Vor 81 Jahren fiel die Atombombe auf Hiroshima. Wenn das Licht
ausgeht, ist es dunkel. Ein heller Lichtblitz zerstörte eine ganze
Stadt mit ihren Menschen.Wenn das Licht ausgeht, ist es dunkel.
"Kam, kam, kam ein Licht. Wollt leuchten, wollt leuchten."Diese
Zeilen stammen von Paul Celan. Und sie haben etwas sehr
Menschliches in uns. Dunkelheit kann Angst machen. Sie nimmt uns
den Blick in die Zukunft. In die Zukunft zu schauen, ist immer
riskant. Aber das mussten die Menschen nach diesem Blackout. Es
gibt Unwägbarkeiten, Entwicklungen, die wir nicht beeinflussen
können, in denen wir Opfer sind. Und solche, die uns überraschen:
Wissenschaftliche Prognosen, gesellschaftliche Trends und unsere
eigenen Pläne. Manches trifft ein, manches nicht. Die Geschichte
des Menschen ist nie linear. Sie ist immer geprägt von
Unvorhersehbaren.Verantwortung zu übernehmen bedeutet, den Blick
auf das Kommende zu richten. Veränderungen, Rahmenbedingungen,
Entwicklungen nüchtern zu prüfen und zugleich den Blick für Gottes
Gegenwart in unserem Leben nicht zu verlieren. Denn das ist die
Erfahrung des Volkes Gottes. Immer wieder bricht Gott die
Geschichte auf, überrascht uns. Und Christus selbst war eine solche
Überraschung. Lange erwartet und doch anders, als die Menschen es
sich vorgestellt hatten.Der Apostel Paulus schreibt: Die Nacht ist
vorgerückt, der Tag ist nahe. Ein Bild für Hoffnung mitten in der
Dunkelheit. Und vielleicht auch ein Bild für uns. Wenn wir warten,
ist es manchmal besser, nicht starr zu verharren, sondern auf die
Schritte Gottes zuzugehen, die uns entgegenkommen. Für die Zeiten
der Dunkelheit gibt Gott uns kleine Lichter mit auf den Weg. Sie
helfen uns weiterzugehen, uns nicht zu verlieren und die Richtung
zu behalten. Diese Lichter sind Begegnungen, Hoffnungen, Mut,
kleine Zeichen, an denen wir spüren, du bist nicht
alleine. Vielleicht ist das die wichtigste Erfahrung: Wer
bereit ist, sein Herz zu öffnen, wer die kleinen Lichter wahrnimmt,
der kann Gott begegnen, mitten in der Dunkelheit, mitten im Alltag.
Denn das Licht kommt auf uns zu, auch wenn wir es nicht immer
vorhersehen können. Und so bleibt: immer wieder aufbrechen,
Licht suchen, den Blick öffnen und dem Licht erlauben, uns zu
führen.
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