Gedankenstriche. Zu viele Überschriften. Emojis. „Es geht nicht
um X, sondern um Y.“ Wer viel mit KI arbeitet, kennt inzwischen
wahrscheinlich die kleine innere Alarmanlage: Oh Gott, klingt das
gerade nach ChatGPT?
In dieser FragHolgi-Folge beantworte ich deshalb eine Frage, die
mich erreicht hat: Woran erkenne ich, ob ich gerade KI-Slop
produziere – und wie kann ich mich davor schützen?
Meine Antwort beginnt mit einer These:
KI macht keinen Slop. Menschen machen Slop.
Denn lieblosen, nutzlosen Brei haben wir schon lange produziert,
bevor ChatGPT auf der Bildfläche erschienen ist. Als
Unternehmensberater kenne ich Beraterslop: Workshops, aus denen
austauschbare Unternehmenswerte entstehen, die anschließend als
Poster im Flur hängen und niemanden interessieren. Wir kennen
Methodenslop: OKR oder Scrum werden eingeführt, weil man das
jetzt eben macht – ohne wirklich zu wissen, welches Problem damit
eigentlich gelöst werden soll. Und natürlich gibt es
Halbwissens-Slop: einen LinkedIn-Post gelesen, einen Podcast halb
gehört, drei Minuten mit ChatGPT gesprochen – und am Montag
erklären wir dem Führungskreis psychologische Sicherheit.
Das Problem ist also älter als KI.
KI macht es nur verdammt viel einfacher.
Plötzlich können wir in wenigen Sekunden Texte, Strategien,
Konzepte, Präsentationen und Unternehmenswerte produzieren. KI
senkt damit nicht nur die Produktionskosten für gute Arbeit,
sondern leider auch die Produktionskosten für Schrott.
Für mich liegt deshalb der entscheidende Unterschied nicht darin,
ob KI benutzt wurde. Die entscheidende Frage lautet: Wer
übernimmt am Ende die Verantwortung für die Qualität des
Ergebnisses?
Ich halte überhaupt nichts davon, KI künstlich aus unserer Arbeit
herauszuhalten. Im Gegenteil: Lasst euch Texte schreiben,
recherchieren, widersprechen, Konzepte entwickeln und Gedanken
sortieren. Aber irgendwann muss ein kompetenter Mensch vor dem
Ergebnis stehen und sagen können:
Das hier ist mein Werk. Dafür stehe ich mit meinem Namen.
Genau dort entsteht für mich Ownership. Ich kann Arbeit an eine
KI, einen Berater oder eine Agentur delegieren. Was ich nicht
delegieren kann, ist die Verantwortung dafür, ob das Ergebnis am
Ende nützlich, verständlich und qualitativ gut ist.
Deshalb: Macht euch weniger Gedanken über Gedankenstriche.
Fragt euch lieber, ob das, was ihr produziert, einem anderen
Menschen tatsächlich etwas bringt.
Denn KI produziert keinen Slop. Menschen mit KI produzieren Slop.
Seid einfach nicht diese Menschen.
Viel spaß beim hören.
---------------------------------------------------------
Und so erreicht Ihr mich:
Homepage: https://www.odonovan.de/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/holgerheinze/
Bücher: Shop.Haufe
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.