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  4. Palliative Wirtschaftspolitik: Nicht die Transformation ist teuer, sondern das Zaudern - mit Jürgen Trittin
Am 12. Februar 2026 verlor die Aktie von Heidelberg Materials an
einem Nachmittag rund 9,5 Prozent. Nicht wegen schlechter Zahlen,
der Konzern hatte gerade ein Rekordergebnis vorgelegt. Auslöser
waren Äußerungen des Bundeskanzlers beim Gipfeltreffen der
energieintensiven Industrien in Antwerpen: Der europäische
Emissionshandel müsse gegebenenfalls überarbeitet oder verschoben
werden. Genau darauf beruhte die Kalkulation eines Unternehmens,
das früher als andere auf CO2-arme Produktion umgestellt hatte.

Wir haben Jürgen Trittin deshalb gefragt: Was bedeutet das alles
für ein Unternehmen, das jetzt entscheiden muss, und für die
Menschen, die die Veränderung mittragen sollen?

Unser Gast im Staffelfinale ist Bundesminister a. D.
JürgenTrittin – von 1998 bis 2005 Bundesminister für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit, 25 Jahre Mitglied des
Deutschen Bundestages, 2006 ausgezeichnet mit dem
Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik.

Ein Gespräch über Investitionssicherheit, Industriepolitikund die
Frage, welches Risiko am Ende teurer ist: die Veränderung oder
das Abwarten.

Hosts: Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich (LeuphanaUniversität
Lüneburg) und Dr. Martin Bethke (Butterfly Effect Consulting).

Transparenzhinweis: Jürgen Trittin ist der Onkel
unsererCo-Hostin. Das wird zu Beginn der Folge offen benannt.

Die wichtigsten Takeaways

Warum drei Prozesse gleichzeitig zu Ende gehen –
dieOrdnungsfunktion der alten Hegemonialmächte, das fossile
Zeitalter und der Westen als politische Idee und was das für Ihre
Absatzmärkte heißt

Weshalb das deutsche Erfolgsmodell aus billigem Gas,exzellenten
Maschinen und offenen Weltmärkten nicht in einer Delle steckt,
sondern strukturell nicht mehr verfügbar ist

Warum der deutsche Industrielobbyismus systematisch dieVorreiter
ausbremst, bis auch der Langsamste mitkommt

Wie aus fossiler Abhängigkeit gerade eine
technologischeAbhängigkeit von China wird und woran sich
entscheidet, ob die Wertschöpfung hier bleibt

Was Bürgerwindparks in Norddeutschland darüber verraten,wie
Akzeptanz für Veränderung tatsächlich entsteht: nicht durch
Kommunikation, sondern durch Beteiligung

Warum das Aufstiegsversprechen erodiert ist, und weshalbdas die
eigentliche Ursache für Widerstand gegen Veränderung ist, im Land
wie im Unternehmen

Kapitel00:00  Begrüßung
und Vorstellung: Jürgen Trittin

02:06  Die Eingangsthese: Der Westen als
geopolitische Idee ist am Ende

03:00  Drei Prozesse enden gleichzeitig:
Hegemonie, fossiles Zeitalter, Westen

05:50  China und der neue systemische
Rivale des demokratischen Kapitalismus

10:11  Das alte deutsche Geschäftsmodell:
billiges Gas, offene Märkte, Maschinenbau

14:27  Sackgasse? Volkswagen, Offshore-Wind
und die norddeutsche Rechnung

17:20  Warum Deutschland seine Vorreiter an
die Leine legt

19:52  Der Fall Heidelberg Materials: Wenn
Politik die Kalkulation entwertet

21:39  Klimaneutralität als
Souveränitätsfrage – nicht als Umweltfrage

23:05  Wärmepumpe, Gasnetze und die
Interessen hinter dem Widerstand

24:47  „Palliative Wirtschaftspolitik“

26:55  USA: Wie der Markt sich gegen die
erklärte Politik durchsetzt

28:33  Von der fossilen in die
technologische Abhängigkeit

33:08  Hört auf, über Belastungen zu reden:
Teilhabe statt Kommunikation

39:32  Das erodierte Aufstiegsversprechen
und die Verteidigung des Status

45:13  Ausblick: Industriepolitik, Local
Content und Mut zur Zumutung

Shownotes & Links

Homepage Jürgen Trittin

Buch: Alles muss anders bleiben: Eine politische Autobiographie

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn

Forschungen Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich | Leuphana
Universität

Dr. Martin Bethke auf LinkedIn

Butterfly Effect Consulting GmbH | Strategie- und
Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand
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„Palliative Wirtschaftspolitik: Nicht die Transformation ist teuer, sondern das Zaudern - mit Jürgen Trittin“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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