Ep. 65 | Zu Besuch in der Gedenkstätte Grafeneck - Im Gespräch mit Thomas Stöckle und Gohdar Alkaidy

Ep. 65 | Zu Besuch in der Gedenkstätte Grafeneck - Im Gespräch mit Thomas Stöckle und Gohdar Alkaidy

51 Minuten

Beschreibung

vor 3 Tagen
Vor 85 Jahren begann die sogenannten „T4-Aktion“ der
Nationalsozialisten, die systematische Ermordung geistig
behinderter und psychisch erkrankter Menschen. Von Januar bis
Dezember 1940 wurden über 10.000 Menschen in Grafeneck ermordet.
Die Opfer kamen aus Kliniken und Heimen der heutigen Bundesländer
Baden-Württemberg, Bayern, Rheinlad-Pfalz, Hessen und
Nordrhein-Westfalen. Die Gedenkstätte Grafeneck ist die zentrale
Erinnerungsstätte für die Opfer der nationalsozialistischen
„Euthanasie“-Verbrechen in Südwestdeutschland. Wie jede
Erinnerungsstätte muss man sich auch in Grafeneck mit der Frage
nach der „Zukunft der Erinnerung“ auseinandersetzen. Dr. Michael
Blume spricht in Folge 65 des Podcasts „Verschwörungsfragen“ hierzu
mit Thomas Stöckle, dem Leiter der Gedenkstätte. Weiterer Gast ist
Gohdar Alkaidy von der „Stelle für Jesidische Angelegenheiten“. Die
Religionsgemeinschaft der Jesiden wurde 2014 Opfer eines brutalen
Genozids des sog. Islamischen Staates im Irak. Baden-Württemberg
hatte 2015 insgesamt eintausend Überlebende dieses Völkermordes
aufgenommen. Auch hier stellt sich die Frage nach der Rolle und den
Formen von Erinnerung. Gohdar Alkaidy startete 2022 eine
erfolgreiche Petition zur Anerkennung des Völkermordes an den
Jesiden durch den Deutschen Bundestag. Seit der Anerkennung ist es
allerdings in der Bundespolitik wieder stiller geworden, wenn es um
die Umsetzung des Bundestagsbeschlusses geht. Unter anderem sieht
der Beschluss vor, ein Dokumentationszentrum und einen
Erinnerungsort in Deutschland zu fördern. Hinweis: Diese
Podcastfolge wurde in der Bibliothek der Gedenkstätte Grafeneck
aufgenommen, die Aufnahme kann daher von der Tonqualität anderer
Folgen abweichen.

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