Heute Abend ist es soweit: Die größte partielle Sonnenfinsternis
hier in Europa seit 1999. Solche Tage bringen auch immer mit sich,
dass die Menschen auf das Leben an sich schauen. Viele Menschen
stellen sich die Frage: Willst du ewig leben? Diese Frage ist gar
nicht so leicht zu beantworten. Was bedeutet ewiges Leben
überhaupt? Eine unendliche Verlängerung dessen, was wir jetzt leben
mit all seinen Sorgen Brüchen und offenen Wunden?In dieser
Sommerzeit denken wir auch an Maria von Magdala. Sie ist ein
eindrückliches Beispiel für diese Frage. Sie kommt früh am Morgen
an einen Ort, an dem alles endgültig scheint. Sie sucht jemanden,
von dem sie dachte, dass alles vorbei sei. Wer wälzt mir den Stein
vom Grab weg, fragt sie. Der Stein steht für das, was unüberwindbar
scheint: Verlust, Scheitern und Tod. Maria hat viel erlebt. Sie hat
Heilung erfahren. Ihr Leben wurde neu ausgerichtet. Und dennoch:
Vor ihr liegt wieder ein Abgrund. Erst die Begegnung mit dem
Auferstandenen, das Wort, dass sie hört, öffnet ihr Herz. "Er ist
nicht hier." Sie erkennt ihn zunächst nicht, hält ihn für den
Gärtner. Ein starkes Bild. Der Schöpfer am Werk. Eine neue
Schöpfung beginnt. Mitten im Garten, mitten im Leben.Ewiges Leben
ist kein Versprechen, sondern beginnt dort, wo ein Mensch sich
berühren lässt, wo Angst sich verwandelt in Vertrauen, wo Trauer
nicht das letzte Wort behält. Maria von Magdala wird zur Zeugin,
nicht, weil sie alles versteht, sondern weil sie sich senden lässt.
Ewiges Leben heißt nicht, alles bleibt, wie es war, ewiges Leben
heißt, ich darf anders leben aus der Liebe mit Hoffnung in
Beziehung und so stellt sich dann auch an uns immer wieder diese
Frage: Willst du ewig leben?
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