In dieser Folge spreche ich mit Constantin Schwaab, Gründer und CEO
von Wirelane. Constantin gehört zu den Menschen, die schon sehr
früh mit Elektromobilität in Berührung kamen, 2012 übergab ihm Elon
Musk persönlich eines der ersten 100 Tesla Model S. Aus dieser
frühen Begeisterung ist über die Jahre ein Unternehmen entstanden,
das heute rund 4000 Ladepunkte in Deutschland betreibt, und zwar
vertikal integriert mit eigener Software, eigener Hardware und
eigenem Betrieb der gesamten Infrastruktur. Wir sprechen darüber,
wie Wirelane sein Geschäft vom Hotel aus aufgebaut hat, wo
Unternehmen wie SAP ihre Außendienstmitarbeitenden mit Elektroautos
ausstatten und entsprechende Ladeinfrastruktur an den
Übernachtungsorten erwarten. Für viele Hotels war das anfangs eine
Überraschung, weil ein eigener Stromanschluss nötig wurde und die
Ladetechnik aus Sicherheitsgründen nicht über die Hotel-IT laufen
darf. Von dort ging es weiter zu Fitnessstudios, Supermärkten wie
Alnatura und Krankenhäusern, jedes Segment mit eigenen
Anforderungen an Ladeleistung und Technik. Constantin erklärt
außerdem, wie Wirelane Standortpartner finanziell am Ladeerlös
beteiligt, damit Ladepunkte nicht von Verbrennerfahrzeugen
blockiert werden, ein Modell, das die Auslastung der Standorte
spürbar verbessert. Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um ein
Thema, das Constantin besonders bewegt: die Vergabe von
öffentlichem Raum für Ladeinfrastruktur. Am Beispiel München zeigt
er, wie ein jahrzehntelanges Stadtwerke-Monopol echten Wettbewerb
verhindert und aus seiner Sicht zu hohen Preisen und wenig Anreiz
für bessere Qualität führt. Frankfurt dient ihm dagegen als
Beispiel dafür, wie Wettbewerb zwischen mehreren Anbietern Preise
und Service für Autofahrer:innen spürbar verbessern kann. Wir
schauen außerdem darauf, wie sich steigende Spritpreise und
geopolitische Krisen auf die Nachfrage nach Elektroautos und
Ladeinfrastruktur auswirken, und welche drei Wachstumshebel
Wirelane für die kommenden Jahre sieht: neue Standorte, mehr
Ladepunkte pro Standort und eine bessere Auslastung der bestehenden
Infrastruktur, die in den vergangenen Jahren nicht immer
selbstverständlich war. Ein Gespräch, das zeigt, wie viel
regulatorischer und organisatorischer Aufwand hinter einer
einzelnen Ladesäule steckt, und warum Wettbewerb aus Sicht von
Constantin Schwaab der entscheidende Hebel für den weiteren
Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland bleibt.
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