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  4. Singen wäscht den Staub des Alltags von der Seele
"Singen ist uncool" und "Chorsingen macht Spaß": Zwei Aussagen
dieser Tage von jungen Leuten. Wenn wir Mädchentreffen oder
Mädchenwochenenden haben, wird immer gern und viel gesungen und
Musik gemacht – aber im Gottesdienst mit manchmal 1000 Schülerinnen
und Schülern singen gerade so die Fünftklässler mit. "Musik wüscht
den Staub des Alltags von der Seele", heißt es zwar, aber
Jugendliche haben Angst sich zu blamieren, wenn sie zeigen, dass
ihnen gottesdienstliche Lieder und Gesänge gefallen. Heute ist der
Tag der Heiligen Cäcilia, einer frühchristlichen Märtyrerin, die
zur Patronin der Kirchenmusik ernannt worden ist. Warum eigentlich,
ist nicht so ganz klar. Wahrscheinlich ein Übersetzungsfehler in
einer der Heiligenlegenden. Aber unendlich viel Chöre und
Sängerfeste tragen ihren Namen und machen ihr alle Ehre. Liturgie
ohne Musik, Gottesdienste ohne Gesang, Stundengebete ohne Orgel?
Wir haben es in den Hochzeiten der Coronapandemie erlebt und es war
nicht schön. Es geht einfach nicht. Sie kennen das doch auch: wenn
in einer vollen Kirche ein brausendes Orgelspiel oder ein
vielstimmiger Chor klingt, bekommen wir schon mal Gänsehaut – weil
es so schön ist, weil es uns packt. Nach einem Benefizkonzert haben
vier Chöre mit allen Besuchern ein Lied zum Schluss gemeinsam
gesungen und man konnte ringsherum sehen, dass manche Leute Tränen
in den Augen hatten. Göttlich schön. Viele Bereiche unseres Inneren
werden durch Musik und Gesang erst erreicht, wo Worte kaum etwas
auslösen. Meine Oma kannte die Weisheit: "Gesang ist doppeltes
Gebet", weil eben nicht nur Verstand und Mund zusammenklingen
sondern Herz und Seele und der ganze Körper. Und dann ist es egal
wo wir singen: unter der Dusche oder im Stadion, bei Konzerten oder
Parties, auf dem Heimweg von der Kneipe oder im Gottesdienst:
singen tut gut, ist manchmal doppeltes Gebet und wäscht den Staub
des Alltags von der Seele.  
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„Singen wäscht den Staub des Alltags von der Seele“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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