#4 Kochsalz (Nat.-Mur.) Heilmittel für Verlassene-Oliver Wachter-Der Podcast für Klassische Homöopathie

#4 Kochsalz (Nat.-Mur.) Heilmittel für Verlassene-Oliver Wachter-Der Podcast für Klassische Homöopathie

25 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Kochsalz (Nat.-Cl.) als Homöopathisches Heilmittel. Na.-Cl., von
Hahnemann auch Nat.-Mur. genannt (Natrum Muriaticum  lat.
"Salz aus der Salzlake") befindet sich zu 3,5% im Meerwasser und
zu 0,9% in unserem Blutplasma. Bei Salzvergiftung, wie bei
Schiffsbrüchigen, gibt es schwere körperliche Schäden bis hin zum
Tod. Homöopathisch verdünnt heilte es in meiner Praxis viele
körperliche Beschwerden wie Nierenschmerzen, Dekubitus mit MRSA
Befall, schwerste Gelenkschmerzen und Heuschnupfen aber vor allem
psychische Traumata, verursacht durch Verlusst,Verlassenwerden
und Ablehnung. Auch bei emotionalen Verletzungen wie Mobbing
zeigt sich das psychotherapeutische Potential dieses Mittels.


Transkript:


Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge meines
Podcasts Oliver Wachter- Der Podcast für klassische Homöopathie.


Heute versuche ich endlich das zu erfüllen, was ich in der
vierzig minütigen Folge 2 versprochen hatte. Und zwar, dass Du
Dich mit jeder Folge meines Podcasts besser kennen lernen wirst.
Also Krankheit und Heilung, das betrifft ja jeden Menschen. Jeder
Mensch hat irgendwelche Probleme, ob psychisch, charakterlich,
emotional oder körperlicher Art. Und wie funktioniert die
Heilung? Dadurch lernt man sich selber besser kennen. Ich möchte
heute ein homöopathisches Mittel vorstellen, das sehr viel mit
uns als Mensch zu tun hat. Prinzipiell kann man das von allen
Elementen bzw Verbindungen sagen. Ob jetzt Sulfur, Phosphor,
Kochsalz, vieles findet man im Menschen wieder. Und da sind wir
jetzt schon bei dem richtigen Begriff: Kochsalz.


Kochsalz, auch Natrium Chloratum oder Natrium Muriaticum, also
abgekürzt Nat.-Mur.


Du hast bestimmt schon mal gehört, daß unser Körper zu 85% aus
Wasser besteht. Und nicht nur Wasser, man könnte sagen, aus
Salzwasser. Also wenn jemand im Krankenhaus liegt und das Volumen
seines Blutes soll unterstützt werden, dann gibts eine


0,9 % NaCl Infusion. Natriumchlorid mit besonders gereinigten
Wasser vermischt (aqua ad iniectabilia). Irgendwie bestehen wir
hauptsächlich aus Meerwasser. Wie kann ich in einen
Nat.-Mur.-Zustand geraten? Durch eine Intoxikation, also eine
Vergiftung, mit zu viel Salz würde ich in einen Zustand kommen,
der letztendlich Nat.-Mur. als Heilmittel braucht.


Welche Symptome würden mich denn erwarten? Starker Durst,
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verwirrtheit, Schwindel,
Kopfschmerz, Muskelzucken, Krämpfe, Bluthochdruck,
Bewusstlosigkeit, Koma bis zum Tod. Wie kann man denn zu viel
Salz aufnehmen? Ein Schiffbrüchiger, der seit Tagen auf dem Meer
dahin vegetiert und irgendwann anfängt, das Meerwasser zu
trinken, obwohl es eigentlich selber weiß: das ist nicht gut.
Irgendwann macht er es dann doch. Und bei solchen Menschen kann
man feststellen, dass ihnen trotz Trinkens das Wasser entzogen
wird. Das Kochsalzwasser entzieht der Zelle das Wasser und somit
vertrocknet der Mensch. Er wird sich erbrechen, er wird Durchfall
haben. Wann oder wem kann Nat.-Mur. sonst noch helfen?


