Deep Story #84 | dunkles Geheimnis | Clapped
1 Stunde 7 Minuten
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Beschreibung
vor 7 Jahren
Das Warten hat ein Ende. Heute erscheint der 5. Teil unserer
Episoden-Geschichte von Simon Rucker. Nachdem uns in den letzten
Kapiteln ein Einblick in die Gefühlswelt des Protagonisten
gewährt wurde, steht heute die Geschichte der Insel im
Vordergrund. Die Geheimnisse der Insel lassen den Puls der
einsamen Seele höher schlagen und die Gedanken gegen seinen Kopf
trommeln. Fantasien über weitere Bewohner der Insel entlassen den
Hauptdarsteller aus seiner Lethargie und erregen ihn. Die innere
Anspannung und das Aufgewühlt sein werden durch wilde Drums und
Rhythmen von unserem Gast Clapped aufgenommen und passend
musikalisch verarbeitet. Lasst euch mitreißen bis euch die stetig
treibenden Tracks in einen Trance Zustand versetzen, wie ihn
ansonsten nur Eingeborene in ihren endlosen Zeremonien erreichen.
Die Höhle
An diesem Tag ließ ich den Schnaps weg. Ich brauchte meine Sinne
und ich brauchte meine Kraft. Na gut, ich gestehe. Einen kleinen
Schluck nahm ich zu mir. Aber der zählt nicht. Ich legte eine
ausreichende Schicht Farnwedel auf das Feuer, die Sonne ging mit
hoher Geschwindigkeit über der scharfen Linie des tropischen
Horizontes auf. Verdammte Hitze. Verdammte Sonne. Bald würde sie
mir wieder den Schweiß aus allen Poren meines Körpers pressen.
Meinen Scharfsinn bedrängen.
Etwa eine Stunde später stand ich unter der Felswand, in der das
schwarze Loch gähnte. Den Pfad hier herauf war ich zwar schon ein
paar Mal gegangen, doch an diesem Tage kam mir alles bedeutend
vor. Mehr kleine Details blieben in meiner Erinnerung hängen.
Alles um mich herum war von einer merkwürdigen Schwere erfüllt.
Um des Zyklopen Auge endgültig erreichen zu können, musste ich
noch etwa zwanzig Meter in der Felswand nach oben klettern. Von
hier an war der Weg für mich neu. Ich zog mich nach oben.
Felsvorsprung um Felsvorsprung. Es war gar nicht so schwer, wie
ich befürchtet hatte. Es war leichter als gedacht.
Nach ein paar Minuten zog ich mich über den Rand der Höhle
hinauf. Ließ mich etwas außer Atem zu Boden sinken. Gänsehaut.
Aus der Dunkelheit strömte mir kühle Luft entgegen. Diesen Moment
werde ich niemals mehr vergessen können, dachte ich. Ich denke
heute, dass ich mir des Gewichts des Zeitpunktes schon sehr
bewusst war. Auch hier, während ich der furchterregenden Maske
tief in ihre widerlichen Augen schaue, weiß ich, dass es dieser
Moment war, in dem die Dinge ihren Lauf nahmen. Die Aussicht von
dort oben war atemberaubend. Zwar war ich nicht viel weiter oben
als im Wald, jedoch standen mir hier keine Bäume und Palmen im
Weg herum. Die Aussicht war atemberaubend, ist es noch heute. Ich
war im Paradies gefangen. Mit meinen vom Klettern zitternden
Armen stemmte ich mich nach oben, spürte den kühlen Fels unter
mir. Schwindel packte mich, während sich meine Augen langsam an
die Finsternis gewöhnten.
Die beiden Matratzen waren das erste, was sich aus der Schwärze
herausschälte. Sie brachten meinen Puls schon auf
dreihundertneunzig und pumpten mir das Adrenalin durch die
Organe. Dann materialisierte sich die schwere hölzerne Truhe mit
dicken Metallbeschlägen vor dem Gestein. Was war das hier? Ich
fingerte mit fahrigen Bewegungen die aus dem Treibgut stammende
Lampe hervor, rutschte ab, als ich den Schalter drücken wollte,
dann nochmal, geriet in Panik. Was zum Teufel?
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