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  4. Enis Maci über gemeinsame Obsessionen und kollaborative Literatur
Diesmal ist Enis Maci zu Gast bei DEAR READER. Mascha Jacobs ist
seit dem Essayband »Eiscafé Europa«, mit dem Enis Maci 2018 bei
Suhrkamp debütierte, ein Fan der Autorin. In den vergangenen Jahren
hat sie mehrere Theaterstücke geschrieben. Aktuell sind zwei
kollaborative Texte von Maci bei Suhrkamp erschienen. Zuletzt
»Pando«, ein Roman, dessen Titel sich auf eines der größten
Lebewesen der Welt bezieht: eine Klonkolonie aus 47.000 genetisch
identischen amerikanischen Zitterpappeln, deren Stämme durch
Rhizome zu einem Organismus verbunden sind. Enis Maci hat ihn
zusammen mit dem Schriftsteller Pascal Richmann geschrieben. Die
beiden leben zusammen. »Pando« ist ein sehr schönes Bild für das
Textgeflecht dieses Romans, der in der Gegenwart wurzelt, sich
fragt wie sie überhaupt entsteht und auf der Suche nach dieser
Frage durch Kontinente und Zeiten fliegt. Eine Reise mit vielen
Zeitsprüngen, an wechselnden, sich manchmal überlagernden
Schauplätzen, ein paar Mal sogar durch den Erdkern, entlang von
Rohstoffvorkommen, die aktuelle Themen und globale
Verwertungszusammenhänge verbindet. Auch dieses Jahr erschienen ist
»Karl May«, den sie zusammen mit dem befreundeten Schriftsteller
und Dramatiker Mazlum Nergiz geschrieben hat. Der Essay entstand
aus ihrem gleichnamigen Theaterstück, das an der Berliner
Volksbühne uraufgeführt wurde. Es handelt von kolonialer Gewalt,
Hochstapler*innen, Eurozentrismus, Stereotypen und Projektionen auf
den Orient, den Wilden Westen und die Person Karl May. Enis Maci
hat »Die gerettete Zunge« von Elias Canetti mitgebracht, seine
literarischen Kindheitserinnerungen, die 1977 im Carl Hanser Verlag
erschienen sind. Und »DMZ Kolonie« von Don Mee Choi in der
fantastischen Übersetzung von Uljana Wolf, erschienen 2023 in der
Reihe Volte Expanded bei Spector Books. Die beiden Texte führen
Enis Maci und Mascha Jacobs zu Gesprächen über das Zusammentragen
von Wissen, gemeinsame Obsessionen, Gewaltgeschichten,
transatlantische Flöze und Landschaften wie das Ruhrgebiet.
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„Enis Maci über gemeinsame Obsessionen und kollaborative Literatur“

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