In dieser Folge von „Amtsgeheimnisse – der Gemeindebund-Podcast“
ist Bildungsminister Christoph Wiederkehr zu Gast bei
Gemeindebundpräsident Johannes Pressl. Wiederkehr erzählt von
seinem eigenen Weg vom Schulsprecher bis ins Bildungsministerium
und spricht darüber, warum ihn die Bildungspolitik bereits seit
seiner Schulzeit beschäftigt. „Das, womit ich damals unzufrieden
war, nämlich dass die Schule zu wenig aufs Leben vorbereitet“,
erzählt Wiederkehr seinen Antrieb sich politisch zu engagieren.
Im Mittelpunkt des Podcast-Gesprächs steht die Frage, wie das
österreichische Bildungssystem zukunftsfitter, qualitätsvoller
und zugleich einfacher organisiert werden kann. Ein besonderer
Schwerpunkt dabei liegt auf der Elementarpädagogik: „Die
Kindergartenzeit ist unglaublich prägend. Da lernen wir Bindung
das erste Mal in einem sozialen System abseits der Familie.
Deswegen möchte ich diese Veränderung beschleunigen, den
Kindergarten als eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen zu
sehen“, sagt Wiederkehr im Gespräch. Hinsichtlich Finanzierung
der künftigen Elementarpädagogik sagt Wiederkehr: „All die Töpfe,
die gemeinsam finanziert sind, sollen zu einem kommen, nämlich
einer Finanzierung des Bundes für das Kindergartenwesens, neben
den Landestöpfen, die natürlich weiter bestehen bleiben“, so
seine Pläne.
Im Podcast spricht der Bildungsminister auch über das Thema
Volksschule und die künftige Organisation des
Unterstützungspersonals. Wiederkehr bestätigt den jahrelangen
Wunsch des Gemeindebundes, die verschiedenen Personalgruppen
stärker aus einer Hand zu organisieren und finanzieren.
Gleichzeitig soll mehr Schulautonomie dafür sorgen, dass Schulen
flexibler auf die konkreten Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und
Schüler reagieren können.
Hinsichtlich der sechsjährigen Volksschule meint der
Bildungsminister, dass sowohl die Wissenschaft, als auch der
Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeige, dass
Schülerinnen und Schüler in Österreich mit zehn zu früh in
Mittelschule und Hauptschule getrennt werden. „Wege zu wählen und
zu finden, wie man ein gemeinsames Lernen länger stattfinden
lässt, ist pädagogisch sinnvoll“, argumentiert er die
sechsjährige Volksschule. Nach den Plänen des Bildungsministers
soll diese als Schulversuch starten und auf freiwilliger
Teilnahme erfolgen. „Nur wenn dieser Versuch angenommen wird von
Bürgermeistern, aber auch von Schulhaltern, von der
Schulgemeinschaft getragen wird, wird dieses Projekt weiter
Gestalt annehmen und sich verbreitern“, sagt Christoph
Wiederkehr.
Im Gespräch mit Johannes Pressl gibt der Bildungsminister auch
Antworten auf die Frage des Umgangs mit heißen Klassenzimmern
durch den fortschreitenden Klimawandel. Sein Ministerium
beschäftige sich in dieser Frage genauso mit Fragen der
Schulinfrastruktur – beispielsweise Klimaanlagen, aber auch der
Sanierung von Gebäuden. Andererseits müsse es mehr Flexibilität
in der Schulautonomie geben, wenn es um eine Verkürzung des
Unterrichts oder beispielsweise der Absage von Turnstunden bei
über 35 Grad gehe.
Abschließend spricht sich der Bildungsminister für eine
Entrümpelung der Lehrpläne an Schulen aus. „Es ist immer Wissen
dazugekommen in der Gesellschaft und ist in der Schule immer on
top dazugegeben worden. Doch wenn neues dazukommt, müssen wir
auch etwas wieder wegnehmen. Und das fällt uns Menschen immer
schwer, nämlich uns von etwas loszulösen. Aber diesen Mut müssen
wir aufbringen“, so der Bildungsminister abschließend im
Podcast-Gespräch mit Johannes Pressl.
Österreichischer Gemeindebund
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