Viele Transformationsprogramme scheitern nicht an der Strategie,
sondern daran, dass das Topmanagement seine eigene Rolle
unterschätzt. Klare Strategiepapiere entstehen auf der obersten
Ebene, doch je weiter man in der Organisation nach unten geht,
desto unklarer wird, was das für den Einzelnen konkret bedeutet –
und genau dort beginnt das Scheitern.
In dieser Folge spricht Robert und Michi mit Andreas Streubig,
Director Business Transformation bei Redcare (Shop Apotheke) und
Gründer von org-work.com, über die Mechanik gescheiterter und
gelungener Transformationen. Andreas' Kernthese: Transformation
ist immer dann nötig, wenn eine Veränderung über die bestehenden
Systemgrenzen eines Unternehmens hinausgeht – und sie gelingt
nur, wenn das Topmanagement ein anschlussfähiges „Warum" liefert,
das nicht bei „der Wettbewerb enteilt uns" stehen bleibt, sondern
konkret wird, etwa mit klaren Marktzielen oder
Profitabilitätsmarken.
Ein zentrales Thema ist der Umgang mit Bestandsbewahrern:
Menschen, die im Status quo Macht, Budget oder Status verloren
sehen und aus nachvollziehbaren Motiven Widerstand leisten.
Andreas beschreibt, wie man diese Personen nicht als Persona,
sondern individuell identifiziert und für die Transformation
gewinnt – und warum Führungskräfte heute nicht mehr die Antwort
auf alles wissen müssen, sondern lernen sollten, Kontrolle
lustvoll abzugeben.
Für Mittelständler ist das Gespräch deshalb relevant, weil es
zeigt: Die Methode ist selten das Problem. Haltung,
Glaubwürdigkeit und individuelle Führung entscheiden, ob eine
Transformation trägt oder an der Spitze bereits scheitert.
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