Der Schriftsteller Arno Schmidt hat über Jesus geschrieben: "Lebe
erst einmal und lerne und komme in 30 Jahren wieder." Für Schmidt
ist Jesus belanglos, aus einem unbedeutenden Zwergstaat, keine
Kultursprache sprechend, keine Bildung, ein barbarischer Dialekt
und so schreibt er weiter: "Die Persönlichkeit des Mannes, nach dem
sich 30 Prozent der Menschheit nennt, genügt mir nicht." Ein
Journalist nannte das später Blasphemie auf höchstem Niveau und
doch ist es interessant. Gerade diese scheinbare Belanglosigkeit
lässt Jesus bis heute nicht los. Dichter wie Arno Schmidt, Kritiker
wie Nietzsche oder Feuerbach, Atheisten und Andersgläubige, sie
alle reiben sich an ihm; nicht an Macht oder Erfolg, sondern an
seinem Lebensgefühl, denn Jesus lebt anders. Er hält das Leben
nicht fest, um es zu sichern. Er gibt es hin, um es zu schenken.Im
Johannesevangelium heißt es: "Aus seiner Seite flossen Blut und
Wasser." Zeichen neuen Lebens für die Welt, Zeichen dafür,
dass Gott nicht verschließt, sondern sich öffnet. Man wirft uns
Christen manchmal vor, wir würden die Wirklichkeit verdrängen, aber
der Glaube spricht eigentlich eine andere Sprache. Er macht das
Leid nicht kleiner, das Unrecht nicht harmlos und das Böse nicht
gut. Aber er setzt ein neues Lebensgefühl dagegen, dass es sich
lohnt, für das Leben sich einzusetzen, dass jeder Mensch zählt,
dass kein Leben belanglos ist. Oder anders: Dein Leben ist wichtig.
Du bist bedeutungsvoll, du bist ein geliebtes Kind Gottes, eine
geliebte Kind-Tochter, ein geliebter Sohn.Papst Benedikt XVI. hat
dieses Lebensgefühl einmal so beschrieben: "Er ist Gott, Licht vom
Licht. Um in das ewige Leben einzugehen, muss man auf Jesus hören
ihm nachfolgen und dabei in der Hoffnung stehen." Daraus kommt eine
persönliche Frage: Was macht Jesus eigentlich für dich
aus? Und welches Lebensgefühl gibt er deinem Leben?
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