Meine Erfahrung ist, daß Nat.-Mur. eines der wichtigsten Mittel
ist, um psychische Traumata zu heilen. Ich habe viele Patienten,
die bereits länger beim Psychotherapeuten in Behandlung waren.
Und aus irgendwelchen Gründen geht es da nicht weiter. Dann erst
kommen sie zu mir- auch viele Kinder. Bei psychischen Themen gibt
es sehr gute Erfolge mit der Homöopathie allgemein und


mit Nat.-Mur. im Speziellen. Das Hauptthema von Kochsalz ist
"Beschwerden durch enttäuschte Liebe" oder "enttäuschte
Freundschaft". Die Seele, die eigentlich auf der Suche nach
Einheit mit allem, also mit Paramatma, Gott, ist, macht auf der
Suche nach bedingungsloser Liebe zwischen Menschen zwangsweise
Erfahrungen mit Verletzung und Zurückweisung auf emotionaler
Ebene. Das hat jeder schon mal erlebt. Beziehungsende, Tod von
geliebten Menschen. Oder eben Enttäuschung auf
zwischenmenschlicher Ebene.


Ein Mensch, der homöopathisch Kochsalz benötigt, erinnert sich an
unangenehme Erfahrungen, die auch sehr lange zurück liegen
können. Man kann sich vorstellen, dass gerade in der
frühkindlichen Phase, wenn irgendwas nicht so ideal gelaufen ist,
zwischen Vater, Mutter und Kind, dass da vielleicht ein gewisser
Grundstock gelegt wurde, der später mal Kochsalz erfordert. Ich
denke an einen ganz speziellen Fall. Da kam ein junger Mann zu
mir, der klagte über häufige Unfälle unter anderem häufiges
Umknicken der Sprunggelenke, also Supinationstraumata.


Verrenken der Füße und ein weiteres ganz interessantes Symptom.
Wenn er früh aus dem Bett aufgestanden ist, dann ist er vor
Schmerzen zusammengebrochen. Die Sprunggelenke haben so extrem
geschmerzt. Es gab verschiedene Beziehungen zu Frauen, die aus
verschiedenen Gründen nicht hielten. Homöopathisch heißt das
"Beschwerden durch enttäuschte Liebe, enttäuschte Freundschaft".
Er hat Frauen angezogen, die ihn verletzten oder enttäuschten.
Dieses Thema ging zurück bis in seine Kindheit. Er kam als
Frühchen in der 28. Woche auf die Welt. Das war in den 70er
Jahren. Da hat man die Frühchen von der Mutter weggenommen sie in
einen Brutkasten gelegt. Die Mutter durfte die ersten drei Monate
das Kind nur durch ein Fenster sehen. Man muss sich vorstellen,
dass ein sieben Monatskind aus medizinischer Sicht noch in einem
sehr schwierigen Stadium ist und medizinische Überwachung
benötigt. Aber was halt in dieser Phase nicht möglich war: die
Mutter konnte nicht bei ihrem Baby sein. Diese wichtige Bindung,
dieses Bonding, wie man es auch so schön nennt, dieses Gefühl der
Geborgenheit, das "ich bin hier sicher, ich bin gewollt, ich bin
beschützt", konnte nicht aufgebaut werden. Man könnte auch sagen,
dieses Gefühl der Erdung, des Urvertrauens wurde hier
unterminiert, unterbrochen oder erst gar nicht angelegt. Und
dieses Gefühl von "ich werde weggenommen, verlassen" wurde dafür
angelegt und als Standard im Energiesystem hinterlegt, um es
immer wieder zu wiederholen, bis Heilung gesucht und gefunden
wurde.


Das Mittel konnte diesem jungen Mann helfen. Das Thema häufige
Verletzungen oder Unfälle durfte gehen. Er hatte früher, wie
schon gesagt, sehr oft dieses Umknicken der Füße, auch ein
Zeichen mangelnder Erdung bzw Urvertrauen, ein Thema des
Wurzelchakras. Beim Schlauchbootfahren in einem Fluß mit
Hochwasser wäre er fast ertrunken, mit dem Rennrad bei voller
Fahrt bergab konnte er gerade noch einem Bau-LKW ausweichen, der
ihm die Vorfahrt genommen hatte, um stattdessen "nur"  mit
einem Auto zu kollidieren. Es gab früher viele Unfälle, die er
erleben musste. Der Mensch interagiert mit dem Universum und den
Planeten gemäß seines Karmas. Wenn ein Mensch ein Thema hat, sei
es aus karmischer Sicht, oder weil er er etwas lernen muss, um es
los zu lassen, dann wird er Dinge in sein Leben ziehen, solange
bis es geheilt ist. So könnte es auch sein, daß du eben einen
riesigen Bau- LKW anziehst, der dir die Vorfahrt nimmt und du
somit mit dem Rennrad in ein anderes Auto fahren musst. Wenn wir
mit der klassischen Homöopathie diese Themen bearbeitet haben,
dann müssen sie nicht mehr passieren. Das ist meine Erfahrung,
die ich seit vielen Jahrzehnten so bestätigen kann. Dieser
Patient hat keine Unfälle mehr erlebt, und diese Fußschmerzen
waren von heute auf morgen weg.


