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Immer wenn ich im Sommer viele Schmetterlinge sehe, dann muss ich
an Erdbeben denken. Komisch eigentlich. Denn ich finde
Schmetterlinge wunderschön. Und sogar mein Vorname ist von einer
Schmetterlingsart abgeleitet. Warum also ausgerechnet Erdbeben?
Irgendwann habe ich mal aufgeschnappt, dass viele Schmetterlinge
Vorboten für Erdbeben sein sollen. Keine Ahnung, ob das stimmt.
Aber kennst du das? Manche Gedanken verbinden sich mit etwas – und
dann wird man sie kaum noch los. Schmetterlinge und Erdbeben.Und
wenn ich weiterdenke, dann steckt da vielleicht mehr drin als ich
zuerst gedacht habe. Denn so ein Schmetterlingsleben ist ja
eigentlich auch eine Erschütterung. Am Anfang ist da diese kleine
Raupe. Ganz nah an der Erde. Langsam unterwegs. Versteckt zwischen
Blättern, damit sie niemand entdeckt. Und sie frisst und frisst,
wird größer, schwerer … vermutlich ist das alles ziemlich
mühsam.Und dann passiert etwas, das ich fast beneidenswert finde.
Diese Raupe verwandelt sich. In einen Schmetterling. Aber auch das
ist ja keine sanfte Veränderung. Das ist ein Umbruch. Eine
Verwandlung, die alles durcheinanderbringt. Im Kokon geschieht
etwas, das wir kaum verstehen können. Und ich frage mich: Weiß der
Schmetterling eigentlich noch, dass er einmal eine Raupe war?Ich
glaube, ich muss gar nicht neidisch sein. Denn diese Verwandlung
ist bestimmt nicht nur schön. Sondern auch anstrengend. Vielleicht
sogar schmerzhaft. Und auf jeden Fall: erschütternd. Und genau
deshalb ist der Schmetterling ja auch so ein starkes Bild. Gerade
im Glauben. Für Auferstehung. Für Veränderung. Für dieses: Es wird
nicht einfach nur anders – es wird neu. Eine Veränderung, die
leicht machen kann. Die uns fliegen lässt. Die etwas bewegt.
Manchmal sogar mehr, als wir denken.Es gibt diesen Gedanken, dass
ein Flügelschlag eines Schmetterlingsirgendwo auf der Welt etwas
Großes auslösen kann. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber ich mag
die Vorstellung. Dass etwas Kleines eine Wirkung haben kann, die
größer ist als es selbst. Und vielleicht ist genau das die
eigentliche Verbindung. Nicht Erdbeben und Angst. Sondern
Erschütterung, die etwas in Bewegung bringt.
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„Schmetterling“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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