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  3. Mauerecho – Ost trifft West Podcast
  4. Folge 63: Kultur nur mit Bekenntnis? Sachsen-Anhalt nach der Wahl
„Um uns wieder ein gesundes Selbstbewusstsein zu geben, werden wir
u. a. […] die Kulturförderung an ein Bekenntnis zu unserem Land
binden.“ Das steht auf Seite 8 des Kurzwahlprogramms der AfD
Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026. Doch wie genau würde ein
solches Bekenntnis aussehen? Und welche Folgen hätte es für die
Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt? Für die neue Sonderfolge von
„Mauerecho“, aufgenommen beim Osten-Festival in Bitterfeld-Wolfen,
kamen Vertreter:innen der Kulturbranche miteinander ins Gespräch.
Alle Gesprächspartner:innen betonen, dass freie Kulturangebote auf
eine verlässliche Finanzierung angewiesen sind. Bei der Frage, wie
diese Finanzierung organisiert werden sollte, unterscheiden sich
ihre Positionen jedoch. Wolfgang Aldag, Landtagsabgeordneter der
Grünen, sagt, Kultur müsse unabhängiger von staatlichen Mitteln
werden. Dabei spiele auch das Ehrenamt eine Rolle. Nicole Tröger,
Leiterin des WUK Theater Quartiers, verweist dagegen auf die
prekäre finanzielle Lage vieler freischaffender Künstler:innen. Sie
hätte sich bereits in der Vergangenheit mehr Unterstützung
gewünscht, statt darauf angewiesen zu sein, dass Menschen
ehrenamtlich arbeiten. Die Gesprächspartner:innen beschreiben einen
möglichen Konflikt: Sollten Fördermittel künftig an politische oder
kulturelle Voraussetzungen geknüpft werden, müssten Einrichtungen
ihrer Einschätzung nach abwägen, unter welchen Bedingungen sie
staatliche Förderung noch annehmen wollen. Die Zahlen zeigen, wie
stark Teile der Kulturlandschaft von öffentlicher Finanzierung
abhängig sind. Der Kulturhaushalt des Landes Sachsen-Anhalt betrug
im Jahr 2026 rund 193 Millionen Euro. Das geht aus der Kulturbilanz
der Staatskanzlei und des Ministeriums für Kultur des Landes
hervor. Nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der
Länder gab das Land 2021 zwischen 150 und 200 Euro pro Person für
Kultur aus. Im Vergleich der Bundesländer belegte Sachsen-Anhalt
damit bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Kultur Platz sechs von 16.
Trotz dieser vergleichsweise hohen öffentlichen Förderung
beschreibt Nicole Tröger die finanzielle Lage vieler
freischaffender Künstler:innen als prekär. Wie genau die AfD
versuchen wird, ihre kulturpolitischen Pläne umzusetzen, bleibt
offen. Wie die Kulturbranche damit umgeht und ob es einen
Zwischenweg geben kann, erfahrt ihr in unserer neuen Folge von
„Mauerecho“. Zu Gast sind: - Nicole Tröger, Theaterleiterin des WUK
Theater Quartiers - Stephanie Scholz, Radio Corax - Wolfgang Aldag,
Stadtrat und Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen -
Folkert Uhde, Geschäftsführer der Bachfesttage Köthen Mauerecho –
Ost trifft West ist ein Podcast der taz Panter Stiftung. Er
erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho sowie
überall dort, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserem
Sounddesigner Sebastian Jautschus und Praktikant Kilian Hamidi.
Weiterführende Texte:
⁠https://taz.de/Nach-AfD-Sieg-in-Sachsen-Anhalt/!6211317/⁠
⁠https://taz.de/Einfluss-der-AfD-auf-die-Kultur/!6202665/⁠
⁠https://taz.de/Kulturelle-Teilhabe-in-der-Diskussion/!6098183/⁠
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„Folge 63: Kultur nur mit Bekenntnis? Sachsen-Anhalt nach der Wahl“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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