Das nächste Beispiel ist ein ähnlicher Fall.


Eine Patientin wurde von ihren Eltern verlassen aus religiösen
Gründen. Ich möchte nicht näher darauf eingehen, um die Identität
zu bewahren. Das ist natürlich eines der größten Traumata- von
den Eltern verlassen zu werden. Das ist eigentlich ein ähnlicher
Fall, wie den wir gerade hatten. In diesem Fall war es natürlich
deutlich später, und mit Absicht. Die Eltern verlassen ein Kind.
Das ist die gleiche Essenz, das gleiche Thema. Beschwerden durch
enttäuschte Liebe, enttäuschte Freundschaft. Das ist die
Quintessenz von Natrium Muriaticum. Diese Patientin hat ebenfalls
die falschen Partner angezogen. Somit hat sie dieses Thema auch
öfters durchlebt. Enttäuschte Liebe, enttäuschte Freundschaft.


Sie kam letztendlich mit Nierenschmerzen zu mir und aufgrund der
Essenz, die wir jetzt gerade besprochen hatten, bekam sie Natrium
muriaticum und der Schmerz war innerhalb eines Tages
verschwunden.Nebenbei gesagt, ist die Niere das
Partnerschaftsorgan...


Nun ein Fall, der sehr eindrücklich hilft, die Homöopathie zu
verstehen. Vor vielen Jahren wurde ich zu einer Patientin ins
Altenheim gerufen. Sie war bettlägerig und multimorbid. 
Multimorbid bedeutet, jemand hat mehr als eine Krankheit. 
Zustand nach Schlaganfall, Herzinfarkt, und aus verschiedenen
Gründen lag sie meist im Bett, und bekam viele Medikamente gegen
viele Krankheiten. Also man könnte meinen, homöopathisch hat man
da wenig Chancen.


Der eigentliche Grund, warum ich sie überhaupt behandeln sollte,
war ein Ulkus, ein Geschwür am Gesäß, genau genommen ein
Dekubitus. Entstanden durch die Bettlägerigkeit. Dieses Geschwür
ging bis zum Knochen. Man muss sich vorstellen, eine offene Wunde
bis zum Knochen, entstanden durch Druck und dazu noch ein MRSA
Befall (Methicillin resistenter staphilococcus aureus.
Methicillin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der
β-Lactam-Antibiotika, oder: multiresistenter staphilococcus
aureus, weil andere Antibiotika auch nicht wirken). Das ist ein
Keim, der in Krankenhäusern und Altenheimen häufig verbreitet
ist, durch mangelnde Hygiene, könnte man sagen. Bei gesunden
Menschen wie Pflegern und Ärzten ist dieser Keim ohne Auswirkung
in der Nasenschleimhaut nachweisbar. Sie haben ihn, ohne daß er
Ärger macht, weil sie eben stark und gesund sind. Und das
bestätigt die Wirkweise, wie die Homöopathie funktioniert. Nicht
der Keim ist das Problem, sondern das Milieu. Das soll schon
Pasteur gesagt haben.


Das Ziel in der Homöopathie ist, wie auch in diesem Fall, wir
wollen den Menschen in seiner Gesamtheit maximal stärken, so daß
der Keim nicht mehr die Bedeutung hat. Wir müssen uns vorstellen,
daß wir seit Jahrtausenden von Viren und Bakterien umgeben sind.
Wir können sie weder vermeiden noch alle zerstören. Wir haben in
unserem Darm ca. 3 Kilo Bakterien, die je nachdem wie unser
Immunsystem funktioniert, uns schädigen oder eben nicht.


