Daniel Abt kennen viele als erfolgreichen Motorsportler
u.a. aus der Formel E. Mittlerweile ist der 33-Jährige
Unternehmer, erfolgreicher Youtuber und neuerdings auch Autor.
Zusammen mit seinem Vater Hans-Jürgen Abt hat er ein Buch
geschrieben. Der Titel: „Vollgas leben: Was dich nach vorne
bringt, wenn es wirklich darauf ankommt.“ Das im
Next-Level-Verlag erschienene Buch hat es mittlerweile auf die
Spiegel Bestseller-Liste geschafft.
In der neuen Podcast-Folge von „Klartext“ spricht Frank Mertens
mit ihm über das Buch, aber auch die Transformation in der
Autobranche und die politische Stimmung in Deutschland. Das Buch
versteht Daniel Abt dabei nicht als klassische Biografie oder
Firmengeschichte, sondern als Sammlung prägender Erlebnisse, aus
denen Leserinnen und Leser eigene Schlüsse ziehen können. „Wir
wollen nicht einfach nur eine zeitliche Abfolge der Firma
wiedergeben“, sagt Abt. Man wollte Geschichten erzählen, „die uns
geprägt haben, die für uns spannend waren, die uns vielleicht
auch etwas gelehrt haben im Leben“, fügt er hinzu.
Zu einer der für ihn u.a. wichtigen Entscheidungen bezeichnet Abt
den Einstieg in Social Media. Was zunächst amateurhaft
startete, entwickelte sich zu einer eigenen Marke und eröffnete
ihm neue geschäftliche Möglichkeiten, auch mit Blick auf
Reichweite und Synergien für die Firma Abt. Social Media sieht er
jedoch auch kritisch, insbesondere mit Blick auf junge Menschen,
Scheinwelten, Mobbing und den Einfluss digitaler Plattformen.
Eine stärkere Regulierung bewertet Abt indes skeptisch, weil er
Einschränkungen der freien Meinungsäußerung und gesellschaftliche
Polarisierung für problematische Entwicklungen hält.
Es geht in dem Gespräch mit Daniel Abt aber nicht nur um
Erfolge, sondern auch um Rückschläge. Dazu zählt
auch das Ende seiner Rennfahrerkarriere nach der sogenannten
Sim-Affäre, die für ihn zunächst schmerzhaft war, später aber
neue Türen öffnete. Solche Erfahrungen hätten ihm geholfen, sich
selbst zu reflektieren und zu erkennen, welche Menschen im Umfeld
wirklich zu ihm stehen. „Ich würde fast behaupten, dass
Niederlagen einen viel mehr formen.“
Erfolg beschreibt er daher nicht als dauerhafte Überholspur,
sondern als Wechselspiel aus Höhen und Tiefen. „Vollgas leben“
bedeute für ihn, Dinge mit Energie und Überzeugung anzugehen,
aber auch innezuhalten und Prioritäten neu zu setzen.
Natürlich spielt das Verhältnis zu seinem Vater eine
wichtige Rolle. Daniel Abt beschreibt es als sehr gut, ehrlich
und direkt, aber nicht frei von Reibung. Familie und Unternehmen
seien eng miteinander verwoben, was sowohl Privileg als auch
Belastung sein könne. Als Sohn einer bekannten Unternehmerfamilie
habe er besonders in Jugendjahren gespürt, dass er unter
Beobachtung stand und sich stärker beweisen musste. Heute
überwiegt für ihn jedoch das Positive: die Chance, Verantwortung
zu übernehmen, mitzugestalten und das Unternehmen in die Zukunft
zu führen. Die Nachfolge ist nicht auf ein festes Datum fixiert,
sondern wird als Prozess verstanden.
Im Gespräch über die Zukunft der Mobilität zeigt sich Abt
realistisch. Der klassische Kunde von Abt interessiere sich
aktuell weniger für reine Elektroautos, weil emotionale
Bindung, Klang und Individualität für die Abt-Kundschaft eine
große Rolle spielten. Gleichzeitig sei die Transformation
unvermeidlich. Dass die Autobranche in der Krise steckt, sei eine
Folge langfristiger Umbrüche, politischer Unsicherheit, globaler
Krisen, hoher Kostenstrukturen und strategischer
Fehlentscheidungen. Die Elektromobilität allein sei nicht
das Problem; vielmehr gehe es auch um Wertschöpfung bei
Batterien, Software und künstlicher Intelligenz, die zunehmend
außerhalb Deutschlands liege. Er vermisst eine klare
Zukunftsperspektive und eine überzeugende Vision für den
Industriestandort. In der Politik sieht er zu viel kleinteiliges
Handeln und zu wenig strukturelle Reformen, die Arbeit,
Unternehmertum und Innovation wirklich fördern.
Foto: Next-Level-Verlag
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