417 zu 3. So einstimmig hat das US-Repräsentantenhaus
selten etwas beschlossen: Nicht die Anwohner sollen die
steigenden Strompreise zahlen, sondern die Rechenzentren. Trump
kündigt am Samstag eine AI-Force an und sucht einen KI-Zar. Und
in einer Anhörung des Kongresses sagt eine ukrainische Forscherin
einen Satz, der hängen bleibt: Ein Freigabeknopf ist noch keine
Kontrolle.
Heute fast ausschließlich aus den USA. Und der Montagsfaden
darunter ist immer dasselbe Wort: Einverständnis
— wer unterschreibt, und was diese Unterschrift noch wert ist.
In dieser Folge:
Jev — warum euer LinkedIn brennt (01:49) — ein
wirklich neuer Modelltyp, kein ChatGPT, kein Claude, kein Gemini.
Es schreibt keinen Text, es gibt getippte Urteile mit
Wahrscheinlichkeiten zurück. Schneller in der Suche, weniger
Halluzinationen, deutlich niedrigere Token-Kosten. Ein kurzer
Deep Dive — die ganze Stunde gibt es diese Woche im KI-Kochbuch.
Trump baut eine AI-Force (08:12) — am Samstag,
dem 19., angekündigt und direkt mit der Space Force verglichen.
Dazu ein KI-Zar, ein Beauftragter quer über alle
Behörden. Im Tweet steht sinngemäß: Bewerbt euch, wenn ihr einen
sehr hohen IQ habt. Seine Linie ist klipp und klar — "we will not
in any way hinder or stifle the growth of this incredible
industry". Gleichzeitig unterschreibt Gavin Newsom die
Executive Order N926: eine Expertengruppe,
Empfehlung bis Mitte November, Thema unter anderem der Kill
Switch. Und in Denver wird Colorados Gesetz gegen algorithmische
Diskriminierung angegriffen — mit dem First Amendment, vorneweg
Elon Musks xAI.
Wer zahlt den Strom? (12:29) — wenn ihr neben
einem Rechenzentrum wohnt, steigt euer Strompreis. Nicht um drei
oder fünf Prozent, manchmal aufs Doppelte oder Dreifache.
Großlastkunden über 100 Megawatt sind 2026
praktisch nur KI-Rechenzentren. Der Ratepayer Protection
Act ging mit 417 zu 3 durchs Haus —
jetzt in den Senat, also noch kein Gesetz. Eine AP-NORC-Umfrage
unter 3.400 Erwachsenen im Juli: 84
% sorgen sich um steigende Stromkosten, rund 50
% um die Umweltfolgen. Und Anthropic? Verpflichtet sich
zu einem Rechenzentrum in Dalby, Queensland — 32
Milliarden australische Dollar. Ich merke das übrigens im
Beratungsalltag: Vor einem Jahr war KI-Berater interessant. Heute
wird man schief angeschaut.
Darf eine KI töten? (17:17) — die Frage ist
nicht ja oder nein. Es passiert bereits. Am Mittwoch, dem 16.,
tagte die Tom-Lantos-Menschenrechtskommission
zum Thema Künstliche Intelligenz im militärischen Bereich.
Geladen: eine ukrainische KI-Governance-Forscherin, Amnesty
International, ein ehemaliger Offizier, die Carnegie-Stiftung,
Human Rights Watch. In Afghanistan dauerte die Kette vom
erkannten Ziel bis zum Abschuss sechs Stunden bis vier Tage.
Heute dauert sie Minuten. Und wenn ein Zwanzigjähriger einen
Schwarm von zwanzig Drohnen fliegt — sagt mir bitte nicht, dass
er jede einzelne Entscheidung noch prüfen kann.
Quick Hits (22:33) — ein Format, das ich zuerst
auf Englisch getestet habe. Die Seattle Times
und Newsday verklagen OpenAI und Microsoft vor
einem Bundesgericht in Manhattan: Die Modelle lesen alles hinter
der Bezahlschranke und trainieren damit. Und Anthropic holt sich
einen externen Prüfer für seine Agenten —
Accenture. Das ist derselbe Accenture, der Kunde
von Anthropic ist und Anthropic-Produkte weiterverkauft.
Unabhängig, ja. Mein Steuerprüfer ist auch mein Freund, mit
meiner Tante verheiratet, und wir wohnen alle im selben Haus.
Abmoderation (25:09) — der Montagsfaden, und
warum 417 zu 3 in einem so polarisierten Land bemerkenswert ist.
Bleibt neugierig. Bleibt menschlich.
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