Die Münzsammlung als barocke Zeitkapsel

Die Münzsammlung als barocke Zeitkapsel

Münzspezialist Benedikt Zäch erzählt von Erkenntnissen, die er bei der Aufarbeitung des Münzkabinetts der Fürstäbte bis jetzt hat sammeln können.
40 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche
Ein fast vergessenes Juwel der ehemaligen Wunderkammer der
Stiftsbibliothek St. Gallen ist bis heute erhalten geblieben: ihre
Münz- und Medaillensammlung. Rund 3000 Münzen umfasst sie.
Aufbewahrt wird sie bis heute in einem eigens angefertigten Schrank
mit der Aufschrift „Numophylacium“, in der historischen
Handschriftenkammer des 18. Jahrhunderts. Fast unangetastet hat sie
die Zeit überdauert – und wirkt heute wie eine barocke Zeitkapsel.
Gerade das macht sie so besonders: Es ist kaum eine vergleichbare
Klostersammlung in der Schweiz oder in Österreich bekannt, die in
einem so authentischen Zustand des späten 18. Jahrhunderts erhalten
ist. Neben echten antiken Münzen finden sich auch Fälschungen und
gelehrte Irrtümer. So dokumentiert die Sammlung eindrücklich den
Wissensstand – und die Fehlannahmen – der Numismatik kurz vor dem
Ende des Ancien Régime. Damit ist die St. Galler Münzsammlung nicht
nur ein Schatz aus Metall, sondern ein faszinierendes Zeugnis der
Wissensgeschichte: Sie zeigt, wie sich aus barocker
Sammelleidenschaft allmählich eine Wissenschaft entwickelte.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15