Azubi soll funktionieren,
einspringen, Verantwortung übernehmen und plötzlich Aufgaben
auffangen, für die eigentlich eine Fachkraft gebraucht würde. Genau
darüber spreche ich in dieser Folge mit Kevin Schlesier. Kevin
kennt die Gastronomie nicht aus Lehrbüchern. Er blickt auf rund 30
Jahre Erfahrung in der Branche zurück und spricht sehr offen
darüber, was er selbst erlebt hat: enormen Druck, harte Hierarchien
und eine Arbeitswelt, in der Funktionieren teilweise wichtiger war
als Entwicklung. Heute will er genau dort etwas verändern. Kevin
ist Gründer und Initiator des Culinary Apprentice Project, kurz
cAp. Sein Ziel: Ausbildungsqualität verbessern, Ausbilder und
Betriebe unterstützen und jungen Menschen Strukturen geben, bevor
aus Überforderung Frust und aus Frust vielleicht ein
Ausbildungsabbruch wird. Und Kevin macht im Gespräch deutlich:
Personalmangel darf nicht auf dem Rücken der Azubis gelöst werden.
Wir sprechen darüber, was passiert, wenn junge Menschen zu früh wie
fertige Fachkräfte eingesetzt werden und weshalb gerade die ersten
Monate einer Ausbildung entscheidend sein können. Aber wir
diskutieren auch die andere Seite. Müssen wir die junge Generation
einfach stärker fordern? Sind junge Menschen heute tatsächlich
weniger belastbar? Oder versuchen wir manchmal, Ausbildung mit den
Maßstäben einer Arbeitswelt zu gestalten, die es so längst nicht
mehr gibt? Kevin sagt klar: Es geht nicht darum, Azubis in Watte zu
packen. Es geht darum, Anforderungen mit guter Führung, klarer
Kommunikation und echter Begleitung zu verbinden. Und dann stellt
Kevin im Gespräch eine Frage, die bei mir hängen geblieben ist:
Würdest du deinen eigenen Betrieb deinem eigenen Kind als
Ausbildungsbetrieb empfehlen? Eine verdammt spannende Frage. Denn
vielleicht müssen wir weniger darüber diskutieren, was mit der
heutigen Jugend nicht stimmt. Und häufiger darüber, was gute
Ausbildung heute eigentlich leisten muss. In dieser Folge sprechen
Kevin und ich unter anderem über Personalmangel und seine
Auswirkungen auf Ausbildung Azubis als Ersatz für fehlende
Fachkräfte Druck und Überforderung in der Gastronomie
Ausbildungsabbrüche und ihre Ursachen die Bedeutung der ersten
Monate einer Ausbildung Hierarchien und Führung in Küche und
Gastronomie warum junge Menschen heute häufiger nach dem Warum
fragen Menschlichkeit ohne Kuschelpädagogik Kevins persönliche
Erfahrungen aus rund 30 Jahren Gastronomie das Culinary Apprentice
Project und die Frage, ob du deinen eigenen Ausbildungsbetrieb
deinem eigenen Kind empfehlen würdest Eine Folge für Ausbilder,
Ausbildungsleiter, HR Verantwortliche und alle, die Ausbildung
nicht einfach verwalten, sondern junge Menschen wirklich entwickeln
wollen. ÜBER KEVIN SCHLESIER Kevin Schlesier ist seit rund 30
Jahren in der Gastronomie tätig und Gründer sowie Initiator des
Culinary Apprentice Project. Mit CAP setzt er sich für bessere
Ausbildungsstrukturen in Gastronomie und Hotellerie ein. Im
Mittelpunkt stehen Ausbildungsqualität, Kommunikation,
Arbeitskultur, Prävention und echte Entwicklungsmöglichkeiten für
junge Menschen. Sein Ansatz ist dabei bewusst praxisnah: Nicht mit
dem Finger auf Ausbildungsbetriebe zeigen, sondern Strukturen
schaffen, die Ausbilder und Azubis gleichermaßen unterstützen.
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