Es ist schön, etwas zu wissen, es ist gut gebildet und intelligent
zu sein. Immerhin gehen wir in die Schule, um das zu
fördern. Schön und gut - und zugleich aber auch gefährlich,
denn das cleverste Argument wird bedenklich, wenn es nur dazu
dient, Recht zu haben und nicht dazu, in der Wahrheit zu
leben. Manchmal drehen wir die genialsten Gedankenoperationen,
nur um einer einzigen Frage aus dem Weg zu gehen: Wer bin
ich? Bei den Sadduzäern, der Elite im Israel der Zeit Jesu,
scheint es ein wenig so gewesen zu sein. Sie streiten gerne, aber
nicht, weil ihnen wirklich etwas am Glauben liegt, möchte man ihnen
zumindest unterstellen, sondern weil es ihnen um Macht, Einfluss
und den Schein geht. Glaubensinhalte selbst sind
nebensächlich, Werte sind wichtig, das Drumherum nicht. Und dazu
gehörte auch die Vorstellung von der Auferstehung. Für sie
bedeutete ewiges Leben nur, dass es nach dem Tod irgendwie weiter
geht wie bisher, nur ohne Ende.Jesus aber denkt anders. Für ihn ist
jeder Mensch wertvoll, wertvoll ist, dass wir in Beziehungen leben
und lieben, dass wir leben und geliebt werden. Ewiges Leben ist
nicht etwas, das wir uns durch tugendhaftes oder
werteorientierendes Handeln verdienen. Nein, Ewiges Leben ist
geschenkte Beziehung, es ist die Einladung an jener Welt
teilzuhaben, an der Auferstehung, an Gott selbst, dem
Ewigen.Vielleicht öffnet das die Frage nach Glauben und Werten noch
einmal neu. Macht es Sinn gut zu handeln, wenn es kein Ewiges Leben
gibt, keine Verantwortung, keinen Gott, der über uns
wacht? Die Botschaft Jesu ist klar, Leben ist nicht einfach
nur ein immer „Weiter so“, es ist endlich und vollendet. Und wir?
Wir sind eingeladen, es in dieser Wahrheit zu leben, nicht nur für
uns selbst, sondern in Beziehung zu Gott und untereinander.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.