#129 Kasachstan - Ein kleiner Einblick in ein großes Land

#129 Kasachstan - Ein kleiner Einblick in ein großes Land

vor 1 Tag
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Der Podcast für Reisende, Auswanderer und Selbständige - insbesondere Digitale Nomaden

Beschreibung

vor 1 Tag

Ich melde mich direkt aus der kasachischen Stadt Almaty, wo ich
insgesamt fünf Tage verbracht habe. Rückblickend muss ich meine
Reiseplanung durchaus kritisch betrachten, da Almaty historisch
und touristisch überraschend wenig zu bieten hat. Die Stadt
präsentiert sich stark sowjetisch geprägt mit extrem breiten
Straßen, weitläufigen Gehwegen, kubischen Gebäuden und einer
modernen Infrastruktur, entbehrt jedoch einer klassischen
Altstadt. Was mir dennoch sofort positiv auffiel, war die ruhige,
friedliche Atmosphäre sowie die vielen breiten, grünen Alleen und
weitläufigen Parks.


Im Panfilow-Park besuchte ich die beeindruckende
Senkow-Kathedrale, ein historisches Bauwerk aus Holz, das
komplett ohne Nägel errichtet wurde. Mit ihren farbenfrohen
Fresken und Mosaiken bildete sie für mich einen absoluten
architektonischen Höhepunkt. Im Gegensatz zu anderen islamisch
geprägten Regionen habe ich Kasachstan zudem als sehr säkular und
modern erlebt, ohne Muezzin-Rufe und mit nur geringer religiöser
Symbolik im alltäglichen Leben.


Zu den absoluten Highlights gehörten für mich die Naturerlebnisse
im Umland: Ich bin mit der mehrstufigen Seilbahn von Medeu hinauf
ins Tienschan-Gebirge auf über 3.300 Meter Höhe gefahren, wo
echter Gletscher-Schnee und ein spektakuläres Panorama auf mich
warteten. Auch der Aussichtsberg Kok-Tobe bot einen fantastischen
Blick über die gesamte Stadt. Die städtischen Sehenswürdigkeiten
wie die Fußgängerzone Almaty Arbat, die Zentralmoschee, das
Opernhaus sowie der lebendige Grüne Basar mit seinen intensiven
Düften von Gewürzen, Tee, Obst und Trockenfrüchten ließen sich
allerdings recht schnell erkunden, sodass ich die wesentlichen
Highlights bereits nach knapp anderthalb Tagen gesehen hatte.


Kulinarisch dominieren in der Region vor allem Fleisch- und
Grillgerichte. Da ich mich fleischlos ernähre, bin ich vorwiegend
auf internationale Alternativen wie koreanische, türkische und
thailändische Küche sowie auf lokale Backwaren, Falafel, Dips und
Shakshuka ausgewichen; den traditionellen getrockneten
Joghurt-Snack Kurt habe ich ausgelassen.


Ich blicke mit gemischten Gefühlen auf meine Zeit in Kasachstan
zurück. Die Gebirgslandschaft ist atemberaubend und die
Begegnungen waren gastfreundlich, aber mein Aufenthalt litt
spürbar unter einer unzureichenden Zeitplanung für Ausflüge ins
Umland, schlechtem Wetter und organisatorischen Hürden beim
Grenztransfer nach Bischkek in Kirgisistan. Zudem empfand ich das
Preis-Leistungs-Verhältnis für Verpflegung und Transport im
Vergleich zu Kaukasus-Ländern wie Georgien oder Aserbaidschan als
überraschend teuer.
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