#130 Alles falsch gemacht in Tadschikistan

#130 Alles falsch gemacht in Tadschikistan

vor 4 Tagen
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Der Podcast für Reisende, Auswanderer und Selbständige - insbesondere Digitale Nomaden

Beschreibung

vor 4 Tagen

Was für ein Start in Tadschikistan! Ich kann mich kaum erinnern,
wann ich das letzte Mal in der allerersten Stunde in einem neuen
Land so viel Stress, Ärger und Pech auf einmal hatte.


Schon am Flughafen in Duschanbe ging es los: Mein Gepäck brauchte
ewig, und kaum trat ich ins Terminal, fielen die Taxischlepper
wie die Geier über mich her. So penetrant habe ich das selten
erlebt. Zu allem Überfluss stürzte genau in dem Moment das
Flughafen-WLAN ab. Ich stand da mit 20 Kilo auf dem Rücken bei
glühenden 41 Grad im Schatten und konnte mir weder ein Taxi
buchen noch den Wechselkurs prüfen. An der Wechselstube wollten
sie meine restlichen kirgisischen Som nicht annehmen, und am
Geldautomaten hob ich auf gut Glück Geld ab – unwissend, um wie
viele Nullen ich mich vertan hatte.


Als ich versuchte, zu einer nahegelegenen Bude zu flüchten,
verfolgten mich zwei Taxifahrer auf Schritt und Tritt. Sie
verstanden einfach kein „Nein“. Es fehlte wirklich nicht viel und
ich hätte mich auf dem Parkplatz mit ihnen geprügelt, so bedroht
und wütend fühlte ich mich.


Erst in einer kleinen Döner-Bude fand ich Unterschlupf. Der
netter Besitzer gab mir einen Hotspot. Uber oder Yandex gibt es
hier nicht, stattdessen nutzt man die lokale App
Yura – und die Registrierung lief
verrückterweise über Telegram! Nach langem Hin und Her hielt ich
ein Taxi auf der Straße an. Der Fahrer bestand darauf, mein Handy
während der Fahrt selbst in der Hand zu halten, um auf die Karte
zu stieren, obwohl er kein Wort Englisch sprach und der
Bildschirm sich dauernd ausschaltete.


Endlich im Hotel angekommen, der nächste Schock beim Bezahlen:
Meine Wise-Kreditkarte war weg! In Tadschikistan gibt der Automat
erst das Geld und dann die Karte aus. In dem ganzen Stress hatte
ich sie glatt stecken lassen. Also hielt ich direkt wieder ein
Taxi an – am Kennzeichen erkannte ich später, dass hier gefühlt
jedes Yura-Taxi die Seriennummer „TT 01“ trägt – und fuhr zurück
zum Flughafen, um den Automaten für die Rezeptionistin zu
fotografieren.


Zurück im Hotel folgte der größte Fehler der Reise: Ich hatte die
Rezeptionistin gefragt, ob man das Leitungswasser trinken könne.
Durch ein Missverständnis glaubte ich, ein klares „Ja“ bekommen
zu haben. Nach der Hitzeschlacht trank ich gierig zwei große
Gläser direkt aus dem Wasserhahn. Später sah ich das Elend in
einer Flasche: eine braune, trübe Brühe!


Die Quittung folgte prompt: Den gesamten Montag verbrachte ich
flitzend auf dem Klo, geplagt von Schüttelfrost,
Schweißausbrüchen und absoluter Kraftlosigkeit.
Sehenswürdigkeiten? Fehlanzeige! Ich schaffte es nicht einmal bis
zum Supermarkt.


Am Dienstag ging es mir zumindest so weit besser, dass das extrem
leckere Hotel-Frühstück im Magen blieb. Ich schleppte mich die
200 Meter zum Nationalmuseum, wo mich ein völlig absurdes Kassen-
und Drehkreuz-System erwartete, bei dem der Pförtner manuell
durch zwei Glastüren greifen musste, um Tickets zu scannen.


Trotz all dem Pech, der Magenverstimmung und der verlorenen Karte
versuche ich, die eigene Verantwortung zu sehen und mich nicht in
eine Negativspirale ziehen zu lassen. Die Stadt hat mit ihren
gigantischen Prachtbauten und der beleuchteten
Unabhängigkeitssäule unglaublich viel Schönes zu bieten – und
nach ein paar kühlen Bierchen am Abend blicke ich nun wieder
optimistisch auf meine Weiterreise nach Usbekistan!
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