In diesem Fall war es halt so, dass dieser Mensch multimorbid
war, also viele Krankheiten hatte, dem Tod näher als dem Leben,
dazu kamen viele Medikamente und Bettlägrigkeit. Die Ärzte und
Pfleger hatten an ihr ein  Jahr lang die verschiedensten
Antibiotika getestet, ohne Erfolg. Man hat versucht die Wunde
direkt mit Salzwasser, später mit Honig zu verbessern, alles ohne
Ergebnis. Ich hatte ein bisschen in der Homöopathie Literatur
recherchiert. Da wurde ein Erfolg mit Homöopathie in einer
solchen Situation eher nüchtern betrachtet. Man solle mit Carbo
Vegetabilis arbeiten, also Holzkohle homöopathisch, eher nur das
zyanotische, gärende und minderversorgte Gewebe  behandeln.
Also Akuthomöopathie und weniger Konstitution beachten. So
arbeite ich nicht! Ich habe mir die Mühe gemacht und habe den
Mensch trotzdem in seiner Gesamtheit aufgenommen. Die Patientin
vermied den Augenkontakt zu mir. Das ist ein typisches Zeichen
für Nat.-Mur.


Sie fühlte sich, als hätte man sie abgeschoben.


Was ja auch zum Teil stimmt. Abgeschoben ins Altenheim. Das fällt
unter die Rubrik: "Enttäuschte Freundschaft" oder
"enttäuschte  Liebe". Die Tochter kommt, besucht sie, und
verlässt sie wieder. Aufgrund dieser psychischen Essenz gab ich
ihr homöopathisch Kochsalz. Das sind also drei Globuli pur, im
Mund zergehen lassen, und dann nochmal drei Globuli in einem Glas
Wasser aufgelöst. Dieses wird dann die folgenden zwei Tage
getrunken. Früh, Mittag und Abend ein Schluck. Nach sechs Wochen
war ich wieder bei ihr, und siehe da, die Krankenschwester war
ganz fasziniert, die Patientin selber, und auch die Tochter der
Patientin, weil die Wunde begann zu heilen, sich zu schließen.
Der Homöopath ist in diesem Moment aber nicht ganz so euphorisch,
weil wir ja keine Unterdrückung wollen, wir wollen eine echte
Heilung. Das heißt eine Heilung von innen nach außen. Deswegen
war es wichtig, ob es der Frau auch psychisch besser geht. Und
siehe da, sie war tatsächlich wie ausgewechselt. Sie hat mir in
die Augen geschaut, sie war besser gelaunt. Ich kann mich
erinnern, sogar gut gelaunt.


Das heißt, voller Erfolg! Psychisch verbessert, und die Wunde
schließt sich, obwohl sie schon in einem sehr fortgeschrittenen
Stadium war. Mit der Erfahrung aus der homöopathischen Literatur
war es eigentlich gar nicht zu erwarten, dass ich ihr durch die
Essenz,  also durch beachten von Psyche und Emotion helfen
werden könne.


Hier ein weiterer Nat.-Mur. Fall:


Ich hatte schon mal einen Patienten erwähnt, der zu mir kam wegen
Heuschnupfen. Er war auch eher etwas verschlossen, beruflich ein
Computer-Mensch, privat ein Mensch, der nicht unbedingt die
Gesellschaft sucht, sondern eher die Einsamkeit der Berge,ob
wandern,klettern oder Gleitschirmfliegen. "Abneigung
Gesellschaft" ist hier die Rubrik. Beruflich, wie auch beim
Hobby. Das war dann auch die Essenz von Kochsalz. Ich bringe nur
ein paar Eigenheiten, um die Identität meiner Patienten nicht
offen zu legen. Manches ist auch verändert. Man muss sich bewusst
machen, daß die Essenz auf einen Satz runtergrebrochen, und das
Ergebnis eines zweistündigen Gesprächs ist. Auch wenn ich
vielleicht bereits nach zwei Minuten meine, jemanden zu
durchschauen, kann es kurz vor Ende der Anamnese zu einem anderen
Mittel führen. Einmal, weil der Patient erst dann bereit ist
Geheimnisse zu offenbaren, oder sie ihm schlichtweg dann erst
einfallen. Auch durch meine Fragen induziert. Das ist natürlich
nicht möglich, wenn ich Homöopathie als Kassenleistung anbiete,
und nur zehn bis dreißig Minuten Zeit habe. Zurück zum Fall:


Aus dem Heuschnupfen, der eine chronische Erkrankung darstellt,
wurde dank Natrium Muriaticum ein Ausscheidungsprozess
hervorgerufen, nämlich Schnupfen. Somit waren wir auf dem Weg der
Heilung.


