Automobil Branchen Cockpit vom 19.01.2026: US-Zollschranke verschärft / VW drosselt Produktion / Zulieferer unter strukturellem Druck
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vor 1 Monat
Guten Morgen. Hier ist Ihr Automobilbranchen-Cockpit für Montag,
den 19. Januar 2026.
Wir starten in die neue Woche mit den Nachwehen des ersten
Publikums-Wochenendes in Detroit und einer deutlichen
Verschärfung der US-Handelsrhetorik, die gezielt Schlupflöcher
schließt.
Trump schließt „Mexiko-Hintertür“ – Zäsur für
globale Lieferketten US-Präsident
Trump hat am Sonntag die Bedingungen für den Import von
Fahrzeugen aus Mexiko präzisiert.
Der Fakt: Fahrzeuge, die zwar aus Mexiko importiert werden, deren
Wertschöpfung aber maßgeblich aus China stammt oder chinesischen
Tochterfirmen zuzurechnen ist, sollen künftig mit massiven
Zusatzabgaben belegt werden und damit faktisch vom US-Markt
ausgeschlossen werden.
Die Konsequenz: Das Nearshoring-Modell über Mexiko verliert
schlagartig an Attraktivität. Sowohl chinesische Hersteller wie
BYD und Chery als auch westliche OEMs müssen ihre Lieferketten
nun vollständig auditieren. Der politische Druck verschiebt sich
klar in Richtung direkter US-Produktion mit lokaler
Wertschöpfung.
VW passt Produktion an: Schichtkürzung im Werk
Emden beschlossen
Berichte der Fachpresse vom Wochenende bestätigen operative
Maßnahmen bei Volkswagen.
Der Fakt: Ab Februar wird im Werk Emden, in dem ID.4 und ID.7
gefertigt werden, vorübergehend eine Schicht gestrichen.
Kündigungen sind ausgeschlossen; es greifen flexible
Arbeitszeit-Instrumente.
Der Impact: Die Maßnahme wirkt unmittelbar in die Lieferkette
hinein. Regionale Just-in-Time-Zulieferer wurden informiert, ihre
Produktions- und Lieferpläne für das erste Quartal anzupassen.
Die schwache Nachfrage nach elektrischen Volumenmodellen in
Europa schlägt damit operativ durch.
VDA unterstützt EU-Kurs zu Mindestpreisen statt
Zöllen
Der Verband der Automobilindustrie hat sich am Wochenende klar
positioniert.
Der Fakt: VDA-Präsidentin Hildegard Müller signalisierte
Unterstützung für die Gespräche der EU-Kommission über
Mindestpreise für chinesische Elektrofahrzeuge als Alternative zu
Strafzöllen.
Die Strategie: Die deutsche Industrie bewertet Mindestpreise als
das kleinere Übel gegenüber einem offenen Handelskonflikt. Für
Zulieferer wie Bosch (Bosch) und ZF (Zett-Ef) bleibt China damit
ein relevanter Absatz- und Kooperationsmarkt.
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