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  4. Ein altes Lied mit neuem Text
In einem Ordenskonvent wird relativ viel gesungen, weil die alte
Weisheit, dass Gesang doppeltes Gebet sei, auch wirklich schön ist.
In den gemeinsamen Gebetszeiten morgens, mittags und abends sind es
ganz eigene Texte und Melodien, die mir immer sehr gefallen. Viele
Lieder, die aus dem Gotteslob gesungen werden, sind Ihnen zuhause
und uns sehr vertraut und wir singen mit und die Melodie ist schön
und der Text spricht mir vielleicht aus der Seele. Manchmal eben
auch nicht und dann denke ich, wie könnte so ein Gesang noch viel
mehr das ausdrücken, was mir wirklich auf dem Herzen liegt oder in
der Seele brennt.Ein solches Lied habe ich dieser Tage auf einem
Fest gehört und mein Herz ist gehüpft vor Freude und ich habe den
Text aufgesogen wie eine Verdurstende. Sie kennen das Lied: "Nun
danket Alle Gott mit Herzen Mund und Händen" – Und nun habe
ich dieses Lied gehört mit der vertrauten Melodie, aber mit dem
neuen Text von Gerhard Schöne:"Nun danket Alle Gott mit Herzen Mund
und Händen, die uns so liebevoll beschenkt an allen Enden.Die
zärtlich uns umhüllt, uns birgt in ihrem Schoß, wenn uns so Elend
ist, so weh und heimatlos.O Gott, mein großes Glück, Dein Lieben
hat kein Ende. Du hältst mich nicht zurück, wenn ich mich von Dir
wende.Doch wenn ich ausgebrannt, verzweifelt schrei nach Dir,
kommst Du mir nachgerannt und heilst die Wunden mir.Mein Gott, ich
freu mich so, wenn ich Dich bei mir spüre und werde nicht mehr
froh, dann, wenn ich Dich verliere.Bleib bei mir wertes Licht, lass
lachen meinen Mund, erhelle mein Gesicht und küss mein Herz
gesund."Soweit dieser ganz neue Text auf ein sehr altes Lied aus
dem Jahr 1636. Es entzückt und bewegt mich, seit ich es gehört habe
und es bringt Dinge in mir zum Klingen, wie es beim Ursprungstext
schon lange nicht mehr geschehen ist. Es sind Worte voller Liebe
zwischen Gott und dem Singenden und voller Glaube und Hoffnung,
weil Gott ein Gott der Liebe ist und ich mich nur immer wieder
daran erinnern und mir klarmachen kann, dass ER alles ist, was wir
Menschen zum Leben brauchen.
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„Ein altes Lied mit neuem Text“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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