Korinth war eine wohlhabende multikulturelle Hafenstadt.
Unterschiedlichste Strömungen trafen dort aufeinander: griechisches
Denken, das den Geist über den Leib stellte, Mysterienkult mit
geheimen Ritualen der Kaiserkult mit seinem Streben nach Macht und
Anerkennung und die jüdische Tradition in der Diaspora. Diese
Vielfalt spiegelt sich auch in der christlichen Gemeinde wider. Sie
war lebendig, aber konfliktreich. Es gab Gruppenbildungen, Zweifel,
geistlichen Hochmut, aber auch Beliebigkeit im Leben und im
Glauben. Paulus schreibt genau in diese Situation hinein; nicht
belehren von oben, sondern seelsorglich und klar. Er ruft die
Gemeinde zurück zur Mitte, nicht zu einer Idee, nicht zu einer
bestimmten Person, sondern zu Jesus Christus, gekreuzigt und
auferstanden. Das ist sein Fundament. Das soll das Fundament der
Gemeinde von Korinth, das kann auch unser Fundament sein."Ich
erinnere euch an das Evangelium", schreibt Paulus. Nicht als
Rückblick auf etwas Vergangenes, sondern als Erinnerung an das,
worauf sie stehen. Glaube ist keine Nostalgie. Er ist Kraft für das
heute. Im Herzen steht für den christlichen Glauben: Christus ist
gestorben und er ist auferweckt worden; nicht als Mythos, nicht als
schönes Symbol, sondern als bezeugte Wirklichkeit, die Leben
verändert und neu ausrichtet. Paulus nennt die Zeugen: Kephas, die
Zwölf, viele andere und zuletzt sich selbst. Auch der
Unvollkommene, der Späte, der Zweifelnde, er wird berufen. Die
Begegnung mit dem Auferstandenen verändert, damals wie heute."Das
ist unsere Botschaft und euer Glaube", so schreibt Paulus im
Korintherbrief. Glaube ist keine Theorie. Er ist Beziehung,
Festhalten auch in Fragen, im Ringen und im Zweifeln. Die Gemeinde
in Korinth war alles andere als perfekt und gerade darin kann sie
uns nahe sein. Auch wir sind eine bunte, eine suchende Gemeinschaft
als die Kirche; mit Spannungen und unterschiedlichen Prägungen und
offenen Fragen. Was uns eint, was uns einen soll, ist dieses eine
Fundament: der Glaube an Jesus Christus, den Gekreuzigten und
Auferstandenen. Dieser Glaube ist kein Zusatz für besonders schöne
Tage. Er ist der Grund, auf dem wir stehen und die Kraft, aus der
wir leben. "Ich erinnere euch an das Evangelium, an das
Evangelium von der Auferstehung, denn Christus ist gestorben und er
ist auferweckt worden."
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