Hier noch ein Fall


Ein Patient kam zu mir, der eine sehr traumatische Trennung
erlebt hatte und danach keine Frühstückseier mehr essen konnte.
Er hatte sonst täglich weichgekochte Eier gegessen, und sie
geliebt- die Eier. Und bestimmt auch die Frau. Nach der Trennung
ging es nicht mehr. Ist das nicht skurril? Das ist eines dieser
"auffallenden, sonderlichen, ungewöhnlichen und
charakteristischen Symptome", die laut Hahnemann im Organ der
Heilkunst §153  zum richtigen Mittel führen. Traurigkeit
nach Trennung ist eher üblich, aber was haben Frühstückseier mit
der Trennung zu tun? Ein Symptom, das gar nicht so relevant
scheint. Aber bei Kochsalz ist es so, dass eine Abneigung
gegenüber schleimige Speisen besteht. Das richtige und heilende
Mittel war auch hier Nat.-Mur.


Noch ein paar Eigenheiten:


Nat.-Mur. vermeidet Augenkontakt. Wir haben einen Menschen, der
ins Herrenklo geht, und nun steht er am Pissoir und soll da
reinbieseln und der Nachbar, einen Meter entfernt, möchte am
Besten noch mit Ihm reden- beim Bieseln. Das kann Natrium
Muriaticum nicht. Das möchte er nicht, aber vor allem : das kann
er nicht.


Es ist ein Mensch, der immer eine Flasche Wasser in der Hand hält
oder auch nicht. Es ist ein Mensch, der viel Salz isst oder auch
nicht. Und das ist auch wieder so ein Mysterium der klassischen
Homöopathie. Es geht nicht immer darum, dass ein Thema genauso
ist, sondern es geht nur ums Thema an sich. Wie ich es auch schon
bei dem Mittel Luffa purgans erwähnt hatte.Luffa ist der
Meerschwamm. Wenn ich von diesem eine Urtinktur herstelle und mir
in die Nase reinträufle, dann habe ich als Wirkung Absonderung
aus Nebenhöhlen über die Nase. Und wenn ich das homöopathisch
verdünne, habe ich immer noch die Wirkung, daß Stockschnupfen zum
Abfließen gebracht wird. Verdünne ich noch weiter, habe ich eine
umgekehrte Wirkung. Fließschnupfen wird gemäßigt. So auch bei
Kochsalz. Der Mensch kann Salz lieben oder er kann Salz hassen.
Ist ein Fall schon weiter fortgeschritten, Vithoulkas nennt es
Egolyse, dreht sich die Salzliebe um in Abneigung Salz. Aber es
spielt auf jeden Fall irgendwo eine Rolle. Genauso wie er eben
viel Wasser trinkt oder kaum. Das Wasser ist ein Thema.


Für mich ist Nat.-Mur. ein ganz wichtiges Heilmittel, um Menschen
zu helfen, die Trennung, Ablehnung oder Verlust erlebt haben. Die
in Problemsituationen es lieber mit sich selber ausmachen. Es
gibt Menschen, wenn sie Probleme haben, dann suchen sie
Gesellschaft, sie wollen reden ("Trost verbessert"). Der typische
Kochsalz Patient zieht sich zurück, er mag keinen Trost. Warum
ist es so? Der Nat.-Mur. Mensch ist jemand, der verletzt wurde.


Und er ist empathisch. An sich ist er empathisch. Er wurde
verletzt und als Folge zieht er sich zurück und weiß, wenn ich
mich aus der Gesellschaft zurückziehe, werde ich nicht mehr
verletzt. Als Folge verschließt er sein Herz und kann sogar Haß
entwickeln, und diesen über viele Jahre nicht vergessen.
"Verweilt bei unangenehmen Ereignissen" nennt sich diese Rubrik
im Repertorium. Er ist ein guter Zuhörer. Bei vielen
Psychotherapeuten könnte man vermuten, dass sie wie Nat.-Mur.
funktionieren. Man ist empathisch, man hört gut zu, aber man
wirkt nach außen hin etwas verschlossen, etwas reserviert.


Kochsalz möchte nicht emotional verletzen. Und möchte nicht
verletzt werden.


Ich hatten ja schon erwähnt, dass unangenehme Dinge aus der
frühen Kindheit, aus der Vergangenheit eine Rolle spielen,
während Carcinosinum (dazu habe ich auch einen Podcast gemacht)
nostalgisch ist, festhält an schönen Ereignissen. Sogar leidet,
weil früher alles so viel schöner war. Nat.-Mur. dagegen ist der
Elefant, der schlechte Erlebnisse nicht vergisst.


Oft wiederholen sich Erlebnis- Muster, bis sie zu sehr stören,
und der Patient Heilung sucht. Wie in dem Fall, wo die Mutter das
Kind verlässt, zwangsweise, entgegen ihrer Gefühle, und später
zog der Patient immer wieder Beziehungen an , die dramatisch zu
Bruch gingen. Der Betroffene bezieht es auf sich. Werde ich nicht
genug geliebt? Bin ich nicht liebenswürdig?


Wir dürfen nicht vergessen, dass sich psychisch- emotionale
Wracks, Baustellen, anziehen ,bis sie sich selbst geheilt haben.
Eigenliebe führt zum Unterbrechen der Suche nach Liebe im
Äusseren. Im Besten Fall erkennt der Patient, dass er nicht
allein ist, sonder All Eins. Das geht jetzt schon sehr ins
Spirituelle...Als göttliche, somit vollständige Seele geht es nur
ums Erkennen dieser Göttlichkeit, und daß wir schon vollständig
sind, und nicht mehr im Äusseren etwas benötigen. Kochsalz ist
ein Mittel, was sich sehr oft in der Praxis zeigt, gerade bei
psychischen Traumata.


Die Nieren sind Partnerschaftsorgane. Werde ich verlassen, oder
fühle ich mich so, könnten sich die Nieren bemerkbar machen. Aus
esoterischer Sicht heißt es, das Herzchakra macht zu, weil ich
verletzt wurde. Und Nat.-Mur könnte es wieder öffnen. Der Mensch,
der eher am Marktplatz sitzt, um andere zu sehen, ohne zu
interagieren, könnte mit homöopathischen Kochsalz wieder zu einem
Menschen gemacht werden, der bereit ist, das Risiko zu
akzeptieren, wieder verletzt zu werden, aber auch, um wieder
Schönes an sich heranzulassen. Wenn ich das Herz zumache, dann
werde ich zwar nicht mehr verletzt, aber ich kann auch nicht mehr
Liebe geben oder empfangen. Man ist zur Salzsäule erstarrt. Wir
wollen diesen Menschen, der erstarrt ist, wieder weich machen.
Mit Salz. Energie muss fließen. Stagnation führt zu Krankheit.
Selbst in der Schulmedizin gibt es den Begriff des "gebrochenen
Herzen". Zuviel Trauer oder emotionaler Stress kann das physische
Herz angreifen.


Wir haben jetzt ein ganz gutes Bild über dieses Natrium
muriaticum, oder wer es gebrauchen könnte. Wie Krankheit und
Heilung aus Sicht der klassischen Homöopathie funktioniert, und
inwieweit Viren und Bakterien unbedingt vernichtet werden müssen
oder wir den Menschen lieber stärken, damit er mit den Viren und
Bakterien besser zurechtkommt. Das ist ein ganz anderer Ansatz,
und gar nicht neu. Seit ca. 230 Jahren gibt es die Klassische
Homöopathie in der Form, wie ich sie betreibe. Entstanden zu
einer Zeit, wo die Schulmedizin eher abschreckenden Maßnahmen im
Repertoir hatte wie Setonierung, Aderlass und Gaben von toxischen
Substanzen wie Quecksilber, Blei, Arsen oder Schlimmeres. Wenn
der Patient nicht an der Krankheit starb, dann oft durch die
Behandlung. Manches dieser brachialen Philosophie kann man auch
in der heutigen Schulmedizin vermuten. Als Klassischer Homöopath
verabschiede ich mich für heute mit dem Zitat von Galen " Primum
non nocere"- Zuerst nicht Schaden. In diesem Sinne wünsche ich
euch einen schönen Tag und bis zur nächsten Folge. Ciao, Euer
Oliver Wachter.


 


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